Der Sieg des Italieners Franco Stella im Wettbewerb um den Wiederaufbau war deswegen nicht nur wegen seinen viergeschossigen Monsterarkaden, die den Entwurf des ansonsten barock ummantelten modernen Baus kennzeichneten, höchst umstritten:
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Bis zum Beschluss des Düsseldorfer Oberlandesgerichts Anfang Dezember im vergangenen Jahr war vielmehr nicht einmal klar, ob der siegreiche Architekt aus Vicenza überhaupt formal die Wettbewerbs-Anforderungen erfüllte. Die verlangten nämlich, dass teilnehmende Architekten über eine Zeit hinweg und während des Wettbewerbsverfahrens ein Büro betrieben, in dem mindestens drei Mitarbeiter fest angestellt sein mussten.
Zwar beschäftigte Stella drei Architekten, doch wie die Architektenkammer von Venetien mitteilte, gehörten die "betrieblich" zu der Firma seines Bruders. Franco Stella hatte sie nur vorübergehend ausgeliehen. Obwohl das Düsseldorfer Gericht trotzdem entschied, dass - nach einer vertraglichen Nachbesserung - die Beauftragung des italienischen Architekten erfolgen könne, war dennoch klar: Neben dem winzigen Büro in Vicenza würden die beiden deutschen Architekturbüros Hilmer & Sattler und Albrecht (HSA) sowie Gerkan, Marg und Partner (gmp) eine maßgebliche Rolle beim Großprojekt spielen. Nicht unbedingt der Sinn bei einem international ausgeschriebenen Wettbewerb wie diesem.
Äußerst schleppend
Nicht nur architektonisch kam das Prestigeprojekt äußerst schleppend voran. Bis zuletzt blieb das Nutzungskonzept des Humboldt-Forums unklar: Neben der Landesbibliothek und der Sammlung der Humboldt-Universität sollten hier auch die außereuropäischen Museen einziehen, die bislang in Dahlem untergebracht waren
Wie das alles hinter einer Barockfassade gelingen sollte, war weder einleuchtend noch in der Zusammenstellung wirklich schlüssig. Die unterschiedlichen Mieter, darunter die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Hauptnutzer, wirkten da eher wie die Fahrgäste in einem Zugabteil: gleiche Richtung zwar, aber doch mehr zufällig zusammengewürfelt als eine gemeinsame Reisegruppe.
Gerade im Fall der außereuropäischen Sammlungen konnte man die Notwendigkeit des Umzugs auch nicht wirklich nachvollziehen - mal abgesehen von dem fast schon französischen Hauptstadtwahn, der sich langsam in Berlin ausbreitet, alles zentral in der Mitte versammeln zu müssen -, stehen in Dahlem doch zum Teil perfekt zugeschnittene Häuser zur Verfügung. Die sind zwar stark sanierungsbedürftig wie der Kulturstaatssekretär André Schmitz betont, der die Sanierungskosten für den Dahlemer Museumskomplex sogar mit 150 Millionen Euro angibt. Dass damit ein Stopp des Wiederaufbaus des Schlosses wirtschaftlich "einem völligen Unsinn" gleichkommen würde, wie Schmitz deswegen erklärt, stimmt trotzdem nicht.
Fingerhütchen-Status
Schließlich ist auch das Schlossprojekt rein rechnerisch nie über den Fingerhütchen-Status hinausgekommen. Selbst wenn das Bauvorhaben wie veranschlagt mit 552 Millionen Euro auskommen würde, fehlte bislang doch stets ein entscheidender Posten: der jährliche Etat. Dieser dürfte nicht zu knapp ausfallen, soll doch das Humboldt-Forum mehr sein als ein gewöhnliches Museum, nämlich ein Ort des kulturellen Dialogs.
So schön sich dieses Ziel gerade in Zeiten einer globalen Krise liest, so sehr verlangt die Realisierung nach konkreten Inhalten, ansonsten setzt sich das Projekt dem Vorwurf der Beliebigkeit aus. Die angekündigten Sparpläne der Regierung bieten damit die Chance, das Bauvorhaben im Herzen von Berlin noch einmal neu zu diskutieren - und sie nicht zuletzt der heutigen Situation anzupassen.
Vielleicht können wir uns das Stadtschloss tatsächlich nicht mehr leisten, aber möglicherweise haben wir auch gute Gründe dafür. Die grüne Wiese sollte deswegen nicht als Zeichen des Scheiterns gesehen werden, sondern als Chance noch einmal nachzudenken. Wie sich die Berliner und ihre Besucher schon in wenigen Wochen den Platz erobert haben, ist dabei mehr als motivierend.
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Der 1. Kommentar den Sie meinen war von münchner-kindl und nicht von münchnerkindl. Wenn man also Kommentare kritisiert, sollte man auch auf der sicheren Seite sein. Durch diesen Fehler wurde Ihre komplette Kritik sinnentstellt. Also, erst richtig schauen und dann kritisieren.
Ansonsten ist Kommentarkritik natürlich richtig und wichtig.
Zur Sache: In Potsdam passiert natürlich auch Quatsch. In Berlin geht es aber noch mehr um Symbolik. Sehr teure Symbolik.
münchnerkindl:
wer so eine Grütze von sich gibt wie im 1.Post (HauptstadtWAHN = WOWEREIT-WAHN!!!?) erwartet auch noch "sympathische" Kritik? Ohne mich.
Dadamsda:
Es fängt doch schon damit an, dass es heißen müßte: "Die Humboldts würden sich im Grab umdrehen" denn das Humboldtforum soll beiden Brüdern gewidmet werden.
Die Uni ist ja eher nach ihrem Gründer benannt (Willy) und der Volkspark Humboldthain
nach Alex. Ich gebe zu, dass es mir nicht um eine Diskussion ging, sondern darum schlechte Kommentare als solche bloßzustellen.
Und ich war und bin gegen das Schloß, übrigens auch in Potsdam (aber der Zug ist wohl abgefahren)
Ihre Kritik ungefähr so sympathisch wie das Foto.
"3.Post: jetzt nochmal schnell etwas blabla hinterher, mit tollen Fremdwörter und voll Ahnung über Berlin!"
So gut angefangen und so schlecht geendet. Dieser letzte Satz diskreditiert Sie denn er lässt keine Diskussion zu. Schade.
"4. Juli 2002: Ohne Fraktionszwang will der Bundestag über eine mögliche Festlegung auf eine historische Schlossfassade für den Neubau entscheiden. Zur Wahl stehen zwei Anträge. In "Alternative A" schließt sich der Bundestag der Empfehlung der Kommission an, die Wiedererrichtung der barocken Fassaden der Nord-, West- und Südseite sowie den Schlüterhof des Stadtschlosses vorzusehen. In "Alternative B" soll die Fassadengestaltung erst in einem Architektenwettbewerb geklärt werden, die Rekonstruktion der barocken Fassaden wird nicht ausgeschlossen." (Quelle SZ)
1. Kein Fraktionszwang
2. Wahl aus einer Empfehlung einer Komission und einem Plan B.
3. Der Bundestag (also nicht die Berliner) entscheidet über ein Berliner Schloss.
4. Finanzierung soll aus Spendengeldern passieren! (Die private Finanzierung ist aber bis heute gescheitert)
5. In diversen Umfrage sind fast alle Berliner gegen das Schloss, zuletzt 80 %
Frage: Wozu braucht die Bundesrepublik solch ein Symbol? Und warum sollen die Steuerzahler solch ein Symbol zahlen? Vor allem, wenn es die Berliner selber gar nicht wollen.
1.Post: Der Beweis für völlige Ahnungslosigkeit
2.Post: siehe: http://berliner-schloss.de/de/print.aspx?coreid=49
3.Post: jetzt nochmal schnell etwas blabla hinterher, mit tollen Fremdwörter und voll Ahnung über Berlin!
Mein Fazit: überflüssig
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