Plattenkabinett Foster The People - Supermodel

Tja! Was macht eine Band, die mit einem Ohrwurm wie "Pumped Up Kicks" bekannt wurde? Mit einem Hit also, der im Sommer 2010 so lange rauf und runtergenudelt wurde bis ihn wirklich keiner mehr hören wollte? Die Frage ist meist obsolet: Eine Band wie Foster The People landet meist (und meist zu Recht) in der Schublade One-Hit-Wonder, sie muss bis ans Ende ihrer Existenz Konzerte geben, bei der die Stimmung so naja ist - bis irgendwann die ersten Töne ihres einen Überhits ertönen.

Was also blieb Foster The People nach mehr zwei Millionen verkaufter Alben und neun Millionen verkaufter Singles übrig? Richtig: Was anderes machen. Das haben die Kalifornier nun versucht. "Supermodel" beginnt zwar mit vielen "nananas" und einem Stück, das ganz gut auf ein Vampire-Weekend-Album passen würde ("Are You What You Want To Be?"), geht aber recht bald andere Wege als sein Vorgänger "Torches". "Pseudologia Fantastica" etwa klingt mit seiner Mischung aus verzerrten Gitarren und verspieltem Gefrickel in etwa so, wie MGMT klingen würden, wenn die nicht so abgedreht, sondern irgendwie hörbar wären.

Foster The People experimentieren tatsächlich viel auf ihrem zweiten Album, und das ist hier mal als Lob zu verstehen. "Best Friend" etwa ist eine reine Disco-Pop-Nummer, "A Beginner's Guide To Destroying The Moon" kommt mit wütendem Sprechgesang um die Ecke. Und Mark Fosters Gesang in "The Truth" ist so intensiv und schmerzvoll, dass man als Hörer mitleidet, bis Foster von einem hoffnungsfrohen Chor und einer weniger traurigen Botschaft überstimmt wird: "There is a hope for the hopeless/ I can promise you that."

Wir fassen zusammen: Wenn eine Band mit ihrer Hit-Vergangenheit brechen und künstlerisch ernst genommen werden will, dann muss sie das so machen wie Foster The Peolpe. "Supermodel" ist nicht nur ein kapitalismuskritisches, sondern allgemein ein sehr schönes, abwechslungsreiches Album geworden.

Wenn dieses Album kauft, kauft auch: Kapuzenpullis mit psychedelischen Mustern.

Dieses Album hört man am besten: mit Kopfhörern.

Wenn dieses Album eine Sportart wäre, wäre es: Beachvolleyball.

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