Skeptiker behaupten, wenn es im Internet mal gerade nicht um Sex oder Gewalt geht, dann um Tiere. Ein Affe mit Sonnenbrille, eine Gans mit Hütchen, ein Pandabär mit Lockenwickler - je mehr der Mensch sich selbst im Tier spiegeln kann, desto klickwürdiger scheint es zu sein.
Das beliebteste Tier im Netz war bislang die gemeine Hauskatze. Jetzt meldet die Internetseite der französischen Tageszeitung Liberation, dass der Fischotter drauf und dran ist, ihr den Rang abzulaufen.
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Süße Kätzchen animieren ihre Fangemeinde im Netz sogar zu einer neuen Bibel-Übersetzung (© Foto: Reuters)
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Fast neun Millionen Mal ist ein im März bei YouTube ins Netz gestelltes Video angesehen worden, in dem zwei Otter auf dem Rücken schwimmen und Pfötchen halten.
Associated Press, eine der größten und wichtigsten Nachrichtenagenturen der Welt, ist am Otter-Baby "Abby" dran, das im Juli bei San Diego vor dem Tod gerettet wurde. Letzter Stand: "Anderthalb Pfund hat der Otter schon zugenommen."
Das Comeback der Katze steht allerdings bevor. Und zwar nicht, wie vor einigen Jahren, als Hitler-Katze (Katze mit schmalem schwarzen Fell zwischen Nase und Mund), sondern als "LOL-Cat". LOL steht für "laughing out loud". Die "zum Brüllen komischen" Katzen sind in einfältigen Posen auf Fotos zu sehen, die: zum Brüllen komisch sind. Darunter ein Katzenstatement in Stummelenglisch, dem sogenannten "Kitty Pidgin", einem Sprachgemisch aus Baby-Talk und Internet-Slang.
So ist es, als könnten die Katzen wirklich nicht sprechen, und dennoch etwas sagen. Fragte die Ur-LOL-Cat mit schräg gelegtem Kopf und glasigen Augen: "I can has cheezburger?" (Kann ich einen Cheeseburger haben?), lallte es im Netz in unzähligen Variationen zurück: "I can has breastmilk (Muttermilch)?", "cowbell (Kuhglocke)?", "racizm (Rassismus)?".
Das Katzenkauderwelsch besteht aus fixen Satzbausteinen, versetzt mit Formeln wie "plz" ("please") oder "O RLY?" ("Oh, really?"). Das folgt nicht der offiziellen Rechtschreibung und Grammatik, durchaus aber einer Norm der Niedlichkeit.
Im "Language Log" der Universität von Pennsylvania, einem der bekanntesten Linguistik-Blogs, merkt ein Beitrag streng an: "Cats Can Has Grammar". Katzen können Grammatik hat. Aber plz! Gerade wird die Bibel von der LOL-Cat-Gemeinde in die Katzensprache übertragen.
(SZ vom 19.11.2007/aho)
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