Von göt

... war schüchtern, in sich verschlossen, unruhig. War sie!

Die Musik ist vielleicht das Zentrum ihres Lebens, ihres Werks . . . diesen Eindruck hatte man nach "On connaît la chanson", dem grandiosen Werk, das sie, im Verein mit dem schreibenden/produzierenden Kompagnon Jean-Pierre Bacri, mit Alain Resnais geschaffen hatte, und nun kriegt man ihn aufs Trefflichste bestätigt in "Comme une image", in dem so vieles anklingt zwischen Monteverdi und Mozart.

Anzeige

Jaoui hat Gesangsstunden genommen in der Jugend und ist vor den Anforderungen des Metiers zurückgeschreckt -- immerhin singt sie regelmäßig mit dem Canto Allegre, der im neuen Film auftritt.

Sie war schüchtern, in sich verschlossen, unruhig, erinnert sich Laurent Grévill an ihre gemeinsame Zeit im Théâtre des Amandiers in Nanterres, unter Chéreau -- genau so hat sie ihn nun in "Comme une image", als ihren Filmgatten, eingesetzt. Das macht die Magie aus im Spiel und in der Regie von Jaoui -- dass man spürt, das alles kommt von sehr weit her und ist doch unglaublich präsent. Kein Roman, hat es Resnais erklärt, "kann sich mit einem populären Song messen. Wenn wir wirklich uns natürlich aufführen würden, sprächen wir in Liedzeilen."

Leser empfehlen 

(SZ v. 18.11.2004)