Russische FarbfotografienUnheimlich nah

Wenn man die Farbfotos des Russen Sergei Prokudin-Gorski aus den Jahren 1905-1915 anschaut, bekommt man nicht nur einen seltenen Blick in das zerfallende Zarenreich - die Bilder verblüffen, weil sie den optischen Zeitsprung in die Gegenwart ignorieren.

Wenn man die Farbfotos des Russen Sergei Prokudin-Gorski aus den Jahren 1905-1915 anschaut, bekommt man nicht nur einen seltenen Blick in das zerfallende Zarenreich - die Bilder verblüffen, weil sie den optischen Zeitsprung in die Gegenwart ignorieren. Von Tim Neshitov.

Würde man heute einen begabten Fotografen losschicken und zehn Jahre lang Russland von Wladiwostok bis Pskow ablichten lassen, die Gesichter, die Häuser, die Kirchen, dann käme ein interessanter Bildband dabei heraus. Erstens weil heute kaum ein Fotograf zehn Jahre lang am Stück ein Land bereist. Zweitens weil Russland immer noch ein sehr großes Land ist mit einer Vielfalt an Gesichtern und Geschichten, die verblüfft.

25. Januar 2013, 09:592013-01-25 09:59:55 © SZ vom 25.01.2013/cag