Österreichische Literatur Im Schweinsgalopp durch Brüssel

Der Wiener Robert Menasse verwandelt in seinem neuen Roman die Hauptstadt Europas in ein Panoptikum.

Von Tobias Lehmkuhl

Die Zukunft der Europäischen Union sieht nicht allzu rosig aus. Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, ruft man sich zwei zentrale Schauplätze von Robert Menasses großem Europa-Roman "Die Hauptstadt" ins Gedächtnis. Da wäre einmal ein Brüsseler Friedhof, auf dem sich die Wege einiger Hauptfiguren dieses Buches kreuzen: Der Weg des soeben ins benachbarte Altersheim gezogenen David de Vrients, der des seiner verstorbenen Frau nachtrauernden Professor Erhart, eines Mitglieds der "Reflection Group New Pact for Europe", und der des Kommissars Émile ...