Von Tanja Rest

Der neue "Batman" ist durch den Tod des Darstellers Heath Ledger für viele Zuschauer erst interessant geworden - ein bekanntes Phänomen in der Filmgeschichte.

"...und wie viel von Ihnen selbst steckt in der Rolle?" Nichts hassen Schauspieler mehr als diese Frage, nichts will das Publikum lieber wissen als die Antwort darauf.

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Ein Bild von James Dean hängt an der Kreuzung der Highways 46 und 41 an einem Zaun. An dieser Stelle nahe des Ortes Cholame, Kalifornien war Dean mit seinem Porsche 500 Spyder am 30. September 1955 tödlich verunglückt. Fans würdigten den Schauspieler an seinem 50. Todestag am Unfallort. (© Foto: Reuters)

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Der Glaube, dass die Figur Intimes über den Darsteller verraten könnte, ist eine der Grundlagen des Star-Kinos, und Hollywood wird sich selbstverständlich hüten, diesen Trugschluss zu erschüttern.

Der abgründige Part mystifiziert den Schauspieler, sein privates Unglück verleiht der Figur auf der Leinwand erst die rechte Tragik: Mit Hilfe dieser Wechselwirkung haben schon viele Filme an der Kasse eingeschlagen. Und haben wir "Mr. und Mrs. Smith" nicht auch deshalb so atemlos bei ihren Spielchen zugesehen, weil wir wussten, dass Brad und Angelina auch privat was am Laufen hatten?

An diesem Donnerstag startet "Batman: The Dark Knight" in Deutschland, mit dem 28-jährigen Heath Ledger in seiner letzten Rolle.

Es ist wohl ein Unfalltod gewesen, herbeigeführt durch eine letale Mixtur von Schmerz- und Beruhigungsmitteln. Das Publikum aber will es so, dass Ledger seine düstere Rolle als "Joker" nicht verkraftet hat.

Nach allem, was man hört, hätte der Film diese makabre Publicity gar nicht nötig gehabt. Doch geschadet hat sie ihm auf keinen Fall, im Gegenteil. 155,3 Millionen Dollar hat "The Dark Knight" in den USA allein am Eröffnungswochenende eingenommen - und kaum ein Zuschauer wird es sich verkniffen haben, die bittere Fratze des Joker nach Anzeichen für Ledgers nahes Ende abzusuchen.

Eine ganze Reihe von Filmen hat in der Kinogeschichte schon davon profitiert, dass ihren Machern und den Schauspielern im richtigen Leben kein Glück beschieden war. Und jeder von ihnen erzählt eine dunkle Geschichte...

Tragischer Dreier

Die Geschichte dreier Westküsten-Rebellen: James Dean als Jim Stark, der sich mit einer Bande Halbstarker auf eine Mutprobe einlässt, bei der ein Junge stirbt - worauf er sich mit dem Mädchen Judy (Natalie Wood) und dem traurigen Teenager Plato (Sal Mineo) in eine verlassene Villa und in eine heile Scheinwelt flüchtet.

Am Ende wird Plato, der einen ungeladenen Revolver in der Hand hält, von der Polizei erschossen. Als ". . . denn sie wissen nicht, was sie tun" im Oktober 1955 in die Kinos kam, war James Dean seit einem Monat tot: Sein Porsche Spyder war auf einem Highway bei Los Angeles frontal mit einem anderen Wagen kollidiert.

Auch Sal Mineo erreichte kein hohes Alter, er wurde im Februar 1976 in der Tiefgarage seines Apartments in West Hollywood von einem Dieb erstochen. Fünf Jahre später ertrank Natalie Wood bei einem Segelausflug mit ihrem Ehemann Robert Wagner und dem Schauspieler Christopher Walken. Um ihren Tod ranken sich bis heute Gerüchte.

Finsteres Herz

Eine Bootsfahrt durch den kambodschanischen Dschungel, mitten hinein ins Herz der Finsternis: Als Francis Ford Coppola beschloss, mit "Apocalypse Now" den ultimativen Antikriegsfilm zu drehen, konnte er nicht ahnen, dass sein Set selbst zum Kriegsschauplatz werden würde.

Der Hauptdarsteller Martin Sheen erlitt einen Herzinfarkt, ein Tropensturm verwüstete den Drehort mitsamt der Kulissen, Marlon Brando erschien so übergewichtig, dass von seinem Colonel Kurtz im Film meist nur der Schädel zu sehen ist.

Coppola erlitt einen Nervenzusammenbruch und kündigte mehrmals an, sich umbringen zu wollen. Die Dreharbeiten dauerten schließlich 16 Monate, die Produktionskosten gingen über das Doppelte des geplanten Betrages hinaus - der Regisseur stand am Rande des Ruins. Der "Fluch", von dem in den Medien längst die Rede war, hielt allerdings nicht an: "Apocalypse Now" gilt heute als einer der besten Filme aller Zeiten und Coppolas stolzestes Werk.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie Darsteller der Filme "Poltergeist" und "The Crow" zu Tode kamen.

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