SM-Roman ´Fifty Shades" bricht alle Rekorde

Bevor sich aber nun die öffentliche Empörung über den Erfolg der Shades-Trilogie (nach dem ersten Teil "Geheimes Verlangen" folgen im September "Gefährliche Liebe" und im Oktober "Befreite Lust") Bahn bricht, sei noch erinnert: Der Skandal, so zumindest die Theorie der Literaturgeschichtler Johann Holzner und Stefan Neuhaus (Autoren des Buches "Skandale in der Literatur", 2007), mache heutzutage Literatur erst zu Literatur. Während in früheren Jahrhunderten das genaue Einhalten bestimmter Regeln für Literatur (und andere Künste) unerlässlich war, sei in der Moderne der Verstoß gegen jene Regeln zur höchsten Kunst erhoben worden. Was allerdings Literatur nicht von ihrer Aufgabe enthebe, künstlerischen Anspruch zu verfolgen. Und genau jenen, so viel abschließend und zur Beruhigung, hat E.L. James wohl nie verfolgt.

Ob "Shades of Grey", "Feuchtgebiete" oder "Axolotl Roadkill" nun schon zur Literatur zählen oder noch als veröffentlichte Tagebucheinträge gelten - sicher ist: Skandalös waren sie zu ihrem jeweiligen Erscheinungsdatum allemal. Und damit auf eine ganz traditionelle Art wahnsinnig erfolgreich.

Bild: dpa

18. Juli 2012, 16:18 2012-07-18 16:18:03

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