Plattenkabinett Golden Diskó Ship: "Invisible Bonfire"

"Invisible Bonfire" von Golden Diskó Ship zeigt, was Popmusik sein kann, wenn sie sich nicht an falsche Sicherheiten klammert. Ein wildes, organisches Klanggebiet voller Witz und Tiefe. Musik, die nicht vor der Elektronik zurückschreckt, die aber auch nicht in lähmender Begeisterung vor ihr erstarrt und jeden Ton beiseite wischt, der nicht perfekt integriert werden kann.

In Stein gemeißelt wirkt nichts an diesem Album. Die experimentellen, um die sechs Minuten langen Tracks von "Invisible Bonfire" scheinen vielmehr erst beim Hören zu entstehen und klingen, als könnten sie sich beim nächsten Drücken der Playtaste schon ganz anders anhören.

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Die Berliner Musikerin und Video-Künstlerin Theresa Stroetges entwickelt auf ihrem zweiten Album ihre Lieder aus Rauschen und Piepsen, aus weit entferntem, kaum verständlichem, mal gehauchtem, mal gemurmeltem Gesang und fröhlichen Folk-Reminiszenzen.

In die vielfältigen Klangschichten aus Vogelgezwitscher, Gitarrenzupfen und elektronischen Effekten begibt man sich als Hörer wie in einen Zauberwald, in dem die Grenzen zwischen Natur und Maschinerie sich aufgelöst haben.

  • Wenn das Album ein Kleidungsstück wäre, dann wäre es: ein dunkelgrünes Glitzercape.
  • Wenn das Album eine Software wäre, dann wäre es: eine Pflanzenerkennungs-App.
  • Wenn dieses Album ein Tier wäre, dann wäre es: ein Cyborg-Uhu.

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