Die Antworten auf die Frage, wer die Schuld an der Finanzkrise trägt, werden schon bald über den sozialen Frieden in den westlichen Gesellschaften entscheiden - und über Zusammenhalt oder Zerfall der EU. Denn es gibt Verlierer. Und diese waren schon immer das Dynamit demokratischer Systeme.
Aus den Schulden wird jetzt schon Schuld - die Schuld an einem sich entweder in langen Nervenpartien hinziehenden, dann aber krachenden Desaster oder auch nur an seiner unendlich mühsamen, kräftezehrenden Abwendung. Die Zeit der Schuldzuweisungen hat längst begonnen. Finanzmärkte, Ratingagenturen, Pleitestaaten, der Kapitalismus überhaupt, Gesellschaften, die über ihre Verhältnisse leben, Osama bin Laden, der Amerika in ruinöse Kriege lockte, die Steuerpolitik der Neocons, das billige Geld Greenspans seit der Clinton-Ära: All das sind Kandidaten für eine Schuld, die den Wohlstand des Westens so ernst bedroht wie nichts anderes seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
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Die Statue der griechischen Göttin Athene ist nach Ausschreitungen in Rauch eingehüllt. Wutbürgerschaft kann zu einer kontinentalen Erscheinung werden. (© dpa)
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Die Antworten, die auf die Frage gegeben werden, wer die Schuld an der Krise trägt, werden schon bald über den sozialen Frieden in den westlichen Gesellschaften und auch über Zusammenhalt oder Zerfall der Europäischen Union entscheiden. Denn es gibt Verlierer, und es wird noch weitere geben, und Verlierer waren schon immer das Dynamit demokratischer Systeme, die auf einem heiklen Gleichgewicht von politischem Streit und Konsensfähigkeit beruhen. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, wie derzeit in den USA, aber auch in Griechenland, können ökonomische Krisen vollends unbeherrschbar werden.
Die Antwort auf die Frage nach der Schuld betrifft also nicht nur künftige Geschichtsschreibung, sondern sie hat unmittelbaren Einfluss auf den Ausgang der ökonomischen Krise, die längst zu einer politischen geworden ist. Nie war es so wichtig, aber auch so schwer, den naheliegenden Affekt der Wut zu vermeiden, diesen Treibstoff aller Schuldzuweisungen - denn Schuld, das liegt nun einmal in der menschlichen Natur, haben ja in der Regel die anderen.
Die Wahrheit ist aber: Als Teilhaber und Nutznießer einer vom Kredit befeuerten Wirtschaft und beispiellos ausgebauter Sozialstaaten - das eine mehr in Amerika, das andere in Europa -, haben natürlich alle Konsumbürger der westlichen Wohlstandszone ihren Anteil an der Aufblähung jener Schuldenmassen, die jetzt das Vertrauen der Gläubiger so weitflächig zusammenbrechen lassen, dass ein systemischer Kollaps droht. Schulden aber sind im Gegensatz zu Aktienkursen mit ihren riesigen, irrationalen Schwankungen, echtes, nämlich bereits ausgegebenes Geld. Für die Schulden der westlichen Welt wurde etwas gekauft: Dienstleistungen, Waren, Güter, Infrastruktur. Echtes Geld ist transformierte Arbeit. Für Schulden wurden erarbeitete Leistungen erworben - gestern und heute, während die reale Bezahlung auf die Zukunft verschoben wurde.
Schulden sind also in gewisser Hinsicht nicht nur ein notwendiger Treibstoff der Ökonomie - als Kredit -, sondern, wenn sie nicht mehr bedient werden können, ihr Giftmüll. Man kann sie nicht einfach "streichen", "erlassen" und dann auf Neustart gehen. Das Furchtbare an Schulden ist, dass sie notwendigerweise immer bezahlt werden müssen, die Frage ist nur, von wem. Normalerweise, so die wichtigste Grundlage einer Wirtschaft jenseits des reines Gütertausches, vom Schuldner. Nur ist in abstrakten Verhältnissen nicht immer klar feststellbar, wer der eigentlich haftungspflichtige Schuldner ist: Schon ob man von "Staaten" (gern "Pleitestaaten") oder von "Steuerzahlern" spricht, schiebt das Problem hin und her.
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....von "Vollkaskomentalität" zu schwafeln angesichts von Menschen, die erleben müssen, wie ihnen im Gegensatz noch zu ihren Eltern oder Großeltern ein Lebensabend auf Sozialhilfeniveau droht. Während ja, genau eben diese vielzitierten Bankenvorstände (Und Politiker, siehe bayrische Landesbank) Millionenabfindungen nicht, nein nicht nur für Totalversagen, sondern für komplett fahrlässige Finanzkriminalität erhalten. Während sich in diesem Land ein derart gigantisches Privatvermögen ansammelt, im Vergleich zu dem man über die angeblich katastrophale "Staatsverschuldung" nur müde lächeln kann.
Die Ablenkungsmanöver der Medien ziehen nicht mehr lange. Allein die empörten Reaktionen auf das letzte Sommerinterview sprechen Bände. Ein Interview in dem einer, der nur allzu bereit ist, sich mit den heiligen Märkten denen unsere Zivilgesellschaft geopfert werden soll, anzulegen, Gregor Gysi nämlich, auf das dummdreisteste von zwei Journalistendarstellern vorgeführt werden sollte.
Das gelang aber nicht, Gysi erwies sich als zu schlagfertig und zu kompetent. Also versuchten die beiden ihm verzweifelt das Wort abzuschneiden, unmittelbar nach er zur Beantwortung ihrer Fragen angesetzt hatte und das immer wieder.
Sicher nichts neues, aber die Reaktionen auf dieses Interview waren erstaunlich. Unzählige Menschen, auch solche, die nach eigenem Bekunden für Gysi wenig übrig hatten, schäumten vor Wut über diesen Versuch blanker Meinungsmanipulation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dafür zahlen wir GEZ-Gebühr?
Ich hoffe, die Leute wehren sich endlich gegen diese neoliberale Hirnwäsche, die der Gesellschaft und dem Staat die Schuld in die Schuhe zu schieben versucht. Politik und Wirtschaft haben der Gesellschaft zu dienen, nicht umgekehrt, DAS muss endlich wieder ins Zentrum des Bewußtseins gerückt werden.
An den Schulden sind irgendwie alle schuld. Auch die von jahrzehntelanger Arbeit gebeugte Kleinstrentnerin. Ihr gilt unser aller Mitleid, einschließlich das des Artikelschreibers.
Aber natürlich nur symbolisch, denn auch sie lebt über unsere Verhältnisse, was ihr selbst möglicherweise nicht ganz klar ist.
Merke: Sollte sie nicht darben wollen, dann müsste es an ihrer Stelle eben eine junge Familie.
Die Banken dürfen wir hingegen keinesfalls darben lassen, denn wenn es ihnen schlecht ginge,dann stünden in der gesamten Wirtschaft alle Räder still. Schlecht geht es übrigens einer Bank laut Ackermann, dem obersten Paten aller Banker, bereits dann, wenn sie weniger als 25 % Rendite macht oder wenn sie vom Staat mit bürokratischen Regeln belästigt wird.
Zu den Rädern, die nicht stillstehen dürfen, gehören daher allen voran die Roulette-Räder des Finanz-Casinos, wo 10 Mal so viel Geld umgesetzt wird wie in der Realwirtschaft.
Denn ohne Zocken wären die 25 % ja nicht reinzuholen.
Was wir brauchen, sind daher nicht die beim Crash 2008 angedachten Verbote für Banken, nicht die Aufhebung der vor 25 Jahren unter Jubel eingeführte Finanzmarkt-"Deregulierung". Sondern eine staatliche Garantie für die Banken, dass auch beim kommenden Crash wiederum die Staaten sich tüchtig verschulden, um den Banken aus der Patsche zu helfen.
Denn das hohe Risiko des Zockens, das immer wieder mal mit bösen Verlusten endet - für wen nehmen die Banken das eigentlich auf sich? Richtig: zu unser aller Wohl.
Daher ist es nur gerecht, wenn die Allgemeinheit die Banken-Schulden übernimmt und sich dabei auch noch - siehe Kleinstrentnerin - ordentlich schuldig fühlt.
Der SZ-Artikel ist als Satire nicht einmal so schlecht, daher steht er (zumindest online, wie ich meinem Browser entnehme) auch in der Rubrik "Kultur", nicht in der Rubrik "Wirtschaft" !
Der Autor versagt als Historiker, als Hobbyökonom sowie als Logiker und kommt so zu wahrhaft grauenhaften Schlüssen (..mitfüttern..). Munter würfelt er Begrifflichkeiten durcheinander und zeichnet mittels falscher Analogien ein konfuses Denken, das allenfalls dazu geeignet ist, Ursachen und Wirkungen zu verschleiern. Vielleicht ist das seine Absicht. Dazu bedient er sich zudem abgedroschener Stereotypien, wie der von dem angeblichen über die Verhältnisse leben aller (... beispiellos ausgebauter Sozialstaaten...) und der von der schwäbischen Hausfrau und der von den Gewinnern und Verlierern, um daraus eine Kollektivschuldthese zu konstruieren. Soweit also nichts Neues. Ganz zu Anfang des Artikels lässt er jedoch die Katze aus dem Sack:"Nie war es so wichtig, aber auch so schwer, den naheliegenden Affekt der Wut zu vermeiden..." Hier schreit die Angst des Besitzbürgertums und ihres Finanzkapitals am lautesten. Die Angst, Gewinne nicht zu realisieren, alles zu verlieren und für den Plünderungs- und Raubzug der Banken zu büßen.
Beschränken wir uns auf einen Staat, z.B. Deutschland, können wir die Sachverhalte mittels einer historisch-politisch-ökonomischen Analyse feststellen.
Die deutschen Staatsschulden wurden durch den Kohlschen Auf- und Ausverkauf der DDR in die Höhe getrieben (Treuhand, hunderte Milliarden). Die gleichzeitig von Kohl und Lambsdorff betriebene Deindustrialisierung Deutschlands (Dienstleistungsgesellschaft) und die steigende Unterauslastung der Volkswirtschaft durch politisch verursachte dauerhafte hohe Arbeitslosigkeit bescherten dem Staat höhere Staatsausgaben und geringere Steuereinnahmen.
Die Einführung des Euro ohne eine in den Eurostaaten aufeinander abgestimmte Währungs-, Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sorgte für Ungleichheiten (Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands) , die einzelne Volkswirtschaften (Griechenland, Spanien, Portugal) schwächte.
Die Deregulierung der Finanzmärkte (Lambsdorff, Schröder) ermöglichte diesen einen schon zuvor einmal (1929) sehr erfolgreichen Plünderungs- und Raubzug auf den Wohlstand europäischer Bürger sowie einen gut abgestimmten Angriff auf die europäische Währung. Nachdem die Staaten den Spekulanten ihre Gewinne mittels Steuergeldern realisierten, waren die Staaten so verschuldet, dass man ihnen die Zinsen erhöhen konnte, eine Perfidie ohnegleichen.
Wer bequeme Legenden strickt, ist wohl der Autor selbst. Die Angst vor der Empörung der B
Schon mal daran gedacht was Journalisten wie Sie in der Vergangenheit mindestens durch ideologisch verbohrtes Geschreibe wohl mit zu verantworten haben?
Interessanterweise haben sie die Medien bei ihrer Aufzählung aller möglicher Schuldigen an der aktuellen Krise vergessen. Ihr Artikel ist voll von hanebüchenen Äußerungen.
Zitat von http://www.nachdenkseiten.de
Nicht, dass ich mir die Wortwahl zu eigen mache. Aber dem Tenor des
Zitates stimme ich uneingeschränkt zu.
Es ist keine Finanzkrise. Es ist noch nicht einmal eine Schuldenkrise.
Es ist die Krise der Staatsfinanzen. Und es wird enden in Inflation und totale Abwertung der Rentenwerte, damit die westlichen Staaten ihre allgemeine Überschuldung auflösen können.
Der Artikelschreiber sollte zumindest dem Finanzminister im Plenumbereich des deutschen Reichstages zuhören. Wenn er schon nicht in Foren liest.
Paging