Copyright-Kommissare aufgepasst: Die Band Nine Inch Nails "verschenkt" gesammeltes Live-Material - hat damit jemand ein Problem?
Nachdem bereits Bands wie Mercury Rev oder Radiohead neue Alben ins Netz stellten und Fans zum Herunterladen aufriefen, dreht sich das Rad zum offeneren Umgang mit Urheberrechten und Musik nun noch etwas weiter. Das amerikanische Rockprojekt Nine Inch Nails "verschenkt" ihre Neuerscheinung "Another Version Of The Truth" über das Internet. Das Besondere ist die Entstehungsgeschichte: Vor der Tour im vergangenen Jahr wurden die Fans aufgefordert, die Konzerte mitzufilmen. Das gesammelte Material - eine Datenmenge von 400 Gigabyte - wurde im Januar ins Netz gestellt. Nutzer bastelten daraufhin einen 56 Tracks umfassenden Zusammenschnitt, der gemischt und gemastert wurde und nun - vorerst allerdings nur als Audiodatei - im Netz frei zugänglich ist. Bald soll auch eine DVD online bestellbar sein, ebenfalls kostenlos.
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Trent Reznor von Nine Inch Nails zeigt sich freigiebig: Zum Abschied verschenkt das Rockprojekt 56 Tracks als digitales Album. (© Foto: Reuters)
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Den Weg zum digitalen Album weist Nine-Inch-Nails-Projektleiter Trent Reznor auf seiner Webseite. Mit der Aufforderung an die Fans, selbiges mit der BitTorrent-Technik, also als "Datenstrom", herunterzuladen und zu teilen. Da die Rechte an den mitgeschnittenen Songs teilweise früheren Plattenfirmen gehören, ist das im Prinzip illegal und es könnte Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen geben. Ein Sprecher von Universal beantwortete die Frage nach den Rechten jedoch mit "Ehrlich gesagt - keine Ahnung". Dass außerdem eine juristische Verfolgung von Betreibern solcher Seiten schwierig ist, zeigt derzeit der "Pirate-Bay"-Prozess. Den Titel "Another Version Of The Truth" darf man also getrost als Kritik am Copyright-Verständnis der Musikindustrie deuten.
Mögliche Beschwerden wegen Urheberrechtsverletzungen kommentiert Trent Reznor auf seiner Homepage nonchalant. Er wisse auch nicht, an wen man sich damit wenden solle, am besten wohl aber an seinen Psychotherapeuten. Trüben dürfte die Euphorie zweierlei: Nine Inch Nails ist so etabliert, dass es leicht fällt, sich den Luxus zu leisten, die Musik zu verschenken. Zudem kündigte Reznor zeitgleich mit dem Erscheinen die mögliche Auflösung des Projekts an. In einer anderen Version der Geschichte ist das Album also schlicht ein letztes Dankeschön an die Fans, zum Abschied.
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(SZ vom 9.3.2009/irup/rus)
1. Sans a bisserl zspät, weil Nine Inch Nails nun schon ein paar andere Schmankerl ins Netz gestellt haben. So konnte man sich Ghosts 1 umsonst runterladen, um sich dann zu überlegen, wie viel einem Teil 2-4 denn wert seien. Diese Aktion war so erfolgreich, dass Reznor das nächste Album mit dem lapidaren Kommentar "This one's on me" völlig umsonst ins Netz stellte.
2. Das Rechteproblem ist vorhanden, aber nicht wie im Text geschildert. Reznor wollte eine Live-DVD veröffentlichen, hatte sich aber so mit seiner Plattenfirma verstritten, dass ihm das zu viel Stress gewesen wäre. So war es ein schöner "Zufall", dass diese 400 GB ins Netz geflossen sind, denn an sich hätte auch die Plattenfirma Rechte an dem Material besessen.
... wenn der Rechteinhaber (oder ist das wer anderes als Trent Reznor?) die Verbreitung seiner Musik per BitTorrent erlaubt?
Filesharing ist nicht per se eine Urheberrechtsverletzung.
Hallo lieber SZ-Autor, ich zitiere jetzt mal aus dem Artikel: "Mit der Aufforderung an die Fans, selbiges mit der BitTorrent-Technik, also als "Datenstrom", herunterzuladen und zu teilen. Das ist im Prinzip illegal."
Das ist im Prinzip völliger Schmarrn! Natürlich ist es nicht illegal Dateien über das Internet zu tauschen! Es ist vollkommen legal, wenn es sich um legale Dateien handelt. Da die Band die Titel selbst frei veröffentlicht, ist der Tausch absolut legal. Jeder User kann jederzeit seine Dateien mit anderen Usern tauschen, sofern er kein Copyright verletzt. Worum es bei dem Pirate-Bay Prozess geht ist aber etwas völlig anderes. Es geht um die Bereitstellung von Links die den Tausch von möglicherweise nicht legal erworbenen Dateien ermöglicht. Das hat nix mit Bit-Torrent und dem Tauschen an sich zu tun.
Bitte nicht solche Desinformation betreiben.