Personen-Atlas zu "Game of Thrones" Mit dieser Grafik behalten Sie bei "Game of Thrones" den Überblick

Allianzen, Intrigen, Mord: Sie wollen ihr Westeros-Fachwissen vor dem Start der neuen Staffel auffrischen? Unsere interaktive Grafik hilft im Beziehungschaos zwischen 116 Menschen, Wölfen und Drachen.

Von Matthias Huber und Steffen Kühne

In einer Episode umarmen sie sich noch, in der nächsten rammt der eine dem anderen ein Messer zwischen die Rippen - aus Rache für etwas, das eineinhalb Staffeln zuvor geschah. Die Fernsehserie "Game of Thrones" ist selbst für ihre Fans bisweilen schwer zu durchschauen, so schnell wie in ihr aus Freunden Feinde und aus Helden Schurken werden. Aber es ist nicht zuletzt dieses komplexe Geflecht an Beziehungen, welches der Fantasy-Serie, die vom US-Pay-TV-Sender HBO produziert wird, auch einen besonderen Reiz verleiht. Und dieses Netzwerk aus Liebe und Hass ist ständig in Bewegung. Kaum eine der bislang 50 Episoden verging, ohne dass sich Allianzen verschoben haben und die wahren Ziele hinterlistiger Intrigen zum Vorschein kamen. Nun startet in den USA die sechste Staffel - und die Geschichte wird dadurch nicht weniger komplex.

Die interaktive Grafik ist ein Versuch, Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Sie soll dem Nutzer ermöglichen, den aktuellen Status zu jedem Zeitpunkt der Serie abzurufen, ohne dass er Gefahr läuft, etwas zu erfahren, was er noch nicht wissen möchte - zumindest so lange er den Episoden-Schieberegler nicht zu weit nach rechts schiebt.

Auch dieser Versuch hat allerdings Grenzen. Die Grafik beschreibt nur jene Figuren, die bislang wenigstens einmal eine bedeutende Rolle für die Geschehnisse in Westeros gespielt haben - immerhin noch 116 Menschen, Wölfe und Drachen. Die Beziehungen beschränken sich auf zehn Arten, die einigermaßen klar voneinander abgrenzbar sind. Komplexere Zusammenhänge wie Scheinallianzen oder widersprüchliche Absprachen sind nicht mehr in einzelnen Beziehungssträngen erkennbar, sondern werden erst aus dem Netzwerk ersichtlich.

Die einzelnen Beziehungskategorien im Überblick

  • "ist Elternteil von", "ist Kind von", "ist Bruder/Schwester von": Bezieht sich nicht nur auf biologische Verwandtschaft, sondern auch auf solche Beziehungen, in denen die jeweiligen Figuren diese Rollen füreinander übernehmen - oder glauben, biologisch verwandt zu sein.
  • "ist verheiratet mit": Eine Hochzeit im "Game of Thrones" ist lediglich eine rechtliche Beziehung, hat aber, wie die Grafik zeigt, wenig Einfluss darauf, ob sich zwei Figuren lieben oder hassen.
  • "liebt": Beschreibt eine Liebesbeziehung, die keineswegs gegenseitig sein muss - und schon gar nicht Voraussetzung für eine Hochzeit ist.
  • "ist verbündet mit": Von jahrzehntelanger Freundschaft über kurzfristige Zusammenschlüsse bis hin zu rein zweckmäßigen Bündnissen - all das ist unter dieser Beziehungskategorie zusammengefasst. Zumindest für den Augenblick herrscht zwischen diesen Figuren ein - wenn auch vielleicht wackliges - Vertrauensverhältnis.
  • "ist verfeindet mit": Reicht von harmloser Rivalität bis zur tödlichen Feindschaft.
  • "wurde schwer verletzt von": Hier geht es um unheilbare, permanente Verletzungen - beispielsweise eine Querschnittslähmung oder ein abgetrenntes Körperteil. Und sicher ein Grund für eine lebenslange Feindschaft.
  • "tötete" und "wurde getötet von": Es mag Ehrenkodex der Starks sein, das Richtschwert selbst zu schwingen. Im Falle der anderen Häuser trifft die Schuld an einem Tod aber oft nicht nur den Henker allein. Auch Befehlsgeber und mörderische Intriganten fallen unter diese Beziehungskategorie. Und selbst der Tod ist, wie die Grafik zeigt, in "Game of Thrones" nicht unbedingt endgültig.