Die Sportfreunde Stiller werden für ihre eigene Coverband gehalten, möchten sich durch Erfolg nicht vom Weg abbringen lassen und liefern mit "La Bum" eine neue sportliche Leistung ab. Ein Gespräch mit Sänger Peter Brugger.
Komisch, wenn man für die eigene Coverband gehalten wird. Als die Sportfreunde Stiller kürzlich ein unangemeldetes Geheimkonzert vor der Ludwig-Maximilians-Universität München gaben, erkannten die zuständigen Beamten nicht, wen sie da von der Bühne baten. Die Polizei hielt die Bandmitglieder zunächst für einen billigen Abklatsch der echten Sportfreunde. Doch die Autogrammfreude war groß, als dann auch die bayerische Ordnungsmacht realisierte, dass sich da gerade die Originale über den Spontanabbruch ihres Spontankonzerts beschwerten.
Anzeige
Genauso naiv und unbedarft erscheint Frontmann Peter, der mit Blick zu den Stufen - bloß nicht stolpern - die Galerie hinunterkommt, um sich den Interviewpartnern am Tisch vorzustellen. Als ob das nötig gewesen wäre.
Zu berühmt
Nicht ein zu geringer Bekanntheitsgrad, sondern wohl eher das hohe Maß an Popularität führten bei der Polizei zur Verwechslung mit einer Stiller-Coverband. Nachdem die Sportfreunde mit ihrer WM-Hymne "54, 74, 90, 2006" in aller Munde waren, durften sie reichlich Stadionluft und den Schweiß Hunderter frenetischer Fußballfans schnuppern. Ungewöhnlich also, dass die Stadionstars sich am 14. Juni zu einem unangekündigten Gig vor schlappen 250 Leuten hinreißen lassen.
Peter, Sänger und Gitarrist der Band, berichtet Ende letzter Woche beim Marathon-Interview-Tag im Münchner Café Cord, dass man beim unangemeldeten Straßenfest wenigstens die Klientel fürs Leben gefunden habe: "Wir haben mit Blick auf die juristische Fakultät gespielt - genau das Publikum, das man erreichen will!"
Seine Band wird oft als Schülerband mit überdimensionierten Verstärkern verspottet. Auf den ersten Blick ist der WM-Hype, den die "Sportis" erfahren haben, eine super Sache. Doch trotz der schönen Erinnerungen sehen Peter, Flo und Rüde bei ihrer aktuellen Deutschland-Tournee keine Veranlassung, ihre Fans zum millionsten Male mit der Jahreszahlenfolge zu foltern. Die Hymne ist gar nicht erst ins Programm aufgenommen worden.
Seite 2: Der lange biergesäumte Weg zum großen Knaller.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite