Das dürfte sich zumindest bei den BR2-Hörern anders darstellen. On3-Chefin Ebenbeck erklärt, sie würden gerade überprüfen, was man hätte anders machen können. Aber: "Der Moderator hat richtig reagiert." Und als Konsequenz ein Hausverbot für bestimmte Künstler auszusprechen, das wäre fatal. So möchte sie auch nicht ausschließen, dass Doherty wieder bei On3 auftreten darf.
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Zu der spontanen Einladung für Doherty, den langjährigen Begleiter von Kate Moss, kam es, weil eine On3-Mitarbeiterin den Sänger, der wegen eines anderen Auftritts in der Stadt war, auf einem Weihnachtsmarkt getroffen hätte, erklärt Tief. Als der Rockkünstler dann im Funkhaus eintraf, sei man "mit dem Zustand Dohertys nicht rundum glücklich gewesen". Dass nun alle über den Skandal-Auftritt sprechen und nicht über die Nachwuchsbands, so der Programmchef, sei natürlich nicht schön.
Doch einen Imageschaden innerhalb und außerhalb des BR hat On3 nicht zu befürchten. Die Moderatoren hätten sich schließlich einwandfrei verhalten: "Wir haben sofort eingegriffen und uns klar distanziert."
Das kann man auch anders sehen. 60 Sekunden sind eine beträchtliche Zeit im Radio. Zudem durfte der Sänger ja weiter auf der Bühne bleiben.
Am heutigen Montagabend wird ein Zusammenschnitt des Abends im Fernsehen übertragen, der Auftritt von Doherty werde auch kurz und kommentiert zu sehen sein, so Tief. Vom Sänger selbst erwartet On3 jetzt eine Entschuldigung, erklärt Rainer Tief noch, entschuldigt ihn doch gleich wieder: Diese könne noch gar nicht beim BR eingegangen sein, der Mann sei ja unterwegs.
Der Fall ist auch schon in der Politik angekommen. Das Singen der ersten Strophe des Deutschlandliedes sei, so der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), politisch "nicht vertretbar". Der Grünen-Landtagsabgeordnete und BR-Rundfunkrat Ludwig Hartmann freut sich über die Reaktion des Publikums, die den Sänger ausgebuht hatten. Zugleich forderte er die Verantwortlichen auf, künftig gerade "bekannte Krawallsänger" wie Doherty vor einem Auftritt genau unter die Lupe zu nehmen.
Zur Not müsste wohl ein Alkoholtest gemacht werden.
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(sueddeutsche.de/jja)
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Was ein etwas durchgeknallter Pop-Sänger, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt, von sich gibt, läßt mich verhältnismäßig kalt; allerdings fängt es in mir an zu kochen, wenn das gleiche ein sogenannter "Landesvater" macht, der nicht nur politisch ernst genommen werden will, den ich als meinen obersten Dienstherrn auch noch ernst nehmen muß; ich meine den Erste-Strophen-Skandal um den Herrn Öttinger aus Baden-Württemberg...
@schwarzerkater. Ja, insbesondere, da das einzige anstößige Wort in dem ganzen Lied "Memel" heißt.
Könnte man ja durch "Oder" ersetzen.
Halte ich allerdings aus historischen Gründen für unangemessen, möchte schließlich nicht den unweit der Memel gelebt habenden Immanuel Kant nachträglich ausbürgern.
dass die ach so uk-affinen indiespießer den suffski-witz auf ihre kosten nicht kapieren ist niedlich. beim nächsten londonaufenthalt vielleicht mal versuchen mehr als das aktuelle angebot von topshop kennenzulernen.
und der sender kann echt froh sein. endlich hat mal jemand den namen in der zeitung gelesen. jetzt aber noch schnell schnell empört sein, sonst kann sich morgen keiner mehr dran erinnern.
Witzig ist natürlich daß der Groll der "Nonkonformisten" hier einen berufsmäßigen Aus-der-Reihe-Tänzer trifft. Drogenexzesse sind "gut" - weil die provozieren ja eigentlich schon lange Niemanden mehr so wirklich - haben aber noch so ein bißchen den Touch von "Aufbegehren". Aber Deutschlandlied ist "böse" weil das provoziert.
Komisch: Vor wenigen Jahrzehnten konnte Heino alle Strophen des Deutchlandlieds auf Platte pressen ohne daß dies das Establishment und seine angepaßten Anhänger in Erregung versetzte. Heute ist das natürlich anders weil die Leute die das Absingend des Deutschlandlieds seinerzeit schon "schlimm" fanden längst selbst Establishment und Mainstream bilden.
Und wie es halt so ist - der Mainstream und das Establishment läßt sich halt nicht gerne provozieren. Da versteht es auch keinen Spaß.
Spießertum bleibt eben Spießertum - Was sich ändert ist halt die "Uniform" - Was des Spießers Uropa der Kaiser-Wilhelm-Bart - und Spießers Opa das Braunhemd - das ist halt seinem Enkel das Piercing. Und böse bleiben jeweils die Anderen.
"Der Grünen-Landtagsabgeordnete und BR-Rundfunkrat Ludwig Hartmann freut sich über die Reaktion des Publikums, die den Sänger ausgebuht hatten." - toll, fast wie 68. *lol*
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