... hat erst acht Filme gemacht, und gehört doch schon ins Star-Album
Wie ein Engländer sieht er eigentlich nicht aus, zu südländisch wirkt er eigentlich als Typ, mit dem schwarzen Haar und den großen, dunklen Unschuldsaugen.
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(© SZ v. 29.08.2002)
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Dieser Blick kommt seinem Spiel aber zugute, wenn Ben Chaplin leicht verschlagene Gestalten inkarnieren muss: In Agnieszka Hollands Henry-James-Verfilmung "Washington Square" beispielsweise, 1997 eine seiner ersten großen Kinorollen - da verdreht er der wohlhabenden Erbin Jennifer Jason Leigh, vom Vater auch nicht gerade geliebt, den Kopf und ist doch nur hinter ihrem Geld her.
Oder, in dieser Rolle ist er eben zu sehen in "Birthday Girl", als englischer Provinzangestellter: John bestellt sich ein Mädchen aus dem Internet, eine Russin, die kein Wort versteht, mit der er seine Leidenschaft für Fesselspiele ausleben kann; die Striemen an Nicole Kidmans Handgelenken präsentiert Regisseur Jez Butterworth in Großaufnahme.
Das ist, auch wenn sich John dann noch ganz gut entwickelt - reden will er dann doch mit ihr -, eigentlich ein wenig "Igitt". Es ist aber sehr reizvoll anzusehen, dieses Spiel zwischen schüchterner Zurückhaltung und Macho-Manieren, zwischen Zärtlichkeit und Gewalt in der Beziehung zu Kidman - und das liegt wohl an diesem Unschuldsblick.
Ben Chaplin, als Benedict Greenwood 1970 in London geboren, hat erst acht Filme gemacht - aber davon ist einer immerhin Terrence Malicks "The Thin Red Line", dort spielte er einen der durchdrehenden Soldaten.
Meist wird er aber als love interest besetzt, und da ist er auch als herzensguter Kerl sehr charmant. In "The Truth About Cats & Dogs" führen ihn Uma Thurman und Janeane Garofalo hinters Licht, und Chaplin erweist sich als die Sorte Mann, die besser zuhören kann als hingucken. Die beiden geben sich als dieselbe Frau aus, die atemberaubende Blondine Thurman kommt zu den Verabredungen, und Garofalo bringt die erlahmende Live-Beziehung dann am Telefon wieder auf Touren.
Vor wenigen Wochen war er als Traumgestalt schlechthin zu sehen - in Barbet Schroeders "Murder by Numbers" erlöst er Sandra Bullock von den Dämonen ihrer Vergangenheit, er lässt sich nicht schrecken von ihrer Verzweiflung - nicht einmal, als sie ihn aus dem Bett schubst.
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