Von Marc Felix Serrao

Unterstützung von der Konkurrenz: Florian Boitin wird der neue Chefredakteur beim deutschen Playboy. Ist der Feminismus schuld daran?

Sicher, es gibt die Fotos, auch die zum Ausklappen. Und die Stories von harten, aber charmanten Kerlen und schnellen, aber stilvollen Autos. Aber die wohl typischste Seite im Playboy ist die Witzseite. "Klaus, du bist Vater geworden?", begann dort vor kurzem ein Dreizeiler. Antwort: "Ja, gestern. - Und, wie geht es deiner Frau? - Solange sie nichts davon erfährt, prima!" Hier weht er noch, der gute, moschusschwere Geist des Heftgründers Hugh Hefner. Dem Mythos zufolge rennt der 83-Jährige immer noch im Bademantel in der Playboy Mansion herum und tut so, als habe es den Feminismus und alle die anderen, dem männlichen Ego abträglichen Dinge nie gegeben. Allerdings sieht es im Heft genauso aus.

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"Guck mal, Heidi": Das aktuelle Playboy-Cover zeigt Models - von früher. (© Foto: Playboy)

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Beim deutschen Playboy scheint dieses Konzept immer weniger aufzugehen. Vermutlich auch deshalb wurde nun der Chefredakteur ausgewechselt. Das Heft wird mit einer Lizenz von Hubert Burda Media herausgegeben. Am 18. Mai verkündete der Verlag, dass der alte Chefredakteur, Stefan Schmortte, zum Monatsende gehe. Offiziell hieß es, er habe den Verlag selbst darum gebeten. Doch schon tags darauf wurde sein Nachfolger bekanntgegeben: Florian Boitin, bis 2008 Chefredakteur des inzwischen eingestellten Konkurrenten Maxim und seither freier Medienberater. Er leitet den deutschen Playboy "ab sofort".

Spekulationen über Schmorttes Ablösung gab es schon länger. Im Einzelverkauf kam der Playboy im ersten Quartal 2009 nur noch auf rund 115.000 Exemplare - vor zehn Jahren waren es dreimal so viele. Burda, hört man, sei damit gar nicht glücklich. Auf die Frage hin, ob der Playboy womöglich verkauft oder gar eingestellt werden könnte, dementierte ein Verlagssprecher aber heftig.

Schmorrte wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Sein Nachfolger Boitin ließ ausrichten, er wolle erst mit der Redaktion sprechen. Auf seiner Seite im Online-Netzwerk Xing (Echtheit von Burda bestätigt) schreibt der 42-Jährige noch nichts über den neuen Job. Dafür steht dort, was Boitin sucht: "Trotz Krise: Mut und Zuversicht in der Medien- und Kommunikationsbranche." Mut wird er brauchen. Sinn für Humor wäre auch nicht schlecht.

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(SZ vom 20.05.2009/bey)