(SZ, v. 27.09.2001)

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Karin Baal bei den Dreharbeiten zu dem Film "Die Halbstarken" Berlin, 3. Juli 1956 (© Deutsches Historisches Museum, Berlin)

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Es war Liebe auf den ersten Blick, damals - fast ein halbes Jahrhundert ist das nun her -, als die Jugendlichen anfingen auf den Straßen von Berlin die Erwachsenen anzupöbeln, was diese erst mal eher verdutzt als erschreckt reagieren ließ. Als Horst Buchholz sich aufführte wie James Dean und der Regisseur Georg Tressler seinen Kollegen vormachte, wie man auch in deutschen Filmproduktionen in amerikanischer Manier inszenieren konnte.

Was die Amerikaner nicht hatten in ihrem Blackboard-Jungle-Genre, das war Karin Baal. Die war gerade mal fünfzehn, als sie die Berliner "Halbstarken" aufstachelte im gleichnamigen Tressler-Film, 1956. Sie war der eigentliche rebel without a cause in dieser Bande, und sie zeigte keine Reue bis zum Ende. Ein wilder Wille war da, sich das Glück zu erkämpfen, und es blieb jede Menge von Unerbittlichkeit, von Unbelehrbarkeit in Filmen wie "Die junge Sünderin" oder "Der Jugendrichter" oder "Zwischen Shanghai und St. Pauli". Karin Baal war ein kleines Wunder für den deutschen Film, eine Frau, die ihrer Stadt Berlin verhaftet blieb und dabei internationales Format zu entwickeln schien.

Ja, eine solche fille fatale hat kein anderes Filmland aufzuweisen, und es war klar, dass die Edgar-Wallace-Serie auf diese blonde Kühle nicht verzichten konnte. Auch Fassbinder wollte sie, für den "Alexanderplatz" und für "Lilli Marleen", und Thomas Brasch für die Berliner Gangsterballade "Engel aus Eisen". Und nun ist sie also Mutter Sass - und cool wie eh und je. göt

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