Vor wenigen Jahren noch als frecher Newcomer mit Amy Winehouse gefeiert, präsentiert die britische Sängerin Adele auf ihrem neuen Album "21" jetzt Schmeichel-Pop.
Eine gute Welle reitet im Pop niemand lange allein. Also hatte Amy Winehouse kurz nach dem riesigen Erfolg ihres 2006 erschienenen Retro-Soul-Albums "Back To Black" die Retro-Soul-Sängerinnen Duffy und Adele an ihrer Seite. Beide wurden nicht so berühmt wie sie, aber berühmt genug, um nicht sofort wieder vergessen zu werden.
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Duffy verkaufte von ihrem Album "Rockferry" (2008) mehr als anderthalb Millionen Einheiten und bekam 2009 drei Grammys, Adele blieb mit ihrem Album "19" knapp unter einer Million Exemplare, sie erhielt den Grammy als Best New Artist. Beide haben neue Alben veröffentlicht. Duffy knüpfte mit "Endlessly" (2010) und der Single "Well Well Well" nicht an alte Erfolge an.
Schwer wird es auch Adele mit ihrem Album "21" (XL Recordings) haben, das am Freitag erscheint. Sie scheint geahnt zu haben, dass die große Zeit des rumpelnden Retro-Soul in den Charts vorbei ist.
Nur ist "21" kaum mehr geworden als ein zu brav produziertes Schmeichel-Pop-Album. Vier Songs hat der scheinbar omnipräsente, aber zuletzt nur noch weichgespült produzierende Rick Rubin den letzten Schliff verpasst. Ein Meisterwerk ist nicht dabei. Bemerkenswert sind allenfalls die erste, von Paul Epworth produzierte Single "Rolling in The Deep" und der Rumpler "Rumor Has It", den Adele erstaunlicherweise dem Schmusepop-Komponisten Ryan Tedder verdankt. Mehr Überraschungen gibt es leider nicht.
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(SZ vom 19.01.2011/kelm)
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