Plattenkabinett She and Him: "Classics"

Weihnachten ist die Zeit der gepflegten Nostalgie. Wann, wenn nicht jetzt hört man so gern Altbekanntes, wann ist die Freude an der Wiederholung größer? Das dachten sich wohl Zooey Deschanel und M. Ward, als sie ihre Lieblings-"Classics" aus den Dreißigern bis Siebzigern für ein Cover-Album zusammensuchten.

Schauspielerin Deschanel trägt nicht nur ihr Haar ähnlich hoch toupiert, sondern singt auch wie Dusty Springfield und Nancy Sinatra. Sie macht das sehr entspannt mit ihrer tiefen, warmen Stimme und klingt glaubhaft verliebt in jene unironischeren Zeiten, aus denen "Stars Fell on Alabama" und "Stay Awhile" stammen. Die Brechung der reinen Nostalgie besteht hier nur noch in der ausdruckslosen Genauigkeit, mit der den alten Klängen nachgespürt wird. Der ewige Tränentreiber "She" hat nie so undramatisch geklungen.

Die "Classics" von She and Him hören sich an, als seien die beiden froh, dass andere die ganz großen Gefühle schon durchlitten und besungen haben: Ein bisschen schüchtern, ein bisschen verschlafen, aber niemals kitschig. Wer sich grundsätzlich über Nostalgieseligkeit zu Weihnachten aufregen möchte, soll das tun. Allen anderen bietet dieses Album wenig Grund, genervt zu sein.

  • Wenn das Album ein Kleidungsstück wäre, dann wäre es: ein Ringelshirt.
  • Wenn das Album eine Software wäre, dann wäre es: der Schwarzweiß-Filter von Instagram.
  • Dieses Album ist genau das Gegenteil von: "Do they know it's Christmas".

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