Irrungen und Wirrungen: Erst gab es Lobeshymnen für das Wundermittel gegen Neurodermitis, jetzt Kritik. Auch die ARD und Frank Plasberg stehen unter Beschuss.
Der Plot war ja auch zu schön. Zwei ehemalige Medizinstudenten hatten gegen Widerstände der Pharmaindustrie eine Creme aus Avocado-Öl und Vitaminen zusammengerührt, die Hilfe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte versprach. Der Kampf David gegen Goliath. Das Leid der Betroffenen ist enorm und Heilung - zumindest Linderung - wäre so nah, suggerierte der Film. Frank Plasberg griff das Thema nach einem rasanten Schwenk in "Hart aber fair" auf und sprach mit Film-Autor Klaus Martens. Vorher hatten die Talk-Gäste über die Schweinegrippe diskutiert.
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Nur eine Fotomontage - aber viele der 4 Millionen Neurodermitis-Erkrankten wünschten sich fünf Hände, um ihr Leiden zu erleichtern. Die Medienberichte machten Hoffnung. (© Foto: ddp)
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Inzwischen steht nicht nur die Creme, sondern auch der Umgang der ARD mit der Salbe in der Kritik. Hätte niemand in den TV-Redaktionen erkennen können, wie dünn die Datenbasis für die Wirksamkeit der Paste ist? Hätten sie nicht in Erfahrung bringen können, dass die angeblich von der Pharmalobby verhinderte Zulassung längst eingeleitet ist? Hätten sie nicht nachfragen können, warum nur die Zulassung als Medizinprodukt beantragt wurde? Dafür sind kaum Studien nötig. Über die Wirksamkeit wird mit der Zulassung zum Medizinprodukt überhaupt nichts ausgesagt.
Einige Medien versuchen inzwischen, Filmautor Martens und ARD-Moderator Plasberg als zerknirscht darzustellen. Plasberg sagt dazu auf Anfrage, er sei "irritiert darüber", was aus seinen Äußerungen gemacht wurde. Er spricht keineswegs davon, Fehler gemacht zu haben. "Wir hätten das Thema wahrscheinlich besser einbinden müssen, das ja", sagt Plasberg. "Eine Anmoderation nach dem Motto ,Wie weit reicht die Macht der Pharmaindustrie?' hätte die Verbindung zur Impfaktion gegen Schweinegrippe klarer gemacht."
Klaus Martens steht weiter zu seinem Film, möchte aber nicht zitiert werden, weil er damit zuletzt schlechte Erfahrungen gemacht hat. "Den Vorwurf einer gezielten Werbekampagne für ein Medizinprodukt weise ich entschieden zurück", schreibt er in einem offenen Brief auf der Homepage von "Hart aber fair". Klarheit müsste jetzt die Wissenschaft bringen. Nach wie vor fehlen große Studien, die zeigen, ob der Avocado-Vitamin-Mix wirkt oder nur viele falsche Hoffnungen weckt.
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(SZ vom 27.10.2009/iko)
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Zu meiner Person: Ich bin ein habilitierter und vom Staat bezahlter, industrieunabhängiger Biochemiker und forsche seit 30 Jahren an Proteinen, die Porphyrine und Porphyrin-ähnliche Stoffe enthalten. Mehrere meiner Forschungsergebnisse haben Eingang in Wikipedia gefunden.
Fakten: Porphyrine und porphyrinähnliche (dem Corrin-Ring des Vitamin B12 fehlt ein CH-Gruppe, um ein echtes Prorphyrin zu sein, das ändert aber nichts an seinen fundamentalen optischen und photochemischen Eigenschaften) Moleküle absorbieren Licht. Die Porphyrine und porphyrin-ähnlichen Verbindungen gehen bei der Absorption des Lichts in einen angeregten Zustand über. Die Anregungsenergie wird bei Anwesenheit von Sauerstoff auf diesen übertragen und regt ihn an, führt ihn in sogenannten Singulettsauerstoff über. Dieser ist sehr reaktiv und zerstört weitgehend alles, was ihm in die Nähe kommt. Die Folgen sind Zelltod und Zellschädigung. Für diese Effekte sind also Licht und das Vorhandensein von molekularem Sauerstoff Voraussetzung.
Möglicherweise vorhandene Effekte von Vitamin B12 auf Krebszellen im Dunkeln sind in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
Zum Kommentar von Atouk ist zu sagen, dass Chlorophylle (sic!) und die Hämgruppen des Hämoglobin (sic !) ebenfalls diese Eigenschaften haben. Man versucht sogar, derartige Stoffe in Krebszellen anzureichern und diese dann durch Bestrahlung mit sichtbarem Licht über die Erzeugung von Singulettsauerstoff abzutöten. Die Pflanzen versuchen durch Karotinoide die Bildung von Singulettsauerstoff und die Ausbildung von Schäden zu verhindern (Karotinoide übernehmen die Anregungsenergie von den Chlorophyllen, sind aber selbst nicht in der Lage Singulettsauerstoff zu erzeugen). Dies gelingt Ihnen nicht vollständig, deshalb müssen Pflanzen ihr Photosystem II dreimal pro Stunde reparieren.
psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html
Würde ich also Chlorophylle, oder Hämgruppen in Cremes mischen und auf die Haut auftragen, so würde ich im Licht auf der Haut den schädlichen Singulettsauerstoff produzieren. Symptome wären zunächst Hautrötungen und sonnenbrandähnliche Entzündungen. Manche Zellen der Haut werden nicht abgetötet, entarten aber und führen als Spätfolge zu Krebs.
Genau das ist bei der Anwendung der Vitamin B12 Creme auch zu erwarten. Vitamin B12 absorbiert grünes Licht (daher die Rotfärbung, Komplementärfarbe), viel stärker absorbiert Vitamin B12 aber im nahen UV Bereich.
Gibt es für diese Schädigungen durch Vitamin B12 Indizien ?
Die gibt es ! In der zweiten, von den Herstellern der Creme (Regeneratio Pharma AG) gesponserten Studie zur Behandlung atopischer Dermatitis
(die Publikation ist frei im Internet zugänglich, British Journal of Dermatology, Band 150, Seiten 977-983, 2004) haben von 48 Patienten drei die Behandlung abgebrochen, weil die Dermatitis sich verschlimmerte, zwei wegen "burning, itching and swelling" bzw. "redness and swelling", bei 23 Probanden, welche die Studie zu Ende geführt haben, kam es zu "itching, burning and redness". Diese Daten sind ein starker Hinweis auf die Existenz des oben dargestellten Schädigungen über Erzeugung von Sigulettsauerstoff durch Vitamin B12. Das Hauptproblem werden aber die Melanome und anderen Hautkrebsformen sein, die in 15 oder 20 Jahren auftreten werden.
Deshalb nochmals: HÄNDE WEG VON REVIGIDERM und ähnlichen Vitamin B12 haltigen Cremes, und schon gar nicht kleine Kinder damit eincremen.
Damit es nicht zu einem Anstieg von Hautkrebserkrankungen kommt, sollte alles dafür getan werden, die Anwendung dieser Cremes zu verhindern.
Falls das nicht gelingt, bin ich heute schon gespannt darauf, wie dann die Schadenssersatzklagen gegen die Herren Martens, Klingelhöller und Weiss ausgehen werden.
"Die können die Salbe also wieder einstampfen ! "
Vielleicht auch nicht. Vielleicht wird sie ja als Medikament zugelassen und die Kasse zahlt die Behandlung. Mir wär es so auch am liebsten :P
spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657645,00.html
Da haben einige Beamte mal gut aufgepasst!
Das alte Lied, der Hersteller weiß nicht was er genau zusammenmixt und ob es jetzt eine Medizin oder doch bloß ein Medizinprodukt ist.....
Also für mich ist es klar ein Medikament wenn 70 Milligramm in 100 g Salbe eingerührt werden.
Natürlich in Lebensmitteln kommt maximal ein Tausendstel vor , z.B. in Leber ca. 50 Mikrogramm:
novafeel.de/ernaehrung/vitamin/vitamin-b12.htm
Die können die Salbe also wieder einstampfen !
Guru- nein, ich bin verdeckter Pharmareferent und versuche nur die Öko-Homöopathie-Liga in Misskredit zu bringen.
Paging