Porträt Idris Elba beweist Coolness

Ein britischer Film-Star, der sich mehr ethnische Vielfalt im Kino wünscht: Idris Elba.

(Foto: AFP)

Er spielte in Prometheus, einen Drogenhändler in der HBO-Serie "The Wire" und war Gerüchten zufolge sogar als erster schwarzer Bond im Gepräch. Jetzt hat sich Idris Elba sehr süffisant zur Diskriminierung in Hollywood geäußert.

Von Alexander Menden, London

Seit Jahren geht das Gerücht, der nächste James-Bond-Darsteller werde Idris Elba heißen. Das wäre insofern bemerkenswert, als der Brite der erste schwarze 007 wäre.

Wie sensibel das Thema ist, lässt sich daran ablesen, welch scharfe Kritik über Anthony Horowitz, den Autor des jüngsten Bond-Romans "Trigger Mortis", hereinbrach, als er diese Idee mit der Bemerkung quittierte, Elba sei ungeeignet, man assoziiere ihn zu sehr mit der "Straßenkultur". Das wurde Horowitz als rassistisch ausgelegt, er entschuldigte sich. Idris Elba selbst reagierte mit charakteristischer Coolness auf die Kontroverse. Auf Instagram schrieb er: "Immer lächeln! Es kostet keine Energie und tut niemandem weh. Das habe ich auf der Straße gelernt!"

Im persönlichen Umgang ist der Schauspieler genauso entspannt. Er trägt gern Schiebermütze und hat mit der großen sternförmigen Tätowierung auf seinem Handrücken etwas von einem britischen Bohemien. In Wirklichkeit arbeitete Elba, 1972 im Londoner Stadtteil Hackney geboren, wie sein ghanaischer Vater in einer Autofabrik, bevor er seine Schauspiel-Laufbahn einschlug. Er hat in diversen Blockbustern mitgewirkt - Thor, Prometheus, Pacific Rim - und gewann mit der Darstellung des komplexen Ermittlers Luther in der gleichnamigen BBC-Serie einen Golden Globe. Eine seine bisher berühmtesten Rollen war wohl die des rücksichtslosen Drogenhändlers Stringer Bell in der HBO-Serie "The Wire".

"Willkommen beim Vielfältigkeits-TV"

Viele Beobachter halten es für ein Symptom der viel zu sehr auf weiße Schauspieler zugeschnittenen Nominierungen für die Academy Awards, dass Elbas Leistung als Warlord im afrikanischen Kindersoldaten-Drama "Beasts of No Nation" bei den Oscar-Nominierungen übergangen wurde.

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Dass er sich mit süffisanter Zurückhaltung, aber pointiert zum Thema Diskriminierung und Chancengleichheit in Hollywood zu äußern weiß, bewies er am Samstag bei der Verleihung der Preise der US- Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild. Dort wurde er gleich zweimal ausgezeichnet, sowohl für "Beasts of No Nation" als auch erneut für "Luther". "Willkommen beim Vielfältigkeits-TV", sagte er, als er vors Publikum trat. Immerhin hatten neben ihm in Viola Davis, Uzo Aduba und Queen Latifah noch drei weitere schwarze Darsteller Preise gewonnen.

Eine der Rollen, auf die Idris Elba bisher am stolzesten ist, war Nelson Mandela in Justin Chadwicks Biografie des südafrikanischen Freiheitskämpfers und Präsidenten. Vor der Premiere 2013 gefragt, ob es eine "panafrikanische Identität" gebe, sagte Elba: "Ja, und bin stolz auf diesen Hintergrund. Aber ich bin in England geboren, und fände es schön, wenn Filme mehr die ethnische Vielfalt zeigen würden, die man hier jeden Tag erleben kann. Der klassische, unglaublich gut aussehende Hauptdarsteller ist meiner Meinung nach sowieso immer weniger gefragt. Wir wollen Menschen sehen, mit denen wir uns identifizieren können."