SZ: Wenn die Konjunktur auf dem Werbemarkt 2010 anzieht, wird dann mehr Geld ins Programm investiert?
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Schäferkordt: Wir erfüllen die Zuschauerwünsche im Moment sehr gut mit den vorhandenen Budgets. Sollte das so bleiben, gibt es keinen Grund, automatisch mehr dafür auszugeben. Thema Zukunft bedeutet: Thema Internet. Machen Sie mit Ihren Online-Angeboten gute Erfahrungen?
Schäferkordt: Das Internet ist für uns ein weiterer Weg, unsere Inhalte zum Zuschauer zu bringen: zu jeder Zeit und an jeden Ort. Allerdings tue ich mich schwer mit der Aussage, das Internet überhole derzeit mal wieder das Fernsehen. Wir müssen bei der Internetnutzung unterscheiden, ob jemand E-Mails schreibt oder tatsächlich Medien-Inhalte nutzt. Wir warten leider noch immer auf die Messung, die die echte Mediennutzung über alle Plattformen hinweg erfasst und ausweist. Bewegtbildinhalte in guter Qualität sind heute ein Treiber des Wachstums im Internet. Wenn man die Hitlisten der Videoplattformen durchgeht, sieht man, dass es oftmals Fernsehinhalte sind, die geschaut werden.
SZ: Wie viel setzen die Spartenkanäle der Mediengruppe RTL Deutschland um und wie viel die Online-Portale?
Schäferkordt: Pay-TV ist für uns ein junges Geschäftsmodell, das wir seit 2006 mit den Kanälen RTL Living, Passion und RTL Crime betreiben. Wir schreiben schwarze Zahlen. Außerdem sind wir bei RTL now und Vox now mit ständig steigender Nutzung im Bereich Video on demand gut unterwegs. RTL now hatte im September mit über zwölf Millionen Abrufen einen neuen Bestwert. Das Interesse der Werbewirtschaft steigt, weil sie Bewegtbildwerbung in einem Qualitätsumfeld bekommen kann.
SZ: Hulu.com, das Online-Streaming-Angebot, das von den amerikanischen Privatsendern getragen wird, ist unheimlich erfolgreich. Erzfeinde vereinigten sich, um gemeinsam im Internet stark aufzutreten. Ist so ein Projekt auch in Deutschland denkbar?
Schäferkordt: In Deutschland war die Entwicklung eine andere, jeder hat seine eigene Videoplattform entwickelt. Für uns zählt die eigene Programmmarke und auch die Sendermarke, die über dem Ganzen steht. Wo RTL draufsteht, soll RTL drin sein. Auch unsere Werbung wollen wir selbst vermarkten. Uns geht es nicht nur darum, Inhalte möglichst weit zu verbreiten, wir müssen auch die Kontrolle behalten: ob beim Signalschutz oder der Vermarktung.
SZ: Das ZDF hat seinen digitalen Jugendkanal Neo mit einer Zielgruppenvorgabe 25 bis 49 gestartet. Ist das eine Konkurrenz für RTL?
Schäferkordt: Ich habe ja schon gehört, dass wir in Deutschland demografische Probleme haben und die Bevölkerung immer älter wird. Aber dass mit den 25 bis 49-Jährigen jetzt die Mitte der Gesellschaft schon eine Randzielgruppe ist und damit ein Nischenfernsehen rechtfertigt, ist mir neu. Und wenn Neo laut Eigenbeschreibung "mutiges" und "intelligentes" Programm machen will, was sendet dann eigentlich noch das ZDF? Es ist der Lackmustest der Öffentlich-Rechtlichen: Was können sie politisch durchsetzen, mit welchen Versprechen können sie diesen Kanal, der als Dokumentationskanal gestartet wurde, in ZDF Neo umwandeln, und inwieweit bekommen sie die Freiheit, zu senden, was ihnen gefällt. Selbst wenn es aussieht, wie das Programm von Privaten, nur ohne Nachrichten - ich frage mich: Wie groß muss das Öffentlich-Rechtliche in Deutschland noch werden, während Private selbst in Krisen wie diesen überreguliert bleiben? Wann wird die Politik beginnen, die Vielfalt zu schützen, um die uns andere beneiden?
SZ: Die Politik mischt sich gerade in die Personalpolitik beim ZDF ein.
Schäferkordt: Sie sollte sich besser endlich um faire Rahmenbedingungen im dualen System Gedanken machen. Braucht es wirklich 23 Kanäle, um einem öffentlich-rechtlichen Auftrag gerecht zu werden?
SZ: Also ist Neo eine Konkurrenz?
Schäferkordt: Na ja, wir finden dort amerikanische Serien in Erstausstrahlung oder Coaching- und Reallife-Formate. Die könnten genauso gut bei einem Privatsender laufen. Aber es geht nicht allein um einzelne Sendungen, sondern darum, dass dem ZDF etwas anderes genehmigt wurde als das angekündigte Programm von Neo.
SZ: Was ist Ihre Lieblingssendung?
Schäferkordt: Ich bin Fan von Doctor's Diary, schaue regelmäßig House oder aktuell Das Supertalent.
SZ: House und CSI werden nicht ewig laufen, Monk endet gerade in den USA: Was haben Sie denn für die Zeit danach eingekauft?
Schäferkordt: Für RTL schauen wir, was Monk langfristig ersetzen kann. Die Serien, die wir zuletzt gekauft haben, zeigen wir schon bei Vox oder werden sie dort zum Einsatz bringen, zum Beispiel Burn Notice oder Lie to me.
SZ: Haben Sie eigentlich etwas gelernt aus Erwachsen auf Probe?
Schäferkordt: Wir haben vor allem bei der Programm-Ankündigung des Formats Fehler gemacht. Aber ich hoffe, dass auch unsere Kritiker etwas gelernt haben, nämlich, dass es Sinn machen kann, sich etwas anzuschauen, bevor man es kritisiert.
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(iko)
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ich muß mich schon wundern, das einige hier sich so einen Megamüll wie "Der Vulkan" mit der Lachplatte Lauterbach überhaupt ansehen!
Bei mir findet RTL so ungefähr einmal im Monat statt. Dann nehme ich mir einen Blockbuster(irgendwas gut produziertes) auf Festplatte auf, schneide die Werbung raus und dann verschwindet der Sender für nen´ Monat in der Versenkung.
Die 100 Millionen haben die deshalb gestrichen, weil man bei manchen Sachen einfach Schreien mußte vor Scham! Wenn man das ganze Niveau bei RTL komprimieren würde, käme vielleicht eine Stunde vernünftiges Programm am Tag hinten raus.
Fr.Schäferkordt weiß das ihr Programm nur noch die Notschlachtung retten kann, aber solang der Müll Quote bringt...
Bei der Vielzahl an herrausragenden Formaten, die auch dem philosophischen Elfenbeinturm gerecht werden, wie z.B "Bauer sucht Frau", Deutschland sucht den Superstar"und "Die eintausend schönsten Hundehaufen", seid Ihr es die dem Begriff "Qualität" eine neue Dimension verliehen haben. Ghandiseidank habt ihr dies mit nie dagewesener handwerklicher Qualität bewerkstelligt und Euch einen vorderen Platz in der Halle der ewigen Volksempfängnis gesichert.
Tief geneigt, dass Ihr da seid, denn anders wär´echt schlecht!
"Auffällig ist auch, dass gerade gut gemachte, mit den besten angelsächsischen Ergebnissen durchaus vergleichbare deutsche Formate hier gerne auf unterirdischen Sendeplätzen verramscht werden - im übrigen immer mit der Begründung, sie würden "keine Quote" machen, weil es für das "normale Publikum" zu anspruchsvoll sei."
Diese Argument kann ich nicht nachvollziehen.
Nehmen wir Vulkan. Wer verlangt denn, dass die Handlungen wirklich aller Beteigiten unlogisch sind? Niemand, nicht mal der größte Kulturbanause.
Als die beiden Helden sich am Ende den Weg freischossen, um zum Vulkan zu kommen, wo ihre anwesenheit erst den Tod desjenigen herbeiführte, den sie retten wollten, dachte ich, ich fall vom Glauben ab.
Wenn man einfach so einen Mist weglässt, einfach nicht bringt, regt sich das "normale Publikum" nicht drüber auf, aber jemand wie ich sitzt nicht vorm Fernseher und fragt sich, was für ein Degenerierter sich die Geschichten ausdenkt.
Man versucht ja anscheinend noch mehr Tiefe reinzubringen, indem man sich Schwachsinn ausdenkt, anstatt etwas geradliniges zu produzieren. Da war echt Dantes Peak, obwohl auch kaum Anspruch da war, weitaus realistischer.
Und dann immer dieser prätenziöse Gesichtsausdruck aller Schauspieler.
Aber eigentlich bin ich RTL dankbar, dass sie den Film so dermaßen versauten. Es bewies mir endgültig, dass ich nie wieder eine der Eventmovies auf den Privaten anschaue, nie wieder, egal, wie interessant das Grundthema ist.
... aber offensichtlich kaum gute Drehbuch-/ Dialogschreiber. Auffällig ist auch, dass gerade gut gemachte, mit den besten angelsächsischen Ergebnissen durchaus vergleichbare deutsche Formate hier gerne auf unterirdischen Sendeplätzen verramscht werden - im übrigen immer mit der Begründung, sie würden "keine Quote" machen, weil es für das "normale Publikum" zu anspruchsvoll sei. So muß man wohl denken, wenn man seine Programmentscheidungen einseitig auf - mittlerweile ziemlich realitätsfremden - Reichweitendaten basiert...
das geht ungefähr so gut zusammen, wie ein evangelicher Papst.
Paging