Von Brauseherstellern bis zu Orchestern: "Second Life" treibt immer mehr Unternehmen an, sich in der digitalen Zweitwelt zu profilieren. Aber es gibt auch Widerspruch.
Dass es der digitalen Zweitwelt "Second Life" nach wie vor gelingt, für Aufsehen zu sorgen, ist nicht zuletzt der großen Erregung geschuldet, mit der Firmen wie Medien auf diese sogenannte Web-2.0-Plattform reagiert haben.
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Auf der Insel eines Knabberwarenherstellers: Digitale Verlockungen kommerzieller Anbieter. (© Foto: dpa)
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Die Aussicht auf annähernd neun Millionen potenzielle Leser, Zuschauer oder Kunden treibt PR-Abteilungen dazu, Netz-Kopien von Unternehmen jeder Couleur im "Second-Life"-Universum zu etablieren.
So brachte vergangene Woche eine bekannte Cola-Marke einen neuen dreienhalb-minütigen Werbefilm zuerst in "Second Life" heraus.
Der Premiere ging eine virtuelle Kino-Werbekampagne mit Postern und Vorschau-Schnipseln voraus.
Dabei scheint eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben, dass sich, wie der frei zugänglichen Statistik von "Second Life" zu entnehmen ist, in den vergangenen 60 Tagen von 8.945.933 "Second-Life"-Mitgliedern nur 1.639.432 eingeloggt haben, also lediglich rund 18 Prozent.
Ein weiteres Beispiel für den anhaltenden "Second-Life"-Rausch ist das Projekt des britischen Satelliten-Nachrichten-Kanals Sky News, das "Second-Life"-Nutzer einlädt, ihr animiertes Alter-Ego als virtuellen Reporter in die Dienste des Senders zu stellen. Jeder interessierte Avatar kann sich ein Mikrofon in der "Second-Life"-Außenstelle von "Sky" abholen und sowohl über Ereignisse in der wirklichen, als auch der digitalen Welt berichten. Ausgewählte Beiträge sollen dann auf der Video-Sharing-Seite des Senders gezeigt werden, "und möglicherweise auch auf Sky TV", wie eine Presseverlautbarung verheißt.
Das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra will unterdessen nicht mit Masse, sondern mit Klasse punkten: Nur Hundert Tickets werden für den Auftritt des Orchesters in "Second Life" verlost. Das Liverpool Philharmonic hat seine Konzerthalle im Netz nachgebaut.
"Kriegt Akne!"
Dort wird es am 14. September unter der Leitung seines Chefdirigenten Vasily Petrenko per Audio-Stream Werke von Ravel und Rachmaninow, aber auch Uraufführungen von Stücken der Liverpooler Komponisten Kenneth Hesketh und John McCabe zu Gehör bringen. Orchester-Sprecherin Millicent Jones sagt: "Wir hoffen, dass wir in 'Second Life' eine Gruppe von Menschen erreichen, die nie im wirklichen Leben nie Gelegenheit haben, sich eine Karte für ein Konzert zu kaufen, die aber neugierig auf die Erfahrung sind."
So alt wie digitale Parallelwelten sind die teilweise humorlosen Reaktionen in der Realität. Mangelnden Humor kann man der Seite "Get a first Life" des kanadischen Bloggers Darren Barefoot nicht vorwerfen: Aufgemacht wie die Startseite von "Second Life" macht sie Werbung für "eine dreidimensionale, analoge Welt, in der es keine langsamen Server gibt." "First Life" richtet Aufforderungen an seine "sechseinhalb Milliarden" Mitglieder wie "Macht euch im Sportunterricht zum Gespött!", "Kriegt Akne!" oder "Benutzt zum Geschlechtsverkehr eure wirklichen Genitalien!" Das klingt verlockend.
(SZ vom 20.08.2007)
und das täglich! Newbies werden dann von Zombies überallen und saugen das digitale Blut der Opfer aus, so werden es Tag für Tag mehr ....
Mehr ist hier dazu zu lesen:
http://www.sltalk.de/index.php/2007/08/23/second-life-ist-tot-und-von-zombies-befallen/
Es dauert eben noch eine Weile bis sich rumgesprochen hat, das Second Life kein Spiel im herkömmlichen Sinne ist....
Eine durschnittliche Userzahl (die immer Online ist) von jeweils 40.00+ Leuten und ein realer Dollarumsatz der Plattform von 1,167,603 US $ (für die letzen 24 Stunden) nennen Sie tot ? Dann würde mich mal Ihre Meinung zu einer "untoten" Plattform interessieren.
das ist doch längst von gestern. Nur ein paar besonders schwerfällige Medien haben das noch nicht bemerkt...