SZ: Diese Aspekte überzeugen in "W.". Andere Szenen zwischen Bush Junior und seinem Vater erinnerten mich an Filme wie "Jenseits von Eden" oder "Denn sie wissen nicht, was sie tun".
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Stone: Ja, die Vater-Sohn-Beziehung - eines der großen Probleme in Bushs Leben. Bush Junior war zwar der älteste Sohn, aber der Vater bevorzugte den Zweitjüngsten, Jeb. Der älteste Sohn war das schwarze Schaf. Sein Vater hatte keinen Respekt für ihn übrig. Der Alte hat ihn auch nie direkt konfrontiert. Immer begegnete er dem Sohn zögernd, irgendwie befangen.
In der Vater-Sohn-Problematik sahen wir die Grundlage für das dramatische Konzept des Films: Bush, der Sohn, agiert seinen Wunsch aus, stärker zu werden, mächtiger zu sein als der Vater. Immer wieder will und muss er das beweisen. Sein Vater hatte die Wiederwahl verloren und versäumt, Saddam Hussein den Garaus zu machen. Bush zielte also damals - psychologisch gesprochen - im Reflex auf alles in dieser Welt, um sich "stärker als Dad" zu beweisen. Der Irak war eine gute Zielscheibe - aber es hätte genauso gut Venezuela oder Kuba oder Georgien sein können. Oder Iran! In Bush tickte stets eine Zeitbombe, die Dads Leistungen zu Staub machen wollte.
SZ: Ihr eigener Vater war Börsenmakler und Sie haben ihm "Wall Street" und "Nixon" gewidmet. In beiden Filmen ist das Vater-Sohn-Thema zentral. Gibt es denn Parallelen zwischen Ihrer Beziehung zum Vater und Bushs Konkurrenzverhalten dem Senior gegenüber?
Stone: Sicherlich. Ich glaube, die wären bei vielen zu finden. Wir alle haben einen George Bush in uns. Irgendwie verstehe ich den Mann. Ich verstehe seine Arroganz - konnte sie an mir selbst schon oft beobachten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man weiß, dass man es besser kann als der eigene Vater.
SZ: Wann wusste Bush das?
Stone: 1992 war der Schlüsselmoment: Bushs Dad hatte die Wahl verloren. Junior hatte bei der Wahlkampagne mitgeholfen. Er hasste Clinton und dachte, der verdiene die Präsidentschaft nicht. Er, Bush Junior, hätte diese Wahl nie verloren! Dem Vater warf er vor, "zu viel zu denken". Er sah das als Schwäche. Für Bush war "Dad" nie stark wie "Mom", und sicherlich nicht so stark wie der "höhere Vater", von dem Bush später sprach, als er sich zum Fundamentalismus der "Born-Agains" bekannte.
Reagan war Bushs Vorbild - der ikonische Held mit den markigen Sprüchen, unerbittlich wie John Wayne: "Mr. Gorbachev, tear down that wall!"
Aber wissen Sie, im Prinzip - nicht in den Details - ist unser beider Beziehung zum Vater durchaus dieselbe. Ich habe mich wie jeder andere mit meinem Vater über zig Dinge gestritten. Mein Vater war Soldat, aber auch ich ging dann nach Vietnam und kämpfte dort, nur ganz anders als George. Mit seiner zweiten Amtsperiode, der gewonnenen Wiederwahl, war Bushs Sieg über den Vater offenbar. Bush glaubte damals, den größten Triumph seines Lebens auszukosten - ein Triumph, der uns und unsere Welt so teuer zu stehen kommen sollte. Das war nicht meine Geschichte - und nun ist sie's eben doch.
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(SZ vom 27.10.2008/pak)
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Trotzdem kommt schon der Abgesang. Oliver Stone hat wohl befürchtet, dass nach der nächsten Wahl keiner mehr den Film mehr sehen mag.
Werter User,
besten Dank für Ihren Hinweis auf den Schreibfehler, der inzwischen ausgebessert ist.
Viele Grüße,
Ihr Moderator
Ja... Müsste es.
Warum hat Lionsgate hier in Deutschland eigentlich keinen Verleiher für diesen Film gefunden?
Müsste das nicht "Cheney, Perle, Wolfowitz, Rumsfeld", heißen?