Dann die Geburtenzahlen. Schon die Türkei selbst wird geradezu gequält von rückläufigen Geburtenraten. Seit Mitte der achtziger Jahre fallen sie unaufhaltsam. Türkische Frauen in der Türkei bringen heute im Durchschnitt 2,1 Kinder zur Welt, das ist kaum noch mehr als in Frankreich (2,01 Kinder). Zwar gibt diese Zahl nicht das Gefälle wieder zwischen den türkischen Städten, deren Geburtenraten zunehmend denen unserer Städte ähneln, und der tiefen anatolischen Provinz, wo die Frauen nach wie vor viel mehr Kinder bekommen. Doch der Trend ist eindeutig, mit dem Zug nach Westen sinkt die Kinderzahl. Die "Population Division" der UN meldet übrigens für Pakistan, Ägypten und Iran denselben Trend.
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Noch wichtiger aber sind die Zahlen für die Musliminnen hierzulande, die angeblich so beängstigend viele "Kopftuchmädchen" in die deutsche Welt setzen. Nach einer Studie der Universität Rostock, über die die Welt am 11. August berichtete (vor der Sarrazin-Hysterie also), ist die Lage eindeutig: "Migrantinnen nähern sich bei der Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, den deutschen Frauen an. War bei Einwanderinnen der ersten Generation, die kinderlos nach Deutschland gekommen waren, jene Wahrscheinlichkeit noch zweieinhalb Mal höher als bei Deutschen, so liegt sie bei den Töchtern der Migrantinnen nur noch 1,2 Mal über dem Wert der Deutschen. Rechnet man dann noch sozioökonomische Faktoren heraus, berücksichtigt man also, dass Migrantinnen im Durchschnitt ärmer und weniger gebildet sind und dass auch Deutsche aus unteren Schichten mehr Kinder haben und früher gebären, so muss man feststellen, dass in der zweiten Generation die Herkunft als solche so gut wie bedeutungslos für das Gebärverhalten ist. Migrantinnen weisen nicht, wie oft angenommen, höhere Geburtenzahlen auf als deutsche Frauen."
Dazu passt, wie der schon erwähnte Migrationsbericht bestätigt, dass der "Ausländeranteil" an den Geburten in Deutschland von 11,9 Prozent im Jahr 1990 auf 5,0 Prozent im Jahre 2008 zurückging. Sarazzin könnte höchst erleichtert sein, nähme er diese Studien und Berichte wahr. Aber er macht das Gegenteil, er türkt Zahlen.
An einer Stelle seines Buches verweist er (zugunsten seiner Verdummungsthese) darauf, "dass der Anteil der kinderlosen Universitätsabsolventinnen die Vierzig-Prozent-Marke übersteigt" und belegt dies mit einem Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Geht man der Sache nach, erfährt man beim DIW, dass deutsche Akademikerinnen zu 23,9 Prozent kinderlos sind.
Ähnliches gilt für die Bildungssituation der Türken. Schlecht wie sie unbestreitbar ist, so ist dennoch der Wunsch vieler türkischer Familien, aufzusteigen und ihren Kindern eine bessere Ausbildung zu verschaffen, größer als bei vergleichbaren deutschen Unterschichtsfamilien: "Bei gleicher Leistung und ähnlichem sozialem Hintergrund", schreibt ebenfalls die Welt am 23. August, "wechseln türkische Kinder häufiger auf die Realschule oder das Gymnasium als deutsche Kinder. Der Bildungsanspruch in türkischen Familien sei höher als in deutschen, fand Jörg Dollmann vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung heraus."
So geht es weiter, vor allem auch bei den behaupteten Kosten der Immigranten für den deutschen Staat. Sarrazin und die meisten, die das System der staatlichen Transferleistungen kritisch betrachten, betonen zwar zu Recht den problematischen Effekt der sozialen und mentalen Abhängigkeit, den jede dauerhafte Alimentation verursacht. Doch für die Kosten/Nutzen-Rechnung (problematisch wie diese ohnehin für ein aufgeklärtes Staatsverständnis ist) nehmen sie unvernünftigerweise allein den Fiskus, nicht aber die gesamte Volkswirtschaft in den Blick.
Abgesehen davon beruhen schon die fiskalischen Rechnungen meist auf langfristigen Annahmen, die eine ungünstige Prognose unterstellen - schließlich muss man, um in die Bilanz auch die Rentenanwartschaften der Eingewanderten einbeziehen zu können, weit in die Zukunft bis ins künftige Rentenalter der heute überwiegend jüngeren Migrationsgruppen vorausschauen. Da ist viel Spielraum für vorauseilenden Pessimismus, zumal dann, wenn man keine konstruktiven politischen Programme einkalkuliert, die die Immigranten wirtschaftlich erfolgreicher aktivieren. Bei der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung aber scheinen die Immigranten, geht man nach vorliegenden Studien, ohnehin unterm Strich einen positiven Beitrag zu leisten.
Wenn all diese Fakten und Forschungsergebnisse nicht zur Kenntnis genommen werden, heißt dies wohl: Man will sich ängstigen, koste es auch die Wahrheit. Warum auf die angebliche Verdummung durch die Einwanderer warten, wenn man sie selbst besorgen kann?
Über die Motive der Verdrängung der Wahrheit wäre also zu diskutieren. Jedes Land scheint seine eigenen Gründe zu haben. Für die Deutschen mag ein Zitat des französischen Demographen Emmanuel Todd aus einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. Januar 2001 hinreichen:
"Die Deutschen sind ein polares Volk. Sie fabrizieren und hysterisieren Unterschiede und halten sie dann nicht aus. Man könnte ein ganzes Buch über diese Polarität in der deutschen Geschichte schreiben. Die deutsche Gesellschaft war immer vom Konflikt zweier einander widersprechender Sehnsüchte geprägt: einer gewaltsamen Sehnsucht nach Fragmentierung und einer gewaltsamen Sehnsucht nach Einheit."
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(SZ vom 10.09.2010/rus)
Brasiliens Präsidentin Roussef
traut sich eigentlich niemand, zwischen kriminellen und das Gemeinwohl schädigenden Migranten und dem "normalen" Zuwanderer zu unterscheiden und Konsequenzen daraus zu ziehen?
Ich finde Zuwanderung gut und richtig. Dennoch bin ich dafür, manch einen Menschen, der sich hierzulande aufhält und keinen deutschen Pass besitzt, in das Land seiner Staatsangehörigkeit zu schicken - und es nicht wahllos jedem zu erlauben, in diesem Land seinen Wohnsitz zu nehmen.
Ich wünsche mir in unserem Land Nachbarn jeder Haut-, Haar- und Augenfarbe. Menschen, deren Vorfahren aus alle Herren Länder kommen, Menschen, die selber die verschiedensten Winkel der Welt gesehen und dort auch gelebt haben.
Ich wünsche mir Nachbarn, die mit eigener legaler Arbeit sich und ihre Familie ernähren, die ihre Kinder in die Schule und den Sportverein schicken. Nachbarn, die Deutsch sprechen und gerne in dem Land zwischen Rhein und Oder, Nordsee und Alpen leben. Nachbarn, die meine Religion akzeptieren und ihre innerhalb des demokratischen Rahmens leben. Ich freue mich auf gemeinsame Schul- oder Kindergartenfeste, auf die andere Musik oder Esskultur, die unser Leben bereichert.
Was ich mir nicht wünsche sind Nachbarn, denen ich die Miete zahlen muss, weil sie nicht arbeiten wollen, deren Kinder die meinen zum Schuleschwänzen animieren oder sie als Christen und Deutsche verhöhnen und bedrohen. Ich mag auch keine Nachbarn, die von Straftaten leben oder mit ihren Kindern gemeinsam bettelnd in der Innenstadt hocken. Ich will nicht hören, dass mein Kind eine deutsche Schlampe ist. Und ich mag auch im Kindergarten nicht gesagt bekommen, dass man kein Schweinefleisch mehr anbieten kann - denn manche Kinder dürfen das ja nicht essen.
Und ich verstehe nicht, warum unsere Behörden nicht viel vehementer die jugendlichen Intensivtäter, die kriminellen Familienclans, die Sozialhilfebezieher und Integrationsfeindlichen Imane ohne deutschen Pass ausweisen. Gesetze dafür gibt es. Wendet sie doch bitte endlich an. Versteht mich nicht falsch - ich kann differenzieren zwischen Ausländer und Ausländer. Für mich sind nicht alle gleich!
attestiert eine negative Wanderungsbilanz: 40.000 Rückkehrer, denen "nur" 30.000 Zuzügler gegennüberstehen.
Der reine Quantitavismus dieser 'Zahlen verführt zu einem Halleluja auf dem verkehrten Fuß: Wer wegzieht, ist die Intelligenz (hochqualiffiziert durch das deutsche Bilkdungs- und Ausbildungssystem), wer kommt sind dieselben wie zuvor: die armen und beruflich nicht oder wenig--qualifizierten Verwandten der hier in Deutschland verbliebenen Minderqualifizierten.
M.a.W.: die Lage war noch nie so ernst und es wird täglich noch viel schlimmer als es Sarrazin dargestellt hat, denn dieser Aspekt (Repatriierung der Intelligenz und Surrogat durch Nicht-Intelligenz) wird in seinem Buch gar nicht erwähnt.
Überflüssig zu erwähnen, daß Herr Zielcke in seinem vorauseilendem Optimismus die selektive Wahrnehmungen der negativen Wanderungsbilanz für seine pc-Gutmenschentums-Migrations-Analyse verwendet und in seinem Sinne interpretiert. Und damit auf auf Sarrazin und seine Fans völlig unqualifiziert einschlägt.
"Dazu passt, wie der schon erwähnte Migrationsbericht bestätigt, dass der "Ausländeranteil" an den Geburten in Deutschland von 11,9 Prozent im Jahr 1990 auf 5,0 Prozent im Jahre 2008 zurückging."
Das ist nicht redlich! Durch das neue Staatsbürgerschaft gibt es immer weniger Ausländergeburten. Aber eben nur auf dem Papier. Der Migrantenanteil an den Neugeboren hat schon deutlich die 30% überstiegen!
Daher ist der folgende Schluss...
"Sarazzin könnte höchst erleichtert sein, nähme er diese Studien und Berichte wahr. Aber er macht das Gegenteil, er türkt Zahlen."
...reiner Zynismus.
Zielcke schreibt: "Bei der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung aber scheinen die Immigranten, geht man nach vorliegenden Studien, ohnehin unterm Strich einen positiven Beitrag zu leisten." Es gibt hingegen keine Gesamtstudie, die die sozialen und wirtschaftlichen Kosten der Migration beziffert.
Die Generationenbilanz der "Stiftung Marktwirtschaft" unter Leitung von Prof. Raffelhüschen bezieht in die Staatsverschuldung auch die Ansprüche an die Sozialsysteme und die Pensionslasten mit ein und kommt so auf 4 Billionen Euro Staatsverschuldung.
Die WELT schrieb: "Wenn man in die Berechnungen die Auswirkung der Zuwanderung einbezieht, verdüstert sich das Bild noch weiter. Weil die Ausländer im Durchschnitt geringere Qualifikationen als die Deutschen haben, zahlen sie in ihrer aktiven Phase zwischen 20 und 60 Jahren deutlich weniger an Steuern und Abgaben. Dies führt dazu, dass über den gesamter Lebenszeitraum betrachtet, Ausländer weniger an den Staat zahlen, als sie an Leistungen erhalten. In jungen Jahren und im Alter bekommen Deutsche und Migranten nahezu die gleichen Leistungen vom Staat.
Unter dem Strich vergrößert die Zuwanderung so die Nachhaltigkeitslücke um rund eine Billion Euro auf 5,2 Billionen Euro oder 225 Prozent des BIP. Noch gravierender wird das Problem, wenn Zuwanderer auch in der zweiten Generation nicht das durchschnittliche Qualifikationsniveau der deutschen Bevölkerung erreichen." http://www.welt.de/welt_print/article2201517/Staat_muesste_vier_Billionen_Euro_fuer_die_Zukunft_zuruecklegen.html
Einen Hinweis auf die gegenwärtige Situation gibt auch Mitteilung des Presseamts der Bundesregierung zum Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9.2.2010:"Im Schnitt sind rund 40 Prozent der Hartz IV-Empfänger Migranten." http://www.bundesregierung.de/nn_56546/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2010/02/2010-02-09-ib-regelsatz-hartz-iv.html .
@Leo Naphta
Mit Fakten dringen Sie da nicht durch. Die mit Ideologie durchseuchte Wirklichkeitsresistenz schafft einen stärkeren Käfig als jedes Zoogehege. Die Wirklichkeit wird, wenn wie so oft nicht ideologiekonform, runterempört, relativiert und vernebelt bis zur Grasnabe.
Man hält dann im selben Atemzug Sarrazin Simplifizierung von Fakten vor und arbeitet selbst mit einem Stereotypen- und Reizorchester der billigsten Art. Die größte Sorge der Grünen wird wohl derzeit sein, wie man die Aufstellung von realitätsnahen Statistiken verhindert, die aber Migrationskritikern Munition liefern könnten. Alles mit einem IQ unter 85 zählt dort wohl ohnehin zum idealen Wählerpotential der Zukunft.
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