Wenn User ihren Account löschen wollen, greift Facebook zu perfiden Mitteln, um seinen untreuen Jüngern ins Gewissen zu reden.
Wenn der Mensch nicht mehr weiter weiß, wendet er sich an eine höhere Macht. Heutzutage heißt sie meist Google. Und da dessen Nutzer im Zwiegespräch mit der Maschine neben Stichwörtern längst auch ganze Fragen oder Sätze in das Internet-Suchformular eingeben, lässt sich mit Hilfe der so genannten Hot Trends ein recht detailgetreues Bild der Sorgen und Nöte der digitalen Weltgemeinde zeichnen. Je mehr Menschen nach einem Begriff oder eine Antwort auf ein Problem suchen, desto höher werden der Begriff oder die Frage platziert. Folgt man dieser Liste, hieß eines der größten Anliegen der vergangenen Woche: "Wie lösche ich meinen Facebook-Zugang?"
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Für viele ein Alltagsgeschäft: Der Blick in den Facebook-Account. (© Foto: dpa)
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Ein Mindestmaß an Privatsphäre
Zu viel Schlechtes war in den letzten Tagen über das soziale Netzwerk zu hören, zu viel die Rede von Sicherheitslücken, gehackten Nutzerkonten oder plötzlich im Internet aufgetauchten Chat-Logs. Auch die erst vergangenen Monat eingeführte sogenannte Open-Graph-API, die das gesamte Netz zu einem Appendix des Unternehmens reduziert, sorgte für wenig Begeisterung und viele Bedenken. Facebook habe sein Spiel überreizt, heißt es selbst in den Blogs von notorischen Online-Optimisten wie Danah Boyd oder Peter Rojas.
Auf einschlägigen Seiten kursieren derweil Bedienungsanleitungen, die erklären, wie man die per Default verordnete Entblößung rückgängig machen kann. Um so wenigstens ein Mindestmaß an Privatsphäre zu sichern. Von dort sind es nur wenige Klicks hin zu den Blogs der Facebook-Aussteiger, die über ihren Entzug schreiben. Von anfänglicher Leere und Kälte ist da die Rede. Und dass man trotzdem froh sei, diesen Schritt endlich getan zu haben. Die Berichte lesen sich, als seien die Autoren gerade einer schlimmen Sekte oder Droge entkommen. Facebook greift zu durchaus perfiden Mitteln, um den untreuen Jüngern ein letztes Mal ins Gewissen zu reden. "Deine Freunde werden dich vermissen", heißt es ziemlich dramatisch in einem Dialogfeld, kurz bevor der Zugang abgeschaltet wird. Eine größere Bevormundung durch eine Datenbank gab es nie.
Suche nach Alternativen
Mit dem Exodus der Early-Adopter ist ihr Bedürfnis nach einer digitalen Schnittstelle für das Selbst jedoch nicht verschwunden. Anstatt der permanenten Selbstrepräsentation im Web zu entsagen, begibt man sich auf die Suche nach Alternativen. Projekte wie das Mozilla-nahe Appleseed oder Onesocialweb arbeiten bereits an Netzwerken, die weniger Wert auf Datensammlungen als auf Dezentralisierung legen. Das Projekt, das in der vergangenen Woche jedoch die meiste Aufmerksamkeit erregt hat, trägt den bezeichnenden Namen Diaspora. Vier New Yorker Informatik-Studenten wollen den Internet-Nutzern die Kontrolle über ihre Biografien zurückzugeben. Ihr Ansatz basiert nicht auf zentralen Serverfarmen, sondern auf einer Peer-to-Peer-Technologie, ähnlich wie der des Filesharing-Protokolls Bittorrent.
Verschlüsselung sei ihr höchstes Gebot, sagen die Entwickler in einem Amateur-Video auf der Crowdfunding-Seite kickstarter.com. 10 000 Dollar wollten sie so sammeln, um sich ganz der Entwicklung des Wunder-Codes widmen zu können. Innerhalb von wenigen Tagen kam eine sechsstellige Summe zusammen. Die Rückeroberung der eigenen Daten scheint dem notorisch knausrigen Web-Publikum wirklich ein Anliegen zu sein.
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(SZ vom 17.05.2010/nvm)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Einer wie ich, der seit 1995 im Internet ist, hat doch längst keine Freunde mehr ...
Aber dafür haufenweise Accounts bei Payback, Facebook und anderen Kommunitäten, Hotmail (noch aus Zeiten vor der Microsoftübernahme und somit ohne weitere Datenabfrage) und so weiter und so fort.
Natürlich habe ich auch meinen echten Namen reserviert bei allen kostenlosen Mail-Anbietern. Natürlich mit falschen Daten, eh klar. Und natürlich nehme ich diese Accounts nur einmal im Monat her, damit sie nicht deaktiviert werden (ich rufe einfache die Mails dort direkt in meinen Spamfilter ab).
Und natürlich sind all diejenigen die Gelackmeierten, die ihre wahren Daten preisgeben, während ich wunderbar mit falschen Personalien auf die Welle 3.0 zusurfe.
Aber vielleicht werde ich eines Tages richtig reich, wenn ich meine Accounts bei eBay verticke - da sind nämlich schöne Namen dabei, ganz ohne irgendwelche Ziffernfolgen :-)
Mal ne ganz doofe Frage, was an der sache ist neu? also ich Spreche von jünger als 5 Jahren!
Viel interresanter finde ich, wenn ich bei einer email-Adresse, die ich nicht verwende, trotzdem abrufe, Werbung jeglicher Art bekomme.
Wer sich bei Seiten wie Facebook & Co anmeldet, sollte ein wenig Ahnung haben mit umgang von persönlichen Daten im Netz, zu Deutsch, wer seine wahren Daten angibt, der ist ganz klar einfach dumm und hats nicht besser verdient.
Gleiches Spiel bei Payback und Co, einerseits jammern alle "Uhh, der gläsernen Kunde" aber gleichzeitig machens FREIWILLIG !!! mit.
Dann gehts weiter mit Goolge und seine bösen bösen Ausspähmethoden von W-Lan´s... Die können ja gerne mal versuchen ne 256bit Verschlüsselung zu knacken... technisch möglich, durchaus... aber sie werden ne ganze weile dafür brauchen. Wo also das Problem???? Macht man sich nicht sogar strafbar in Deutschland, bzw. andersrum, wird von einem UNverschlüsseltem Wlan eine Straftat begangen, wird der Eigentümer belangt?!
Totaler Mist... die Qualität der Artikel in diese Richtung leidet nur noch... Schade
Viel problematischer finde ich, dass man (wenn es nicht geändert wurde), seinen Facebook-Accout nicht löschen, sondern nur deaktivieren kann. Möchte man ihn wirklich löschen, muss man per Mail darum bitten. Bei Lokalisten.de ist das ähnlich. Da wird einem dann auf die Mail ein Link zurückgeschickt, mit dem man sich erst endgültig verabschieden kann.
zitat:
"Deine Freunde werden dich vermissen"
...dann steigt eben der verbrauch an tempotaschentüchern
hatte noch nie facebook account. werde nie einen haben. und lebe noch. wie kann das sein...?