Pro und Contra: Take That Reunion Let me entertain you

Dass Robbie Williams nun wieder zu Take That gehört, bringt einem ganzen Genre den Rock 'n' Roll zurück, findet Katharina Riehl. Bernd Graff glaubt, es ist ein tiefer Fall für einen Superstar. Ein Pro und Contra.

Das Pro: Was waren das für Szenen, als am 17. Juli 1995 bekannt wurde, dass Robbie Williams, das Küken der Jungtier-Band Take That, die Gruppe verlassen musste. Tränen, Schreie, Hysterie: Verzweiflung weltweit. Take That war die erfolgreichste Boyband aller Zeiten, Robbie Williams ihr begehrtestes Mitglied, und nun sollte er gehen, nur weil er sein Image des braven Boyband-Bubis mit arg vielen Drogen ein wenig ramponiert hatte?

Nein, wie putzig. Ob Take-That-Fans sich außer über die Reunion der Band auch noch über ein Comeback ihrer feschen Frisuren freuen dürfen, ist noch nicht klar. Die Boygroup 1993, v.l.n.r.: Gary Barlow, Howard Donald, Mark Owen, Robbie Williams und Jason Orange.

(Foto: dpa)

Dass Robbie Williams nun quasi zu seinem Mutterschiff zurückkehrt, ist die Rettung: für ihn selbst, für die Band, die traurigen Mädchen, und für alle hübschen Jungs, die sanfte Pop-Töne in Mikrofone seufzen. Mit Take That ging es nach Robbies Ausstieg nur bergab, schon ein Jahr später trennten sie sich ganz. Das Konzept der Boygroup - nach den Vorreitern Take That auch in den Jahren danach noch unendlich kopiert - hat sich dann auch irgendwie überflüssig gemacht. Robbie Williams war der letzte Rock 'n' Roller unter Boyband-Schmalzern. Als er ging, machte es irgendwie keinen Spaß mehr.

Und als Take That sich im Jahr 2006 - ohne Robbie - wieder zusammentaten, war das schon irgendwie okay, aber es war einfach nicht dasselbe.

Für Robbie Williams dagegen ging es nach seinem Ausstieg viele Jahre nur bergauf. Er wurde ein Weltstar. In der letzten Zeit war es aber ein wenig stiller um ihn geworden - zumindest musikalisch betrachtet. Wenn man über ihn las, dann eher in den Zusammenhängen, die ihm schon während seiner Zeit bei Take That Probleme gemacht haben.

Die Rückkehr zu Take That ist eine Chance: für Robbie Williams, der wieder musikalisch von sich reden machen kann. Für Take That, die Boyband, die inzwischen längst eine Herrentruppe geworden ist. Und für ein ganzes Genre. Die Boyband ist zurück.

Lesen Sie auf Seite 2, warum es keine gute Idee für Robbie Williams ist, zu Take That zurückzugehen.

Was hat euch bloß so ruiniert?

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Das Contra: Es gibt eine Boxer-Weisheit: They never come back. Und es gibt eine Rockstar-Weisheit: Never go back! Never ever.

Robbie Williams, ein völlig zu Unrecht vergessener Superstar, hat es in den vergangenen Jahren ein wenig schleifen lassen, das ja.

Aber davor war er der Einzige aus diesem Kaffeekränzchen Take That, der es auf ehrliche Art und Weise und völlig verdient durch seine künstlerische Arbeit zu Ruhm und Ehre gebracht hat. Er war Weltentertainer, ein Messi der gepflegten Unterhaltung. Außerdem kann er singen.

Gut, Krisen haben wir alle mal, da kommt man wieder raus. Robbie sollte also seinen Weg nach vorn weitergehen, von mir aus auch auf dem Plateau des von ihm erreichten Levels, aber es sollte sein Weg sein, nicht der Rückschritt, nein, tiefe Fall zurück ins Kaffeekränzchen.

About a boy

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