RTL: "Erwachsen auf Probe" Von der Leyen will Sendung stoppen

Kinder als Stressfaktoren ohne eigene Rechte - so würden Kinder in der RTL-Sendung dargestellt, kritisiert die Familienministerin.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will nach einem Spiegel-Bericht die Ausstrahlung der RTL-Reihe "Erwachsen auf Probe" verhindern. Die geplante Serie, in der Babys an Teenager mit Kinderwunsch ausgeliehen werden, müsse gestoppt oder gründlich überarbeitet werden, sagte die Ministerin dem Nachrichtenmagazin.

"Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist mit den Kindern? Wo bleiben deren Rechte?", zitiert der Spiegel die Ministerin. Die erste Ausstrahlung ist für den 3. Juni geplant.

Tom Sänger, Unterhaltungschef des Privatsenders, hatte die Sendung mit dem Argument verteidigt, RTL wolle die steigende Anzahl von Teenagerschwangerschaften in Deutschland problematisieren. Deshalb habe man das erfolgreiche Format aus Großbritannien übernommen.

"Teenagerschwangerschaften sind ein ernstzunehmendes Thema und in Großbritannien ein echtes Problem", entgegnete die Ministerin. "In Deutschland ist die Zahl im Gegensatz dazu aber sehr niedrig. Die jahrelange Aufklärungsarbeit in den Schulen zahlt sich aus."

Es sei überzogen, dass sich RTL das pädagogische Feigenblatt umhänge, sagte von der Leyen. Sie kritisierte zudem, dass die Sendung auf Negativdarstellung und Effekthascherei setze. "Dem Zuschauer wird suggeriert: Der Alltag mit Kleinkindern ist Stress pur, bedeutet Konfrontation, schürt Konflikte."

(sueddeutsche.de/dpa/bilu)