Schauspieler starb an Krebs Trauer um Jörg Hube

Man muss lange suchen, um jemanden zu finden, der so vielseitig ist wie er: Jörg Hube, Schauspieler, Regisseur und Kabarettist ist tot. Er wurde 65 Jahre alt.

Im Film hat er sich erst kürzlich mit dem Tod befasst: Im Oktober 2008 kam "Der Brandner Kaspar" in die deutschen Kinos, in dem Jörg Hube den Petrus spielte. Das bayerische Volksstück handelt von einem Tegernseer Büchsenmacher, der den Tod überlistet und ihm beim Kartenspielen viele weitere Lebensjahre abspenstig macht.

Kein Schicki-Micki-Münchner: Schauspieler Jörg Hube.

(Foto: Foto: dpa)

Es sollte eine seiner letzten Rollen sein: In der Nacht zum Freitag starb der Münchner Schauspieler, Kabarettist und Regisseur in München.

Jörg Hube wurde am 22. November 1943 in Neuruppin in der Mark Brandenburg geboren. Er wuchs in Dießen am Ammersee und in München auf. Statt Abitur zu machen, wollte er sofort auf die Bühne: Er schmiss die Schule und absolvierte eine Ausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München und an der Hochschule "Mozarteum" in Salzburg.

Er spielte zunächst am Theater, ab Anfang der 1970er-Jahre arbeitete Hube auch für das Fernsehen und wurde einem breiten Publikum bekannt. Er spielte in Krimireihen wie "Tatort", "SOKO 5113", "Polizeiruf 110", "Der Alte" oder "Die Verbrechen des Professor Capellari" ebenso wie in den BR-Erfolgsserien "Café Meineid", "Monaco Franze" und "Der Schwammerlkönig". In der Fernsehserie "Die Löwengrube" spielte er die Hauptrolle.

Als Kabarettist war Jörg Hube ab 1975 mit "Herzkasperls Her- und Hinrichtung" erfolgreich. Anfangs wurde das Programm, das er zusammen mit seiner Frau Elisabeth Fall erarbeitete, im "Theater im Fraunhofer" aufgeführt. Ab 1983 hatten die Herzkasperl-Programme einen festen Platz im Spielplan der Münchner Kammerspiele.

In den letzten Jahren hat Jörg Hube nicht nur am Bayerischen Staatsschauspiel gespielt und Regie geführt (so bei "Sonny Boys" von Neil Simon), sondern auch am Münchner Volkstheater ("In der Löwengrube" von Felix Mitterer, "Geld" von Herbert Asmodi). An der Bayerischen Staatsoper spielte er den Gefängniswärter Frosch in der "Fledermaus" und den Samiel in "Der Freischütz". An der Bayerischen Theaterakademie August Everding spielte er im Hof der Alten Münze den Dorfrichter Adam in einer bayerischen Fassung von Kleists "Zerbrochnem Krug".

Dem Kinopublikum präsentierte sich Hube unter anderem im Oscar-nominierten Drama "Sophie Scholl - Die letzten Tage", in dem er den Vater der Widerstandskämpferin spielte. 1991 bis 1993 war er Direktor der Otto-Falckenberg-Schule.

Für sein Wirken wurde Hube mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, der Ludwig-Thoma-Medaille, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Kabarett-Preis. Erst kürzlich, Anfang Mai 2009, war er bei der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk aufgezeichnet worden. In seiner Ansprache erinnerte er sich an seinen ersten Auftritt in der Lach- und Schießgesellschaft im Jahr 1975: "Eine Katastrophe. Mit einem blunzenroten Kopf saß ich in der Pause, bis Dieter Hildebrand und Werner Schneyder mich überredeten, doch weiterzuspielen."

Der Schauspieler, der die Welt des Schicken und Erfolgreichen mied, lebte in München. Er starb im Alter von 65 Jahren.