Saturday Night Fever: Bisher war Thomas Gottschalk der unangetastete König der Samstagabend-Unterhaltung. Doch nun geht Stefan Raab auf Konfrontationskurs.
Über das, was ein erfolgreicher Fernsehabend am Samstag sein soll, machen sich die Sendermanager unterschiedliche Gedanken. Private TV-Unternehmen gehen mit regelmäßig veränderten Produktlinien bei gleichem Zielgruppenanspruch (jung!) an die Programmierung und wechseln zwischen Blockbuster (Pro Sieben), Comedy&Komödie (Sat1) und Show (RTL).
(© Foto: ddp)
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Öffentlich-rechtliche Fachkräfte versuchen vor allem, das Bekannte zu bewahren (alt!). Nichts wird im deutschen Unterhaltungsfernsehen so sehr bewahrt wie die ZDF-Veranstaltung Wetten, dass...?
Am Wochenende tritt Thomas Gottschalk zur 168. Folge in Freiburg an. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es hinterher ein paar Einlassungen zum Couchgast John Travolta geben, weil der amerikanische Schauspieler Scientologe ist.
Im Ablaufplan steht auch eine musikalische Darbietung des ehemaligen Spice Girls Mel C, weshalb sie Gottschalk oder umgekehrt zur Verabschiedung küssen oder anderweitig berühren sollte, was dann wiederum der eine oder andere unsittlich finden kann, wie man zuletzt erfahren durfte. Am Ende wird Gottschalk wie immer mehr oder weniger 13 Millionen Menschen zusammenführen, ein paar Millionen davon in einem für die Konsumgüterindustrie begehrlichen Alter zwischen 14 und 49 Jahren.
Vielleicht werden es an diesem Samstag doch keine 13 Millionen. Erstmals setzt RTL inszenierte Event-Formate direkt gegen den ZDF-Oldie: zunächst von 20.15 Uhr an die Casting Show Deutschland sucht den Superstar (DSDS), anschließend den Boxkampf von Henry Maske gegen Virgil Hill.
Raab sucht die Konfrontation
Noch nie wurde die Live-Show Wetten, dass...? von anderen ernst zu nehmenden Live-Projekten angegriffen. DSDS hatte zuletzt immer mehr als sechs Millionen Zuschauer, durchschnittlich. Zwar plazierten die ARD-Lenker einst die Fernseh-Erstausstrahlung von Pretty Woman gegen Gottschalk sowie diverse Generationen James Bond.
Doch geblieben sind davon die Anekdoten des Siegers Gottschalk. Eine geht so. Als man ihm sagte, dass er gegen Pretty Woman kämpfe, rief Gottschalk den damaligen WDR-Intendanten Friedrich Nowottny an. Nowottny beruhigte den noch fast jugendlichen Entertainer: Machen Sie eine gute Sendung! "Wer gegen Richard Gere gewinnt", sagt Gottschalk, 56, "muss sich nicht fürchten".
Während RTL auf kurzem Dienstweg informierte - angeblich soll es ein Gespräch zwischen RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt und ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut gegeben haben -, dass die Kombination Maske und DSDS eher zufällig entstanden sei und keineswegs die generelle Absicht bestehe, Kampfprogrammierungen gegen Wetten, dass...? zu entwickeln, ist Stefan Raab im Saturday Night Fever.
Der Pro-Sieben-Mann fürs Grobe (TV Total) kündigte an, mit seiner Unterhaltungsplattform Schlag den Raab auf Konfrontation mit Gottschalk und Wetten, dass...? gehen zu wollen, denn es sei einfach an der Zeit. Am Freitag mutet sich Raab, der begabte Musikproduzent und Formaterfinder, zunächst die Konfrontation mit Box-Weltmeisterin Regina Halmich zu. "Als Platzhirsch", findet Gottschalk jetzt, "steht es mir nicht zu, auch noch Schonzeit zu beantragen. Das ist nichts, was ich jemals gefordert habe."
Aufbegehren ist gewissermaßen Raabs Alleinstellungsmerkmal, außerdem ist tatsächlich auffällig, wie wenig Konkurrenzdruck Wetten, dass...? in den zurückliegenden 25 Jahren auszuhalten hatte. Thomas Gottschalk ist möglicherweise deshalb gelassen, weil eine ARD/ZDF-interne Studie, die die Persönlichkeitswerte der herausragenden Sendermitarbeiter untersuchte, ihn als beliebt bei Jung und Alt mit Betonung auf Jung ausgewiesen haben soll. "Ich schaue mir ja an, was die anderen machen", sagt er, "als Moderator habe ich keine Angst und schlag' den Raab." Wenn daraus mal keine Sendung wird.
(SZ vom 28.3.2007)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Warum so ernst nehmen , man hat ja eine Fernbedienung zum wegschalten und ein gutes Buch sollte man immer als Alternative zur Hand haben .
Dass Franziska nicht weitergekommen ist wundert einen vielleicht , andererseits gibt es solche Stimmen besser und massenhaft in der Musikgeschichte .Mein Favorit ist weitergekommen , das freut mich .Als die Sendung durch Madame Mallorca schmerzte habe ich einfach ausgemacht .
Anschließend kam dann der Boxkampf und ich hörte aus dem oberen Stockwerk den Endstand , mir war das egal ob Maske mit 43 noch mal um 1,5 Millionen reicher wurde , habe mal kurz geguckt , was er zu sagen hatte und dachte nur , der wirkt irgendwie gedopt .Vielleicht war er ja nur aufgekratzt , ich schlief einfach weiter , Gott sei Dank , kann ich immer schlafen , wenn ich den Eindruck habe , es gibt nichts , was ich nicht schon mal gesehen hätte .
Zumindest vor RTL dürfte kaum jemand Angst haben müssen. Wer durch seine Show-Konzeption eine Künstlerin wie Francisca Urio, deretwegen auch ein Thomas Quasthoff die Sendung gern guckt, in den Orkus jagt, nachdem der Hauptjuror "Dieter der Bohlen" genau dies fünf Minuten vorher noch für einen April-Scherz erklärt, den braucht nicht einmal das ZDF mit welchem Kukident-Moderator auch immer zu fürchten.
den Raab zu schlagen.
(An dieser Stelle meine herzlichsten Glückwünsche an Regina Halmich - hoffentlich ist es diesmal nicht nur das Nasenbein des Metzgers...)