Wegen "entwürdigender Behandlung" der DSDS-Kandidaten will die Kommission für Jugendmedienschutz eine Strafe gegen RTL durchsetzen.
Die deutschen Jugendschützer wollen gegen RTL ein Bußgeld in Höhe von 100.000 Euro durchsetzen. Nach Ansicht der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat der Sender in den ersten vier Ausgaben seiner Show "Deutschland sucht den Superstar" gegen die Jugendschutzbestimmungen verstoßen, weil "aufgrund der Inszenierung durch RTL eine Entwicklungsbeeinträchtigung von Kindern unter zwölf Jahren vorliegt", wie die KJM am Dienstag nach ihrer Sitzung in München mitteilte.
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Zu flapsig, zu indiskret: Dieter Bohlen bei DSDS. (© Foto: AP)
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In der Öffentlichkeit war häufiger Jury-Mitglied Dieter Bohlen wegen seiner flapsigen Umgangsformen mit den Kandidaten kritisiert worden. Ein Bußgeld kann aber erst nach einer Anhörung des Senders verhängt werden. Neben dem herabwertenden Verhalten der Jury problematisierte die KJM auch die redaktionelle Gestaltung der Casting-Auftritte durch RTL, die "die Kandidaten gezielt lächerlich machte und damit dem Spott eines Millionenpublikums aussetzte", wie es in der Mitteilung hieß.
Dies geschehe zum Großteil durch die Einblendung von Untertiteln und Animationen durch die Redaktion. "Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten Staffel als Normalität dargestellt", sagte KJM-Vorsitzender Wolf-Dieter Ring. "So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die den Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegenwirken und eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben."
Die KJM rügte den Sender außerdem, weil er "trotz wiederholter Aufforderungen der KJM anlässlich des Prüfverfahrens zur 4. Staffel von "DSDS" im Jahr 2007 unterlassen hat, das Format vor Ausstrahlung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen zur Prüfung vorzulegen", wie es hieß. "Nur bei einer vorherigen Prüfung kann eine Selbstkontrolle ihre präventive Wirkung entfalten."
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(sueddeutsche.de/dpa/kur)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Da haben Sie wohl recht, das Nachmittagsprogramm der meisten Sender ist genauso unter der Gürtellinie wie das Abendprogramm, ebenso fragwürdig sind viele Jugendzeitschriften, die zielgruppengerichtete Werbung die auf psychologisch subtile Weise die Bemühungen der Eltern durch das "nagging" (deutsch: Quengeln) ihrer Kinder in die Knie zwingen will, um schon die Kleinen zu fleißigen Konsumenten abzurichten, und so weiter - ja, die Liste ist lang. Und eben weil die Zielgruppe zahlenmäßig so stark ist, aber eben auch noch so leicht beeinflussbar, freue ich mich über die Initiative der Jugendschützer, den profitgierigen Machern mal auf die Finger zu klopfen! Letzendlich sind wir alle mitverantwortlich, die den Mist dulden und uns nicht dagegen wehren, und gerade für die Eltern als Interessengruppe ohne Lobby ist es sehr, sehr schwer, jeden Tag wieder diesen Kampf auszufechten.
Selbst wenn ich als Elternteil keinen Fernseher habe - dann gucken die Kids eben bei ihren Freunden, die ab einem gewissen Alter sowieso mehr Einfluss haben als die Eltern selber (und daran sind nicht die Eltern schuld). Da kann ich meine Kinder aufklären soviel ich will - wenn ihnen der Rest der Welt, der sich mit steigendem Alter zunehmend außerhalb der Familie abspielt, ständig das Gegenteil propagiert, kann ich dagegen real nicht viel unternehmen, es sei denn wir kehren zu Bismarcks Zeiten und den entsprechenden super-autoritären, willensbrechenden Erziehungsformen zurück. Das kann's ja wohl nicht sein, oder?
Ja, die Sehnsucht nach Wohlstand und Anerkennung ist groß. Fragt sich bloß, warum? Wir ALLE als Gesamtgesellschaft - Medien, Politik, Eltern, jeder normale Bürger - sind dafür verantwortlich, entsprechend sensibel damit umzugehen und jungen Menschen nachhaltige Werte und nachahmenswertes Verhalten zu vermitteln, anstatt ihnen dann auch noch so einen, wie Peter.49 zutreffend sagt, charakterdeformierenden Müll reinzudrücken. Einen einzelnen Teil der oben genannten Akteure für alles verantwortlich zu machen, ist immer der leicht durchschaubare Versuch einer oder mehrerer Gruppen, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Auf andere kann man eben immer schön mit dem Finger zeigen, bei sich selbst anfangen ist dagegen ziemlich schwer, vor allem wenn es um Profit geht.
Sie lernen auch von vorbildhaftem Verhalten. Wenn die von ihnen bewunderten, ob sie jetzt Dieter Bohlen oder Nina Hagen heißen oder sonstwie, ihnen vorleben, dass es sich auszahlt, gemein, sadistisch, intollerant oder gnadenlos zu sein, dass man mit solchem Verhalten reich und berühmt wird, Macht hat und ständig im Fernsehn über andere bestimmen darf, welcher Jugendliche möchte das dann nicht auch erreichen. Die Verhaltensweisen sind ja schnell abgeschaut und erlernt. Man muss sich nur umschauen, dann sieht man sie. Empathie und Anstand sind inzwischen eindeutige Eigenschaften von Verlierertypen, (Losern und Weicheiern) die nix drauf haben.
Und, nicht zu vergessen, diese Sendungen sind für Jugendliche gemacht! Für Jugendliche völlig ungeeignet, da charakterdeformierend, aber mit Jugendlichen als Zielgruppe.
Ich bin im Übrigen für mehr Staat schon bei der Vorschulerziehung und überall dort, wo sich der unsrige aus der Verantwortung verabschiedet hat.
es geht eben nicht um Kontrolle. Es geht darum, Kindern beizubringen zu unterscheiden.
Das Beispiel Alkohol ist ziemlich unzutreffend und hat eher Totschlagscharakter.
Wenn Sie Ihre Kinder nicht aufklären über das, was im Fernsehen läuft oder was im Internet zu sehen ist, dann handeln Sie und nicht der Staat fahrlässig.
Als die Fernsehwerbung bunter und mehr wurde ging es auch darum den Kindern den Untesrschied zwischen Werbung und Realität zu erklären. Erinnern Sie sich mal an Sendungen wie "Der heiße Stuhl" und dergleichen. Abgeschafft und verboten? Schauen Sie sich die vor- und nachmittäglichen talkshows an. Überall Jugendliche, welche sich sogar gegenseitig beleidigen dürfen unter dem Beifall Gleuichaltriger (Schulhofjargon). Da ist Bohlen ein Waisenknabe gegen. Der Mist läuft mittlerweile mehr als 10 Jahre. Bei Bohlen wird sich daran gestört, dass es eben zu besten Sendezeit läuft. Diese ganze Erregung ist heuchlerisch. Sie hat auch überhaupt nichts mit der Gewalt von Jugendlichen zu tun. Das Alkoholproblem hat doch auchnichts mit Bohlen zu tun.
Es sollte Sie vielmehr bendklich stimmen, dass mehr als 100.00 Jugendliche in diese Show wollen. Da muss die Sehnsucht nach Wohlstand und Anerkennung schon sehr groß sein.
Beim fernsehen ist wei bei den meisten vermeintlichen Computerviren. Der Virus sitz davor und nicht darin.
Ich komme nochmal auf meinen Vergleich mit dem Alkoholkonsum zurück: Die gesetzliche Regelung, keinen Alk an Jugendliche unter 18 zu verkaufen, stellen Sie doch auch nicht in Frage oder stellen sie als staatliche Gängelung des freien Menschen dar. Dabei ist der schädigende Einfluss von bestimmten Medien kein Märchen, sondern längst psychologische Binsenweisheit, auch wenn Medien sicherlich subtiler und mittelbarer schädigen als beispielsweise körperlich schädigende Drogen.
Zwischen Verantwortung und Zensur liegt noch ein Unterschied. Wenn in Modelsendungen gesundheitsgefährdender Mager-Wahn propagiert wird, sowie bei DSDS und Konsorten demütigendes und erniedrigendes Verhalten, das in keinem Zusammenhang mehr als verantwortungsbewusst bezeichnet werden kann, dann hat es nichts mit Zensur zu tun, den Machern dieser Formate mal auf die Finger zu klopfen. Wenn ich auf der Straße jemanden beleidige, dann hat das auch nichts mehr mit meinem Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun sondern ist schlicht und ergreifend unter der Gürtellinie und gehört da nicht hin; als zivilisierter und verantwortungsbewusster Mensch kann ich sachlich argumentieren und verkneife mir ein gewisses Niveau und bin deswegen noch lange nicht selbst- oder fremdzensiert, oder?
Ich bin, anders als von Ihnen behauptet, keinesfalls der Meinung, dass sich der Staat - als Bestandteil unserer Gesellschaft - nicht in die Kindererziehung einzumischen hat, die vielen Eltern mehr und mehr entgleitet. Anders übrigens als in totalitären Regimen, wie etwa dem DDR-Regime, geht es dabei nicht um Repression oder Überwachungswahn, sondern um das Wohl der Betreffenden und um die Unterstützung der Eltern. Es kommt eben darauf an, wie man die Sache gestaltet - und mit der staatlichen Aufsicht über die Medien verhält es sich genauso: Nicht die Aufsicht an sich ist zu hinterfragen, sondern die Motivation dahinter und die entsprechende Ausführung. Geht es darum, irgendwelche Ideologien zu propagieren oder darum, die Menschenwürde zu beschützen?
Dass die Eltern ja das Surfverhalten sowie den Fernsehkonsum der Kinder kontrollieren könnten, spricht wieder mal von Ihrer Realitätsferne. Es wäre weder realistisch noch angemessen (von der Fragwürdigkeit des pädagogischen Nutzens ganz abgesehen), von Eltern zu erwarten, ihre Heranwachsenden rund um die Uhr zu kontro
geht es um Kindergärten und Kinderkrippen, so soll sich der Staat raushalten. Es sind ja die Kinder der Eltern, nicht die des Staates. Beim Fernsehen, ist es anders herum. Da soll es der Staat richten. Das man um- und ausschalten kann muss der Staat wohl nicht erklären. Für so schlau halten sich dann alle.
Sie, die hier die Behörde fordern, sind eben gerade Bestandteil des Internets. In eben diesem gibt es fast gar keine Kontrolle. Fordert jemand von Ihnen die Zensierung des Internets? Ich erinnere an den Widerstand gegen die Ladenöffnungszeiten des Forums. Im Internet sind die "Gefahren" wesentlich höher für Kinder und Jugendliche. Jeder halbwegs verantwortungsvolle Elternteil wir deshalb ein Auge auf das Surfverhalten der Kinder haben und mit ihnen darüber sprechen. Warum gilt das nicht für das Fernsehen?????
Ich komme aus der DDR und habe mit zensiertem Fernsehn sehr schlechte Erefahrungen.
Damals gab es auch eine Kommission welche Zeugnisse verteilte, um als Rockmusiker anerkannt zu werden. Nicht lachen, das war tatsächlich so.
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