Selbstreflexion als Daseinszweck? Die Stars der deutschen Blogszene schmoren im eigenen Saft, diagnostiziert ausgerechnet der meinungsstarke Don Alphonso.
Schmoren die Stars der deutschen Blogszene im eigenen Saft? Der meinungsstarke Don Alphonso bemerkte in seiner "Blogbar" (www.blogbar.de) kürzlich, ihm falle tatsächlich "kaum ein Blog ein, in dem 'Draußen' sowas wie ein bestimmendes Thema ist."
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Don Alphonso-Blog "Blogbar": Quelle alles Üblen? (© Screenshot: Blogbar)
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Die Blogger, lautet seine Diagnose, könnten den Medien - vor allem aber auch den ganz normalen Internetnutzern - kaum noch verständlich zu machen, warum ihre Arbeit tatsächlich von Interesse sei. Was sie durchaus nicht nur auf die Ignoranz der Leser schieben sollten.
Don Alphonso nahm sich die "Deutschen Blogcharts" vor, die nach Verlinkungshäufigkeit sortieren, und ging die Liste der erfolgreichsten Blogs durch: "Basicthinking" beziehe so gut wie nichts aus dem realen Leben, "Bildblog" klebe an einer Zeitung, "Nerdcore" und "Spreeblick" klaubten sich den Content weitgehend aus Fundstücken zusammen, Niggemeier versuche sich "mit Aufbauschen und Aufsexen für seine johlenden Leser und Spammer an Mediengegnern, die ein leichtes Opfer sind".
Seine eigene "Blogbar" als Metablog wäre sogar die Quelle alles Üblen, bekannte er, "hätte ich nicht noch zwei andere Blogs, die anders sind."
Der Blogcharts-Spitzenreiter Robert Basic antwortete leicht verschnupft in den Kommentaren der "Blogbar". "Schlichtweg falsch" seien Don Alphonsos Thesen: "Blogs sind hochindividuell, bestückt mit tausenden von Varianten und Meinungen, die keiner mehr überschauen kann." Jeder, der wolle, könne dort Interessantes entdecken - "nur der exaltierende Don Alphonso scheinbar nicht."
Besagte Vielfalt ist zweifellos vorhanden, und aus der Spezialisierung von Blogs lässt sich deren Machern schwerlich ein Vorwurf stricken. Deutschlands führendes Erfolgsblog selbst illustriert die These des "Don" aber dennoch vortrefflich: Basic widmete sich in den letzten Tagen vor allem der Frage, wie mit Blogvermarktung Geld zu verdienen sei.
Auch sonst ist Deutschlands meistverlinktes Blog eine Wühlkiste für technikaffine Webfreaks. Wer sich aber mit den Problemen von "Double Content" oder "Comment-Spam" mangels eigenen Blogs nicht konfrontiert sieht, wird hier schlecht bedient.
Gehen die sogenannten Alpha-Blogger am realen Leben und der breiten Öffentlichkeit vorbei? Der Eindruck, dass eine Durchlüftung der Blogosphäre gut tun könnte, kam mit etwas anderem Schwerpunkt jüngst auch bei Don Alphonsos Lieblingsfeinden vom "Spreeblick" (www.spreeblick.com) auf, wo Frédéric Valin unter der Überschrift "Mein rechter, rechter Platz ist frei" der Frage nachging, warum es in der Blogosphäre so wenige ernstzunehmende konservative Stimmen gebe.
Der rechte Rand werde nur von dem Umfeld des Hetzblogs "Politically Incorrect" besetzt, das aber "jenseits der Nebel der Vernunft" liege. So formiert sich nach Valins Wahrnehmung bei politischen Diskussionen im Netz eine einvernehmlich links stehende Mehrheit, die auf der rechten Seite keinen respektablen Gegenpart findet, sondern sich in "öffentlichen Sitzungen für therapieresistente Fälle" an islamophoben Neurotikern abarbeitet. Valin endet mit einem Lockruf an die Konservativen: "Ich vermisse euch hier. Ich würde mich nämlich gerne mal wieder ernsthaft streiten."
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(SZ vom 02.06.2008/aho)
Staatsbesuch in Israel
"pi" IST ein berüchtigter Hass-Blog. Sogar Broder hat sich inzwischen von pi distanziert, und das will was heißen.
sehe man sich selbst an unter:
http://www.pi-news.net/2008/01/wurde-der-gar-nicht-gebrieft-doch/
Das Ereignis an sich (Plasbergs Sendung) ist natürlich interessant und blamiert einige Leute ordentlich (ich habs nicht gesehen, verlasse mich also auf diese Dokumentation). Aber was in dem Blog draus gemacht wird und vor allem in den Kommentaren dort (Plasberg als linker Meinungemacher ? und gleich "linksfaschistisch" für alle möglichen Leute ?) - doch, den Blog als hetzerisch zu bezeichnen, ist wohl nicht so falsch.
ist wohl kein Zufall, daß der Blog (den ich persönlich so toll nicht finde; sehr einseitig, reißerisch, plump) um den es hier geht, politally incorrect heißt: ist halt schwierig, wenn man ein interessantes, lebendiges offenes Forum bieten will wie die SZ und gleichzeitig der derzeitigen PC so stark verpflichtet ist ...
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Den Spruch kenne ich noch aus DDR Zeiten.
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