Mr. Bean hat ein Ziel, das ist der Strand, das französische Mittelmeer. Sein innerer Kompass treibt ihn durch Paris, wo er charmant die drei Wörter zum Einsatz bringt, deren er mächtig ist: Oui. Non. Gracias. Mit Video.
Mr. Bean ist verliebt. Verliebt in seine kleine Digitalkamera. Er hat sie überall bei sich auf seiner Tour durch Frankreich, von Paris nach Cannes. Beides war der Hauptgewinn in der Pfarrlotterie.
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Mr. Bean hat ein Ziel, das ist der Strand, das Mittelmeer. Von dieser Beharrlichkeit hat das Kino schon immer profitiert, das komische zumal.
Von diesem inneren Kompass, der einen Menschen in Bewegung hielt und der dann durchaus mal, beim Durchmarsch durch Paris, durch einen äußeren ergänzt werden kann.
Da schlägt Beans alte Sturheit durch, da schraubt er seine neue Freundlichkeit zurück, die er sonst in beherzten Konversationen mit Einheimischen demonstrierte, in deren Verlauf er charmant die drei Wörter zum Einsatz bringt, deren er mächtig ist: Oui. Non. Gracias.
"Mr. Bean macht Ferien" ist nach "A Good Year" schon der zweite Film innerhalb eines halben Jahres, in dem ein Engländer Frankreich entdeckt, sich auf den Rhythmus dort einlässt, und wie seinerzeit Russell Crowe ist nun auch Rowan Atkinson von den Kritikern, denen Großbritanniens zumal, abgewatscht worden. Das sei alles schrecklich langsam, wurde immer wieder geschrieben, und viel zu tatiesk.
Eine filmhistorische Referenz, die Rowan Atkinson offen anerkennt - durch eine hübsche Radler-Sequenz zum Beispiel, die total von "Jour de fête" inspiriert wurde: Gracias, Monsieur Hulot!
Erholsame Langsamkeit
Wahrlich erholsam ist diese Langsamkeit heutzutage, in diesen actionhektischen Jahren, dieser Verzicht auf aufdringlich-komische Effekte. Auch Rowan Atkinson ist glücklich - er fand seinen ersten Kinofilm sehr, sehr amerikanisch.
Die fürs britische Kino obligatorische Erinnerungsszene an den Weltkrieg absolviert hier Willem Dafoe, als Filmemacher aus Amerika, der sich auteuresker aufspielt als alle seine europäischen Kollegen zusammen. Er arbeitet gerade mit Inbrunst an einem Werbespot, für Joghurt: Kino als Naturprodukt.
MR. BEAN'S HOLIDAY, GB 2007 - Regie: Simon McBurney, Buch: Robin Driscoll, Simon McBurney, Hamish McColl. Kamera: Baz Irvine. Mit: Rowan Atkinson, Emma de Caunes, Jean Rochefort, Antoine de Caunes, Willem Dafoe, Karel Roden. UIP, 90 Minuten.
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
(SZ vom 5./6. April 2007)
Aktennotiz des Bundespräsidenten
Ich finde Bean grimassiert stärker als Didi.
Er kann die Augen auch mehr verdrehen.
Dadurch merkt der junge Zuseher schneller,
dass es witzig ist.
....
Wer über Didi nicht lachen konnte, wird
es auch bei Mr. Bean kaum schaffen,
zumal ja niemand jünger wird und Didis
kleine Meisterwerke schon etwas zurück-
liegen.
Das beste seit Didi Hallervorden?
Das ist nicht sehr viel. Das ist sogar sehr wenig.
Oder war's ironisch gemeint?
Ehrlich, dieser Film ist witzig.
Wer will, kann sich erst totlachen
und dann hinterher angenehm enttäuscht
nach Hause gehen. Es ist ein
Erlebnis für Junge und Jüngere
sogar für ganz Junge.
Das Beste seit Didi Hallervorden.
....
Unbedingt ansehen.
Besser als Tony Blair !
Wir haben den Film in Originalfassung in Muenchen gesehen. Ich war sehr positiv beeindruckt. Vor allem auch weil der Trailer eher niedrige Erwartungen bei mir ausloeste.
Der Film ist witzig und unterhaltsam und trotzdem nicht seicht. Fuer mich steht er auf der gleichen Stufe wie die Ferien des Mr Hulot's von Tati und das ist ja schon ein Meisterwerk. Zugegeben die Mimik von Mr. Atkinson ist manchmal sehr dick aufgetragen aber die Pantomime der Puccini Arie auf dem Marktplatz (Musik von CD)war fuer mich schon alleine den Besuch wert.