Raubkunst-Fund in München Alliierte beschlagnahmten Gurlitt-Werke nach Kriegsende

Einige der am Dienstag in Augsburg präsentierten Werke waren nach Kriegsende in den Händen der Alliierten.

Aus Unterlagen, die der SZ vorliegen, geht hervor, dass die Alliierten 1945 mehr als hundert Einzelwerke aus der Sammlung von Hildebrand Gurlitt beschlagnahmten und diese jahrelang in Hessen verwahrten. Viele dieser Stücke finden sich im nun entdeckten Lager des Gurlitt-Sohnes Cornelius.

Einige der in der Wohnung von Cornelius Gurlitt beschlagnahmten Kunstwerke wurden offenbar bereits nach Kriegsende von den Alliierten beschlagnahmt und von 1945 bis 1950 verwahrt. Das ergibt sich aus Dokumenten, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen.

Es handelt sich um Protokolle, die die Alliierten von den Befragungen Hildebrand Gurlitts, des Vaters von Cornelius Gurlitt, zu dessen Rolle als privilegiertem Kunsthändler im Dritten Reich anfertigten.

Neuheiten von Dix und Chagall

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Eine an diese Protokolle angehängte Liste gibt Auskunft über seine mehr als hundert Einzelwerke umfassende Privatsammlung, die zu diesem Zeitpunkt in Wiesbaden im Collecting Point der Amerikaner eingelagert war.

Auf dieser Liste erscheinen allem Anschein nach auch einige der am Dienstag in Augsburg präsentierten Werke. Dazu gehört das Gemälde "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann, das bislang unbekannte Selbstbildnis von Otto Dix und die Gouache von Marc Chagall.

Hildebrand Gurlitt forderte die Werke mit Erfolg von den Alliierten zurück. Bis auf zwei Bilder wurde ihm 1950 seine angebliche Privatsammlung zurückgegeben.

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