Shades of Grey, Sex und Skandalliteratur – Sex and the City

Sehr viel freundlicher besprochen, aber auch sexuell harmloser war zur Jahrtausendwende die TV-Serie "Sex and the City", in der vier Protagonistinnen relativ offen über ihre erotischen Erlebnisse mit wechselnden Männern plauderten. Und plauderten. Und plauderten. Richtigen Sex hatten sie eher selten - es wurde vor allem sehr viel darüber gesprochen. Ebenfalls umrahmt von ganz viel Glitzer und Glamour, Mode- und Party-Allüren in New York City. Als charmanter Befreiungsschlag für die weibliche Sexualität und den offenen Austausch darüber wurde das damals verstanden. Dabei wurde oft vergessen, dass wir eigentlich schon mal weiter waren. Auch wenn dem Format viel Witz bescheinigt und Sympathie für die offenen Damen gehegt wurde: Minder reaktionär als "Shades of Grey" war das Frauenbild auch hier nicht. Wenn die Hauptfigur (links im Bild Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw) von früh bis spät von nichts anderem träumt als von Schuhen einer ganz bestimmten Marke und einem "Mr. Big", dann ist das nicht besonders zeitgemäß. Auch wenn genau das der Serie so oft attestiert wurde. Die Sehnsucht nach einem zwar romantisch-modern verpackten, aber im Grunde seines Herzens altmodischen Status Quo der Geschlechter bedient auch ...

Bild: dpa 18. Juli 2012, 16:182012-07-18 16:18:03 © Süddeutsche.de/rus/feko/holz