Polak nimmt gern seine nichtjüdischen Mitbürger aufs Korn, amüsiert sich über ihre Verkrampfung und kritisiert ihre Ressentiments. Einerseits. Andererseits schont er auch die Juden nicht. Wenn er mal schlecht gelaunt sei, erzählt er dem Publikum, lese er einfach die Pressemitteilungen des Zentralrats der Juden: "Dann geht es mir gleich besser, weil ich sehe, dass ich im Vergleich doch gar nicht so mies drauf bin." Man dürfe ihn nicht falsch verstehen, erklärt er nach dem Auftritt: "Ich finde es wichtig, dass es den Zentralrat gibt. Aber man muss nicht immer gleich mit der großen moralischen Walze losfahren."
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Es gibt in Deutschland viele Komiker, die sich über ihre Herkunft definieren, die im Steinbruch des Rheinischen, Niederbayerischen oder Türkischen ihren Witz meißeln. Aber Polak ist wohl der erste Vertreter der Quatsch-Comedy-Club-Generation, der das Jüdische auf Pointen abklopft. "Ich spreche einfach über mich", sagt der Wahlberliner, keinesfalls wolle er eine "gezielte oder endgültige politische Auseinandersetzung mit dem jüdischen Leben hier" betreiben. Aber: "Natürlich kokettiere ich mit den Tabus." Um politische Korrektheit schert er sich im Allgemeinen nicht, und auf den Holocaust oder den heutigen Antisemitismus als Thema will er im Besonderen nicht verzichten, weil das jüdische Leben der Gegenwart sonst unvollständig dargestellt wäre.
Weder jüdisch noch nichtjüdisch
Es gibt ja eine Art Grundgesetz im Satiregeschäft, das besagt: Verspottet werden darf stets und von allen die Mehrheit; Minderheiten dagegen nur von den eigenen Mitgliedern. Oliver Polak hat gerade ein Buch veröffentlicht, auf dem Umschlag ist ein Schäferhund mit Davidsstern und Nazi-Uniform-Mütze zu sehen. Der Titel lautet: "Ich darf das, ich bin Jude." Es sind also zwei Dinge, die er darf und versucht: den Holocaust zum Objekt der Komik zu machen und gleichzeitig einladen zum Lachen über die Juden, wie man sonst über Rheinländer oder Niederbayern lacht. Zweiteres hat in Deutschland auf unverkrampfte Weise in jüngerer Vergangenheit höchstens Dani Levys Film "Alles auf Zucker" geschafft. Polak sagt, er habe sich mit möglichen Vorbildern und grundsätzlich mit den großen Traditionen jüdischen Humors nicht beschäftigt. Warum auch? "Ich habe meinen speziellen Humor, der ist weder jüdisch noch nichtjüdisch."
Politisches Kabarett wolle er nicht machen, "ein paar Denkanstöße kann man aber auch in der Comedy geben". Dabei wolle er "kein Provokateur" sein, niemanden manipulieren oder bloßstellen. "Ich will die Menschen nur zum Lachen bringen und ein klein wenig berühren", dazu "muss man doch mal über die Mauer vor einem hinwegschauen" und "einen Schritt weiter gehen als andere".
Manchmal spielt Polak im Zuge des Knöpfedrückens mit seinem Publikum das "Judenspiel". Er wirft einen Namen in den Raum, Alfred Biolek zum Beispiel, und fragt: "Ist der Jude? Oder normal?" Ganz leise sagen dann ein, zwei Leute: "Jude." Ein Dritter sagt: "Normal." Und ein paar mehr sagen: hohoho. Beim fünften Namen, Iris Berben vielleicht, schreit schon der halbe Saal mit Inbrunst: "Jude! Jude!" Oder: "Normal!" Am Ende fragt Oliver Polak: "Oliver Polak?" Den Leuten scheint das Spiel inzwischen zu gefallen. "Jude", brüllt das ganze Auditorium. Und Polak sagt: "Nein, nein, ich bin normal, ich mache das nur wegen des Geldes." Hahaha, lacht das Publikum.
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Wenn Sie Ihren Beitrag nochmals durchlesen sollte Ihnen die inflationäre Beleidigung und Vorveruteilung anderer Menschen durchaus auffallen.
Eine wichtige Aufgabe von Kunst ist, dem Betrachter einen Spiegel vorzuhalten, bewußt oder unbewußt. "Das Leben ist schön" mag inzwischen weithin als ausgezeichneter Film anerkannt sein, doch wird hierbei vergessen, wie im Vorfeld mit diesem Film umgesprungen wurde. Da wurde vom Skandal, von der Verunglimpfung, von Veräppelung gesprochen. Dass der Film inzwischen seine verdiente Würdigung erhält ist toll, denn es zeigt, dass wir wieder einen Schritt weiter in unserem Umgang mit den Holocaust-Verbrechen gekommen sind. Ein Schritt zur Normalität, der ohne die anfängliche Provokation (und das war "Das Leben ist schön" damals sehr wohl) nicht vollzogen worden wäre.
Nun hält Oliver Polak uns ebenfalls einen Spiegel vor. Er zeigt durch seine Provokationen, dass unsere Umgang mit der Vergangenheit eben noch nicht "normal" geworden ist. Es ist einfach gesellschaftliche Realität, dass man bei dem Wort "Jude" reflexartig irgendwie zusammenzuckt. Warum eigentlich? Wenn jemand "Christ" sagt, regt sich doch auch nichts? Dorthin stößt die Provokation - in unsere Gedankenwelt. Ziel der Pointe ist der Zuhörer/Zuschauer, nicht das Holocaust-Opfer.
Von daher sind Ihre Ausführungen
erstens: völlig überzogen
zweitens: schrammen intellektuell am Thema vorbei
und drittens: unnötig beleidigend.
Danke.
Oliver Polaks Darbietungen (und Provokationen) finde ich erfrischend, witzig, lehrreich und auch beißend. Mit senem Berühren, Kratzen und Kneifen an gesellschaftlichen Tabus wie ur-alten Vorurteilen entkrampft er manche unnötigen Verspannungen und Ressentiments zwischen Juden und Nichtjuden. Selbstkritik und Selbstreflexion, wie er sie betreibt, ist eine besondere Kunst, die, wenn falsch verstanden, allerdings auch leicht abgleiten kann. Aber: Einem Umgang gesellschaftlich zum Tabu erklärter Themen mit Zensur oder der Drohung durch den Staatsanwalt zu begegnen, wäre nicht nur allzu kunstfeindlich, sondern vielmehr eine "typisch deutsche" Reaktion, die nicht zu tieferen Einsichten und daher auch nicht zu einem nachhaltigen Abbau tief sitzender Vorurteile beitragen würde.
bitte?!!! das ist krank!
wenn sie auf e.n.t.a.r.t.e.t.e k.u.n.s.t ansprechen, dann will dieser begriffsdefnition nicht widersprechen. es tummeln sich zu viele drogenabhängige und ruhmgeile menschen auf dieser welt, welche das leid anderer menschen zu einem joke verkommen lassen. diese sind bereit alles zu machen, um sich selbst zu vermarkten! diese verkaufen ihre seelen!
dieser polak ist ein menschenfeind, welcher genauso als kz-aufseher durchgehen würde.
pest-pointe? es ist ein unterschied, ob die menschheit durch eine, auf hygienische unbedachtheit aufgekommene krankheit dahingerafft wird oder durch menschenhasser, welche wahllos töteten!!!
feiner sinn für humor? begninis film hat sich keinen scherz mit dem holocaust erlaubt! der holocaust war teil der geschichte! und zwar ein äußerst trauriger - betrachtet man den jungen, welcher die situation nicht versteht!
ihre denke ist sehr oberflächlich und globalisierend! schade!
Paging