Sam Vance-Law im Interview "Es gibt keinen spezifisch schwulen Sound"

"Die meisten queeren Popsongs gibt es nur in zwei Varianten", meint Sam Vance-Law.

(Foto: J. Konrad Schmidt)

Der kanadische Popstar und Wahl-Berliner Sam Vance-Law hat mit "Homotopia" ein Album voller kleiner Manifeste über das Schwulsein geschrieben. Ein Gespräch über sexuelle Normen, Klischees und Humor.

Interview von Annett Scheffel

Damit gar nicht erst Verwirrung darüber entsteht, worum es auf seinem Debütalbum geht, hat Sam Vance-Law es "Homotopia" (Caroline) genannt: Die zehn Kammerpop-Songs darauf sind Mini-Manifeste über das Schwulsein im Jahr 2018 - amüsant, direkt, pointiert, selbstironisch. In beschwingter Bariton-Erzählstimme arbeitet sich der kanadische Musiker an einem Klischee nach dem anderen ab: narzisstische Spieglungen, nächtliche Geilheit, Homo-Ehe. Zeit für eine Bestandsaufnahme der schwulen Popmusik der Gegenwart.

SZ: Mr. Vance-Law, für lange Zeit war die heterosexuelle Liebe das Kerngeschäft der Popmusik. ...