Olympia, Tod und Spiele: Laut Medienbericht werden Journalisten von Regierungsoffiziellen bei der Recherche im Mordfall des Amerikaners Todd Bachman behindert.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) geht dem Vorwurf nach, dass chinesische Journalisten durch die Regierung bei ihrer Arbeit behindert worden sind. Entsprechende Aussagen liegen TimesOnline vor, dem Online-Portal der britischen Tageszeitung The Times.

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Mordopfer Todd Bachman: Der 62-Jährige wurde bei einer Stadtbesichtigung in Peking erstochen. (© Foto: AP)

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Konkret geht es um eine Pressekonferenz des amerikanischen Herren-Volleyballteams, bei der chinesische Journalisten Fragen über die Ermordung des US-Bürgers Todd Bachman am vergangenen Samstag gestellt hatten. Im Anschluss seien die Journalisten von Regierungsoffiziellen angepöbelt und ihre Notebooks sowie ihre Aufnahmegeräte konfisziert worden, berichtet das Nachrichtenportal.

Der 62-jährige Todd Bachman war bei einer Stadtbesichtigung in Peking von einem Chinesen erstochen worden, der daraufhin Selbstmord beging. Bachman war der Schwiegervater von Hugh McCutcheon, dem Trainer des US-Herrenvolleyballteams.

Das rabiate Vorgehen gegen chinesische Journalisten lasse nun den Verdacht aufkommen, dass chinesische Regierungsoffizielle fürchten, der Mord an Bachman könne das Image der Spiele beschädigen, wird auf TimesOnline spekuliert. Ein Zusammenhang zwischen dem Mord und den Spielen solle in der Berichterstattung daher so weit wie möglich unterbunden werden.

Freie Berichterstattung vereinbart

Auf Bachmans familiäre Verbindung zum US-Herrenvolleyballteam war in den ersten Berichten des staatlichen Senders CCTV und in der chinesischen Presse zwar hingewiesen worden, doch später wurde die Nachricht bis auf einen Absatz in der englischsprachigen China Daily zusammengestrichen. Bei einigen chinesischen Internet-Seiten wurde die Meldung komplett gelöscht.

Sun Weide, der Sprecher Organisationskomitees der Pekinger Spiele (Bocog), ist über die Vorgänge nach eigener Aussage allerdings nicht informiert. Zu TimesOnline sagte er: Chinesische Journalisten haben das Recht, über die Olympischen Spiele zu berichten. Ihre Rechte werden durch die chinesische Verfassung geschützt."

Das IOC pocht darauf, dass Journalisten jederzeit und an jedem Ort frei über die Olympischen Spiele berichten können, so lange chinesische Gesetze eingehalten werden. Diese Freiheit der Berichterstattung ist vertraglich zwischen dem IOC und der Austragungsstadt Peking festgelegt.

Ob der Vertrag von Peking noch eingehalten wird, ist allerdings fraglich: Als am Samstag Journalisten zum Mordfall Bachman recherchierten, wurden laut TimesOnline ihre Notizen von Unbekannten fotografiert. Eine IOC-Sprecherin sagte, der Vorfall werde untersucht.

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(sueddeutsche.de/pak)