Von OLIVER HERWIG

Browserkrieg 2.0: Kaum sind sechs Jahre nach der Niederlage von Netscape vergangen, treibt sein legitimer Enkel Mozilla Firefox den Giganten Microsoft in die Enge.

Lange hat die Ruhe an der Benutzeroberfläche gehalten. Trügerisch. Denn plötzlich zeigt sich eine hektische Betriebsamkeit im Internet. Eben hat Microsofts Chef Bill Gates für den Sommer eine neue Version des Internet Explorer angekündigt, der vor allem Sicherheitsmängel beseitigen soll. Das aber war so nicht beabsichtigt gewesen. Microsoft wollte seinen längst zum Standard gewordenen Browser, also die Software, die man zur Darstellung von Websites verwendet, erst gemeinsam mit der ebenfalls längst angekündigten Version des neuen Windows-Betriebssystems "Longhorn", veröffentlichen. Und die ist nicht vor 2006 zu erwarten.

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Gibt´s als Desktop-Bild beihttp://www.aloistreichel.de/bilder/mozilla/firefox_01_1600.png (© Foto:)

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Dass sich Microsoft zu dieser Vorverlegung veranlasst sieht, hat wohl einen einzigen Grund. Der Software-Riese antwortet damit auf die steigende Popularität eines Herausforderers mit Namen "Mozilla Firefox".

Ausgezeichnete Testergebnisse und aggressive Werbung hatten dem Neuling eine fast für unmöglich gehaltene Anhängerschaft beschert und dem Konkurrenz-Monolithen aus Redmond entscheidende Marktanteile abgenommen. Zwar dominiert der Platzhirsch mit 87,28 Prozent immer noch das Browserwesen, doch konnte sich der feurige Fuchs bereits mit 8,45 Prozent auf den zweiten Platz vorschieben. Tendenz steigend. Erleben wir also gerade die Neuauflage des berüchtigten Browserkrieges, den Microsoft vor sechs Jahren gegen Netscape ausfocht und klar gewann? Kommt es zur Revanche?

Denn Familienbande zwischen Firefox und Netscape gibt es tatsächlich. Der Neuling ist ein legitimer Enkel von Netscape. Der Fuchs basiert auf dem Quellcode seines Urahns, der vor Jahren -- nach der verlorenen Schlacht gegen Microsoft -- freigegeben wurde: Firefox zählt inzwischen zu den so genannten Open-Source-Produkten. Es ist zum einen kostenlos. Viel wichtiger für seinen Erfolg aber ist: Der Code, das Herz des Programms, ist offen zugänglich. Er kann von jedem Programmierer verbessert werden. Und das geschieht im großen Stil. Der Firefox symbolisiert inzwischen die neuen Allianzen im Netz -- oder sollte man sagen: das geschickte Networking gegen den Softwareriesen?

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