Neues Album von Jay-Z Platin-Status am Erscheinungstag

Das neue Album von Jay-Z, "Magna Carta Holy Grail", wird schon am Erscheinungstag Platin-Status erreicht haben. Möglich wurde das durch einen Marketing-Coup des Rappers und eine Regeländerung.

Von Kathleen Hildebrand

Das Motto seines neuen Albums lautet: "We need to write the new rules". Und die Regeln umgeschrieben hat Rapper und Hip-Hop-Unternehmer Jay-Z schon, bevor überhaupt irgendjemand "Magna Carta Holy Grail" gehört hat. Das Album wird am Erscheinungstag bereits Platin-Status erreicht haben.

Der Verband der US-Musikindustrie RIAA hat die Vergabekriterien für den Gold- und Platin-Award geändert. Von nun an muss nach der Erscheinung einer Platte nicht mehr die 30-Tage-Frist verstreichen, bis der Preis für herausragende Verkaufszahlen verliehen werden kann.

Damit begründet der jüngste Marketing-Coup von Jay-Z: Eine Million Nutzer der Galaxy-Mobiltelefone von Samsung können sich das neue Album schon drei Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin gratis über eine App herunterladen. Für dieses Werbegeschenk hat der koreanische Konzern eine Million Download-Alben zu einem Stückpreis von fünf Euro gekauft. Der Rest der Welt kann sich den Magna-Carta-Gral erst am 7. Juli kaufen - wenn er denn möchte.

In Deutschland reichen schon 200.000 verkaufte Alben

In einer Pressemitteilung erklärt die RIAA, die Frist-Regel sei nicht mehr zeitgemäß und müsse der sich ändernden Realität des Musikgeschäfts weichen. Die Frist existierte, um die Verkaufszahlen von Rückgaben aus Komissionseinkäufen bereinigen zu können. Bei digitalen Verkäufen machten Rückgaben allerdings weniger als zwei Prozent aus und könnten deshalb vernachlässigt werden.

Für das deutsche Pendant, die "Platin-Schallplatte", gibt es keine solche Frist. Es zählen die Tonträger oder Downloads, die an den Handel verkauft und der Gema gemeldet wurden - ein Wirtschaftsprüfer des Bundesverbands Musikindustrie muss die Verkaufszahlen bestätigen. Tut er das nicht, zieht der Verband sein Zertifikat von der Trophäe zurück und streicht die Verleihung aus dem Register. Die Million muss in Deutschland aber keine Platte knacken: Hierzulande reichen für Platin schon 200.000 verkaufte "Musikprodukte".