Die Empörung des Wutbürgers verraucht - doch der grüne Glaube bleibt: Die kleinen Schritte im Alltag schaffen in der Masse den gesellschaftlichen Druck, der die Welt verändert. Was die Grünen mit dem Christentum verbindet.
Zum ersten Mal werden die Grünen ein großes Bundesland regieren. Die einstige Protestpartei ist im Kern des Bürgertums angekommen. Wie aber passen grüne Politik und grüne Lebensführung im heutigen Kapitalismus zusammen? Ist, wie nach der Baden-Württemberg-Wahl an dieser Stelle behauptet wurde, "die Stunde der Heuchler" gekommen? Oder lässt sich der ökologische Umbau mit Wohlstand und Wachstum verbinden? Das SZ-Feuilleton debattiert über Nachhaltigkeit, Zukunft und grüne Werte - von nun an unter www.sueddeutsche.de/gruen.
Solarenergie im Vatikan: Der kleinste Staat der Welt bezieht seit 2008 einen Teil seines Stroms aus der Kraft der Sonne. (© SolarWorld)
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Ökologie ist eigentlich keine Frage der Perspektive. Doch wenn man die Stadt Rom auf einem Satellitenbild betrachtet, entdeckt man gleich neben dem Petersdom eine silbrig schillernde Wellenform, die nicht so recht ins Ensemble des Vatikans passen will. Es handelt sich dabei um die vatikanische Audienzhalle, die der Bauingenieur Pier Luigi Nervi bis 1971 für Papst Paul VI. errichtete. Das silbrig Schillernde sind 2400 Sonnenkollektoren, die dort vor zwei Jahren angebracht wurden. Zwar waren die Kollektoren das Geschenk eines deutschen Solarenergiekonzerns, doch es handelt sich hier keineswegs um ein werbeträchtiges Symbol, sondern um einen Aufbruch.
Seit 2007 hat der Vatikan den Ehrgeiz, der erste kohlenstoffneutrale Staat der Erde zu werden. Treibende Kraft des Vorhabens ist Staatsoberhaupt Benedikt XVI. selbst. 2009 widmete er in seiner Enzyklika "Caritas in Veritate" einen beachtlichen Teil der Verpflichtung der Menschen für die Umwelt. Dieser grüne Kern des Christentums hat nun mit den Wahlen in Baden-Württemberg eine neue Bedeutung bekommen.
Handelt es sich beim designierten ersten grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann eben nicht um einen kämpferischen Umweltpolitiker, sondern um einen bedächtigen Katholiken, den die Gemeinsamkeiten zwischen grüner Theologie und grüner Politik seit Beginn seiner politischen Laufbahn geprägt haben.
Wut verraucht - Glaube bleibt
Die Parallelen sind nicht neu. Die Bewahrung der Schöpfung war nicht erst seit dem ersten Tierschützer Franz von Assisi ein Thema des Christentums. Die verschiedenen Konfessionen und auch die Weltreligionen ähneln sich in dieser Hinsicht. Genau das aber könnte für die Union und ihre Koalitionspartner so gefährlich und für die Bundesrepublik so wichtig sein. Wenn sich die Ökologie nicht mehr als streitbare Bewegung in der Tradition des Protests und der außerparlamentarischen Opposition versteht, sondern als Vertreter konservativer Urwerte, so verblassen all die Wutbürgerphänomene, die derzeit die deutsche Politik so amüsant durcheinanderbringen. Wut verraucht. Glaube bleibt.
Lesen Sie weiter auf Seite 2, womit sowohl der Glaube als auch das grüne Bewusstsein zu kämpfen haben.
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Umweltstiftung WWF in der Kritik
Dabei sei an dieser Stelle an Schiller erinnert: „Den die Freude bindet wieder, was die Mode streng geteilt!“ Die Besserwisser von heute, sind die diktatorischen Dogmatiker von Morgen. Wer Hinterfragen nicht zu lässt, und nur die eigenen Meinung bestätigt haben will, zeigt diktatorische Züge.
Und allen die das Grüne Denkmodel mit dem katholischen Glauben gleich setzen, oder zumindest in beiden viele Parallelen finden, und sich darüber freuen sei Kant in Erinnerung gebracht:“ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Das ist der eigentliche Tod der Religion – der katholischen wie der Grünen.
Dem Grünen Denkmodel mangelt es aber an klaren Aussagen, wie diese zentrale Frage beantwortet wird. Denn dann müsste der stigmatisierte Feind, die Industrie, in dieses Model integriert werden. Das lässt das Model aber nicht zu.
Am leichtesten machen sich der Dogmatismus und die Lüge von der „Bewahrung der Schöpfung“ am Thema Atom-Kraft fest. Zur Durchsetzung der machtpolitisch verwertbaren Option eines Ausstieges aus der Kernkraft wird den Menschen das Bild des Windmühlen- und Solaranlagenbestücken Deutschlands als Alternative vorgehalten. In Tat und Wahrheit wird der Verzicht auf Kernkraft mit der massiven Zunahme und dem längeren Laufen insbesondere der Kohlekraft erkauft. Der massive Ausstoß an CO2, der sich in einer Beschleunigung des Klimawandels und damit einer massiven Zerstörung der „Schöpfung“ niederschlägt, wird negiert. Wer darüber diskutiert, bricht ein Dogma und wird stigmatisiert.
Die GRÜNEN „Vordenker“ in Deutschland, vermeinen den Begriff der Moderne für sich gepachtet zu haben. Frau Roth glaubt, besser zu wissen als die Ingenieure und Manager bei Daimler, wie das moderne oder zukunftsfähige Auto aussieht. Beim Thema Energie wird der begriff der „Moderne“ und „Zukunft“ von den GRÜNEN gepachtet. Eine Diskussion, welche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt die massive Verspargelung ganzer Landschaften mit sich bringt, wird bewusst unterlassen.
Die Grünen kennen, weil man ja die „Moderne“ gepachtet hat, die Antwort auf jedwede Frage. Und jedwede Frage wird moralisch und nicht vernünftig beantwortet. Das Denkmodel unterwirft sich bei der Beantwortung von Lebensfragen einem moralischen Anspruch, der sich selbst genügt und nicht mehr die Lebenswirklichkeiten der Menschen beachtet und damit defakto unmoralisch ist.
Mehr und mehr geht man dazu über, ausgrenzend intolerant und dogmatisch im Umgang mit Andersdenkenden zu werden. Da dies alles mit wohlklingenden moralischen Begründungen gedeckt wird, ist die Perversion vorerst nur schwer zu erkennen. Der Ruf an die Vernunft, weicht mehr und mehr der Unerbittlichkeit des Befehls, des Gesetzes. Die Freude des Einzelnen, sich in die Gesellschaft einzubringen, sich zu Beteiligen wird geknechtet mit der Frage, ob er die Dogmen befolgt.
Wunderbar, wie sich die GRÜNEN mit der katholischen Kirche vergleichen!
Ein besserer Vergleich ist schlicht nicht vorstellbar. Beide Denkmodelle stecken so voller Dogmen und Stigmata, dass es dem die Kriterien der Kritik der reinen Vernunft gebrauchenden aufgeklärten Bürger nur kalt den Rücken runter rinnt.
Unter dem Deckmäntelchen der „Bewahrung der Schöpfung“ werden Verbote, Verordnungen, Handlungsanweisungen etc. erlassen, die Freiheit des Einzelnen, die Freiheit des Denkens spielt dabei gar keine Rolle mehr. Früher verbrannte die katholische Kirche die Ungläubigen und Ketzer auf dem Scheiterhaufen, heute werden die Feuer der medialen Ächtung entfacht. Der Unterschied? Heute sind die Betroffenen den Folgen der Ächtung länger ausgesetzt.
Klare Feindbilder dominieren in beiden dogmatischen Lagern die Szene. Die GRÜNEN begreifen „Die Industrie“ und „Die Industriegiganten“ als Verderber, Ausbeuter, Vernichter, Gierschlunde, Raffzähne etc. Dieses Dogma zu hinterfragen ist Frevel und wird sofort massiv bekämpft. Die Freiheit des Individuums und des Denkens spielt in der Debatte schon keine Rolle mehr. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“
Illustrierendes Beispiel der Dogmatiker – der ausgrenzende, abwertende und intolerante Umgang mit Rauchern. Ich habe mich ganz persönlich dafür entschieden, nicht mehr zu rauchen, es fiele mir aber im Traum nicht ein, daraus eine Handlungsforderung für andere abzugeben. Wir erleben viele Tabus in islamischen Ländern als engstirnig, beschneidend und intolerant – bewegen uns aber in Folge des GRÜNEN Denkmodels auf genau solche Zustände zu.
Vollkommen ausgeklammert wir bei dem Denkmodel, dass „die Bewahrung der Schöpfung“ beim Menschen selbst beginnt. Es ist für 6 Milliarden Menschen die Lebensgrundlage zu sichern. Oder anders, für 80 Mio Menschen in D. Das funktioniert bei Bewahrung der heutigen Lebensstandards nur mit einer intensiven Industrialisierung und Maximierung der Arbeitsteilung. Weiter ausgeklammert im Grünen Denkmodel bleibt die schlichte Tatsache, dass die produktive Tätigkeit des Einzelnen ein ganz wesentlicher Bestandteil des Lebenssinnes ist. Es ist sicher zu stellen, dass die produktive Tätigkeit der Lebensmittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bleibt. Denn nur wenn Mehrwert produziert wird, kann Arbeitsteilung finanziert werden.
„Fatalisten halten die Fügungen des Schicksals für unausweichlich und meinen, der Wille des Menschen könne ihnen nichts entgegensetzen.“ So Wikipedia. Aber so sind diese sogenannten „Gutmenschen“ nicht! Gutmenschen haben Lösungen auf die nur nicht gehört wird da diese meist unbequem sind.
Fatalisten sind diese Egozentriker des Wirtschaftskapitalismus der die Welt jeden Tag mehr ins Verderben schickt. Dies sind die, die ihr System für unausweichlich halten da nur ihr Wohlstand auch den anderen Wohlstand bringen wird. Es sind die, die meinen alles gehört in private Hand der Staat gehört abgeschafft und der Wirtschaft überlassen. Es sind die, die seit dem 9/11 die ungebändigte Wirtschaft und die sich immer weiter ausdehnenden Einschnitte der Freiheit der Bürger genießen. Es sind die die selbst in der Wirtschaftskriese die eindeutigen Gewinner sind und die Bürger in ihren verdienten Wohlstand und den sozialen Zusammenhalt täglich angreifen. Ja es sind die, die jetzt nach Fukushima sich hinter den Büromauern überlegen wie sie den Schaden ihres Kapitals so niedrig halten wie nur möglich und nicht der Natur.
Ja - ich bin Zyniker, da man diesen täglichen Wahnsinn dieser Wirtschaftsdiktatur sonst nicht mehr erträgt aber führt bei mir keinesfalls zu Erschöpfungserscheinungen sondern zum jetzt erst recht! Doch wir „Gutmenschen“ sind nicht Politikverdrossen sondern Parteienverdrossen! Den Parteien gleich welcher Farbe die sich den fatalistischen Egozentrikern hingegeben haben und wie Marionetten an den Fäden der Wirtschaftsbosse zappeln.
Jeder Einzelne hat seinen Beitrag zu leisten je nach seinen Möglichkeiten. Heißt das nicht auch dass die Großwirtschaft dementsprechend mehr leisten müsste als das Notwendigste? Das Notwendigste das in Gesetzen, geschrieben von den Kanzleien der Lobbyisten der Großwirtschaft, von den Volksvertretern per Fraktionszwang abgeknickt wird.
Rauchen kann tödlich sein doch immer noch prangert der Marlboroman vom Plakat und die Gesellschaft schaut dem Treiben der Wirtschaftsdiktatur auf das Plakat und träumt von Freiheit und Abenteuer.
Wir ergeben uns in eine zynische Manipulation der Wirtschaftsgiganten, die bis in die Meinungsmache der Medien reicht, ist der Grund für die Zurückhaltung der Bürger aus den Gesten eine Rebellion zu Formen.
Man braucht ein Ziel und das kann den Bürgern keine Religion und keine Partei mehr geben. Das Grundgesetz, das für die Parteien keine Gültigkeit mehr besitzt und mehr zum Ideal verkommt, kann dies.
Das heißt das wirtschaftlich die soziale Marktwirtschaft die spätestens seit dem Einigungsvertrag unsere Wirtschaftsform vorgibt wieder eingeführt werden muss um den Kapitalismus wieder zu verdrängen.
Das heißt das Kriegseinsätze für die Wähler in Mehrheit keine Lösungen sind und gegen das Grundgesetz agiert.
Das heißt aber auch, das sich der Naturschutz nicht nur in den Länderverfassungen wiederfinden müsste sondern auch im Grundgesetz.
Das heißt auch, dass die Bürgerbeteiligung an der Gesetzgebung gestärkt werden muss und die bundesweite Volksabstimmung das Grundgesetz erreicht.
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