Das flutscht freundlich ins Ohr, das hat alle teutonische Schwere abgeworfen: "Schland" ist das In-Wort des Sommers.
Im Wörterbuch stünde er zwischen Schlamm und Schlund, der aktuelle Spitzname für unser Land. Um einen deutschen Erfolg in Südafrika heraufzubeschwören, haben ein paar Studenten aus Münster das Lied, das Lena Meyer-Landrut beim Grandprix in Oslo Glück gebracht hatte, umgedichtet. Aus "Satellite" wurde "Schland, o Schland", und die Cover-Version der Band namens Uwu Lena hat es zur inoffiziellen WM-Hymne gebracht.
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Fußball-Fans mit Schland-Bemalung: ein Sommermärchen. (© ap)
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"Schland" klingt, als wäre Gurgeln, Saugen und Schlürfen das einzige, was von Deutschland übrig geblieben ist, ein großes Schmatzgeräusch, ein kollektiver Rülpser auf der Fanmeile.
Vor Jahren hatte schon einmal ein pfiffiger Kopf Deutschland verstümmelt, dessen westlicher Teil damals Bundesrepublik hieß, denn als Martin Walser 1966 seinen Roman "Das Einhorn" veröffentlichte, gab es noch zwei deutsche Staaten. Weil Walser sich aber mit der deutschen Teilung nicht abfinden wollte, nennt er die Bundesrepublik im Buch immer nur Bunzreplik. Mit seinen vielen scharfen Konsonanten wirkt dieser Name selbst wie der Stacheldraht an der deutsch-deutschen Grenze.
Ganz anders Schland. Das flutscht absolut weich ins Ohr, das hat etwas Freundlich-Regressives. Genau wie ihre junge multikulturelle Spaß-Elf haben die Bewohner von Schland alle teutonische Schwere, alles Böse der Geschichte abgeworfen, damit es blubbernd in dem riesigen Pudding versinkt, der Schland umgibt.
Schland, das ist die Kurzform von Schlaraffenland, dem sagenhaften Reich derer, die an ein Sommermärchen glauben.
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(SZ vom 06.07.2010/luc/rus)
Staatsbesuch in Israel
... hatte Hans-Joachim Kulenkampff erkannt: "Die Leute sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen naoch machen werden."
Wie kann es möglich sein, dass ein solcher Unfug in der SZ veröffentlicht wird (sei es auch nur die Online-Ausgabe)?
Tatsächlich ist das genannte Phänomen so dumpfdeutsch wie vieles andere im geistigen Nebel der sog. WM-Begeisterung. Damit ist es genau das, was die verblödete Mehrheit will und verdient. Neu ist einzig, dass nun auch die letzte vermeintliche Qualitätszeitung mittut (Bild, Spiegel, Focus usw. sind natürlich längst dabei). Wenn man nur wüsste, wohin man auswandern sollte.
also einen Deut besser?
"Schland", ein Ohr-Ratorium für einen stummen Film wurde am 13. Dezember 1992 in der Werkstattgalerie Der Bogen in Arnsberg uraufgeführt.
Nähere Informationen unter: http://peter-meilchen.der-bogen.de/?page_id=164
@ LutzBrux schreibt Danke MartinR...
ganz einfache Antwort...jede Gesellschaft bekommt das was sie verdient. Auch auf die Gefahr hin jetzt von anderen als "Spißer" tetuliert zu werden aber in meinen Augen ist "Schland" nicht gerade das In-Wort schlechthin. Es ist einfach nur ein weiterer Beweis dafür wie unsere Gesellschaft immer weiter "künstlich" verblödet wird!! Bestes Beispiel, grinse Bohlen und quietsch Klum....bei einer Umfrage an den deutschen Schulen kam heraus das über 50% der Ansicht das diese Sendungen einen auf das wirkliche harte und gemeine Leben vorbereiten. Eltern die zulassen das der liebe Nachwuchs solch einen Schrott weiterhin konsumiert sollte man den Fernsehr um die Ohren hauen!
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