Der Kampf um den Kopierschutz für Musik und Filme: Wie ist der Spielstand zwischen Katzen und Mäusen, wer hat die Nase vorn? Eindeutig die Hacker.
Der Kampf um den Kopierschutz für Musik und Filme sei ein "ewiges Katz-und-Maus-Spiel", schrieb der Apple-Chef und Itunes-Erfinder Steve Jobs Anfang Februar in seinem vieldiskutieren offenen Brief an die Entertainmentindustrie. "Es gibt viele kluge Menschen auf der Welt, die nichts lieber tun als unsere Geheimnisse zu entschlüsseln und für jedermann zugänglich zu machen."
(© Foto: dpa)
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Es lohnt sich, seinen Text noch einmal im Original auf der Apple-Homepage nachzulesen - ein bemerkenswertes Dokument klaren Denkens an der Spitze eines Weltkonzerns. Wie aber ist der Spielstand zwischen Katzen und Mäusen momentan, wer hat die Nase vorn?
Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen: Eindeutig die Hacker. Ihr jüngster Triumph ist eine wahre Katastrophennachricht für alle Zukunftspläne der Filmindustrie in Sachen Home Entertainment. Seit letztem Herbst liefern die Studios mit den neuen Bluray- und HD-DVD-Discs ein Format aus, das eigene Abspielgeräte verlangt und gleichzeitig das bisher beste Kopierschutzsystem einführen sollte.
Von wegen: Schneller als je zuvor ist der Generalschlüssel geknackt. Und seit wenigen Tagen bietet die nicht umsonst auf der Karibikinsel Antigua ansässige Firma Slysoft das nach deutschem Urheberrecht illegale Programm "Any DVD HD" an, das den Schutz aller bisher verkauften High-Definition-Scheiben aushebelt. Das berichtet unter anderem heise.de.
Erschwerend kommt dazu, dass die Studios gerade große Anstrengungen unternehmen, Filme verstärkt auch als Downloads unters Volk zu bringen - in Deutschland unter anderem über AOL und T-Online.
Beide Plattformen benutzen ein Kopierschutz-System von Microsoft, das den Filmgenuss auf den Käufer beschränkt und gegebenenfalls auch zeitlich begrenzt - aber auch dieses System haben Hacker längst ausgehebelt. Wer sich aktuell zum Beispiel für 0,99 Cent eine 24 Stunden gültige Version des "Paten" herunterlädt, kann diese mit Hilfe des Hacker-Tools FairUse4WM in eine unbegrenzt gültige, unbegrenzt kopierbare Fassung verwandeln und sogar auf DVD brennen. Der Kopierschutz wird gewissermaßen abgestreift, man bekommt eine vollwertige digitale Fassung, wie sie wohl nirgendwo günstiger zu haben wäre.
Während all das passiert, bastelt die Filmindustrie weiter an einem komplizierten neuen Verfahren, das in Zukunft das Brennen von Filmdownloads erlauben soll - da fragt man sich dann schon, in welcher irrealen Traumwelt diese Leute eigentlich leben. Steve Jobs ist einer der wenigen Realisten. "Kopierschutzsystem haben bisher nicht funktioniert, um die Piraterie zu stoppen - und sie werden wohlmöglich nie funktionieren", sagt er.
Sein Vorschlag: Die Katzen geben den Kampf einfach auf, zum Teufel mit den ganzen Schutzmechanismen - und die Mäuse fangen vor lauter Rührung und Dankbarkeit an, freiwillig für Musik und Filme zu bezahlen.
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
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