Neues Album von Tom Waits Er knurrt, brüllt, röchelt, röhrt, winselt

An Tom Waits scheiden sich die Geister. Er ist der König der verblüffenden Klänge und schrägen Metaphern. Auf seinem neuen Album hat er Keith Richards zu Gast - und überzeugt, indem er alle Traditionen wuchtig durcheinanderwirbelt.

Von Max Fellmann

Es ist ja nicht leicht mit Tom Waits. Die einen finden ihn einen schwer erträglichen Schmierenkomödianten, der ewig auf Säuferstimme, Zirkusgedröhn und Sonderlingstatus rumreitet; die anderen lieben ihn dafür, dass er eine eigene Welt erschaffen hat, in der er unumschränkt allein herrscht, ein König der verblüffenden Klänge und schrägen Metaphern.

Säuferstimme und Zirkusgedröhn: Tom Waits in Aktion.

(Foto: dapd)

Die einen mögen vor allem seine Experimente und sein Gelärme, die anderen eher die mitunter etwas arg kuscheligen Balladen. Auf jeden Fall werden die, die ihn mögen, sein neues Album "Bad As Me" (Anti) lieben. Er knurrt, brüllt, röchelt, röhrt, winselt, dazu handgemachte, irgendwie ledrige Musik mit viel dekonstruierter Tradition - Blues, Country, Kurt Weill, Captain Beefheart, alles gewohnt wuchtig durcheinandergewirbelt, mal schepprige Musikbaustelle, mal wehmütiger Wild-West-Chanson.

Weniger Xylofon und Eigenbau-Instrumente diesmal, dafür Keith Richards als Gastgitarrist. Das ist alles innerhalb der Waits-Welt nicht allzu überraschend - aber eben doch auf konstantem Niveau völlig eigen und ganz schön gut.

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