Ihr Ehemann Jürgen Schumann war der Pilot des Flugzeugs, das palästinensische Terroristen im Oktober 1977 auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt hatten. Er musste in Aden in der Volksrepublik Jemen notlanden. Dort gelang es ihm, mit einem Luftwaffengeneral zu sprechen und ihn um Hilfe zu bitten.

Opponenten Gloria von Thurn und Taxis (li.) unnd Auma Obama. Bild vergrößern

Opponenten Gloria von Thurn und Taxis (li.) und Auma Obama. (© Foto: ARD/sueddeutsche.de)

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Weil dieser sich aber nicht einmischen wollte, musste Schumann zu den Entführern ins Flugzeug zurückkehren - und wurde dort erschossen. Was in diesen letzten Minuten passiert ist, hatte der Dokumentarfilmer Maurice-Philip Remy erst vor einem Jahr herausgefunden.

Monika Schumann lobt den angekündigten ARD-Film "Mogadischu", der die Geschichte anhand der recherchierten Fakten nacherzählt, lässt es sich aber nicht nehmen, auf eine ausführlichere Dokumentation zur Entführung der Landshut am 28. Januar auf Arte hinzuweisen - damit nicht nur die eher "reißerischen" fiktiven Bilder ihr Publikum finden.

Wie zwei gefräßige Plapperkäfer

Nach Monika Schumann und ihrer Geschichte wirken Gloria von Thurn und Taxis und ihr jüngerer Bruder Alexander von Schönburg wie zwei gefräßige Plapperkäfer, die sich lautstark durch einen großen Haufen Worthülsen mampfen.

Gloria bedauert, dass die Zeit der arrangierten Ehen in Europa "leider vorbei" sei. Alexander gibt zum Besten, wie er einmal mit einem Hundewitz die Achtung der Queen errungen hat. Beide dürfen ihre kürzlich erschienenen Bücher vorstellen, in denen sie über den Adel beziehungsweise mit einem Kardinal plaudern.

Als mit dem Journalisten Bartholomäus Grill wieder ein qualifizierter Gesprächspartner zur Runde stößt, kommt endlich eine Diskussion in Gang. Der Afrika-Korrespondent der Zeit vertritt den eigentlich eingeladenen Priester Stefan Hippler, der die Einladung in die Sendung spontan abgesagt hat.

Druck von der Kirche

Es soll Druck von Seiten der Kirche gegeben haben. "Wäre er heute hier aufgetreten, wäre er morgen vermutlich nicht mehr im Dienst", sagt Bartholomäus Grill. Beide haben gemeinsam das kritische Buch "Gott, Aids und Afrika" verfasst. Hippler hat in Kapstadt die Hilfsorganisation Hope gegründet und engagiert sich für HIV-Infizierte; unter anderem verteilt der Priester Kondome.

Gloria von Thurn und Taxis dagegen ist dafür bekannt, dass sie mit missionarischem Eifer für die Kirche eintritt. Außerdem hat sie sich in den letzten Jahren immer wieder durch meinungsstarke, aber faktenschwache Bemerkungen zu Geschlechts- und Gesundheitsthemen hervorgetan ("Der Schwarze schnackselt gerne", "Kondome schützen nicht vor Aids").

Auch bei Beckmann hält sie sich mit gewagten Thesen nicht zurück. "Dass es in Afrika so viel mehr Probleme gibt als in Deutschland, liegt doch nur daran, dass es dort so viele Menschen mehr gibt!" Und würde man den zahlreichen Afrikanern den Wert der Familie vermitteln, wäre alles viel weniger schlimm.

Alexander von Schönburg kommt seiner Schwester zur Hilfe: "Es muss doch eine Institution geben, die die Wahrheit sagt", verteidigt er den Unfehlbarkeitsanspruch der Kirche. Auf Auma Obamas verständnislose Frage "Welche Wahrheit denn, von wem?" antwortet die Gräfin mit einem salbungsvollen "Liebe".

Es ist der Kenianerin hoch anzurechnen, dass sie angesichts dieser Naivität nicht in Sprachlosigkeit verfällt, sondern darauf hinweist, dass es auch in Afrika Liebe gebe - aber eben auch Untreue, Vergewaltigungen und Frauen, die aus Armut zur Prostitution gezwungen sind.

Wenn Ideologie und Realität in einer Talkshow zusammentreffen, ist das Ergebnis: Lautstärke. Reinhold Beckmann, der ewig Lächelnde, hat die restliche Sendung damit zu tun, die Diskussion friedlich zu beenden.

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(sueddeutsche.de/jja/odg/rus)