Robin Williams ist tot "Er ließ uns lachen - er ließ uns weinen"

Eine seiner größten Rollen: Robin Williams 1987 in "Good Morning Vietnam"

(Foto: AP)

Er war "Mrs. Doubtfire" und Lehrer im "Club der Toten Dichter". Jetzt ist der Hollywood-Schauspieler und Komiker Robin Williams tot aufgefunden worden. Der Mann, der zu Lebzeiten so viele Menschen zum Lachen gebracht hat, lässt Hollywood nun trauern.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Robin Williams ist tot. Der Schauspieler sei am Montagmittag in seinem Haus in der Kleinstadt Tiburon in der Nähe von San Francisco tot aufgefunden worden, teilte die Polizei von Marin County im US-Bundesstaat Kalifornien mit. Williams wurde 63 Jahre alt.

Der Mann, der zu Lebzeiten so viele Menschen zum Lachen gebracht hat, sorgt nun für gewaltige Trauer in Hollywood. "Mein Herz ist gebrochen", schreibt etwa die Moderatorin Ellen DeGeneres bei Twitter. Der Komiker Eric Idle sagt: "Ich kann nicht glauben, dass mein lieber Freund gegangen ist - er brachte uns so viel Freude und Lachen."

Und der Schauspieler Jared Leto teilte mit: "Du hast uns gezeigt, wie man furchtlos am Abgrund steht und glänzt." Der Regisseur Edgar Wright schreibt: "Ich wünschte, dass Robin sehen könnte, wie sehr die Welt ihn geliebt hat. Die Tatsache, dass die Menschen Zitate aus so vielen Serien, Filmen und Stand-up-Programmen veröffentlichen, sagt alles aus."

Bekannt wurde Williams durch die Serie "Mork vom Ork" (1978-82), in der er einen Alien mit Hosenträgern verkörperte. Das Talent zur Improvisation war bei Williams derart ausgeprägt, dass er immer wieder vom Drehbuch abwich und spontan komischere Dialoge präsentierte - das ging so weit, dass die Produzenten die Autoren anwiesen, Williams nur noch Stichpunkte zu liefern und die Seiten ansonsten nicht zu beschriften. Es half: Der Schauspieler wurde sogleich mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Ein Bild von sich und seiner Tochter

Danach wirkte Williams in Komödien wie "Mrs. Doubtfire", "Flubber" und "Jumanji", er spielte tragikomische Rollen in "Good Morning, Vietnam", "König der Fischer" und "Der Club der toten Dichter", später versuchte er sich erfolgreich als Charakterdarsteller in Filmen wie "One Hour Photo" und "Insomnia". Für die Darstellung eines Psychologen in "Good Will Hunting" wurde er 1998 als bester Nebendarsteller mit dem Oscar ausgezeichnet.

Williams bekannte sich offen zu seiner Alkoholsucht und begab sich immer wieder freiwillig in Entzug. Zum ersten Mal entsagte er den Drogen, nachdem sein Freund John Belushi im März 1982 an einer Überdosis Kokain und Heroin gestorben war. Williams wurde jedoch im Jahr 2006 rückfällig und verbrachte einige Wochen in einer Entzugsklinik - wie auch im Sommer dieses Jahres.

Die Ermittlungen zur Todesursache dauern noch an, derzeit gehen die Beamten von Suizid durch Ersticken aus. "Er hat in letzter Zeit mit schweren Depressionen gekämpft", sagt seine Agentin Mara Buxbaum.

Der bekümmerte Komiker

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"Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen", heißt es in einer Erklärung von Williams' Ehefrau Susan Schneider: "Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen, sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab." Schneider war Williams' dritte Ehefrau. Aus zwei vorherigen Ehen hatte er drei Kinder, die bereits erwachsen sind.

Einem dieser Kinder hatte Williams seine letzten Einträge in den sozialen Netzwerken gewidmet, auf denen er nach dem Ende der Sitcom The Crazy Ones überaus aktiv gewesen war. Er gratulierte seiner Tochter Zelda Rae Williams auf Twitter zu ihrem 25. Geburtstag und veröffentlichte auf Instagram ein Bild von sich selbst, wie er seine Tochter vor mehr als 20 Jahren im Arm hält.

Die wohl treffendste Beschreibung für diesen wunderbaren Schauspieler stammt von US-Präsident Barack Obama. Der schrieb in einem Statement: "Robin Williams war ein Pilot, ein Doktor, ein Flaschengeist, ein Krankenpfleger, ein Präsident, ein Bangarang(= Ausruf von Peter Pan; Anm. d. Red.)-Peter Pan und alles, was dazwischen liegt. Er war einzigartig. Er kam als Alien in unser Leben - und schaffte es auf seinem Weg, jeden Aspekt des menschlichen Geistes zu berühren. Er ließ uns lachen. Er ließ uns weinen."

Anmerkung der Redaktion

Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.