Von Johannes Boie

Der Verkauf seiner Internetseiten brachte dem geschäftstüchtigen Autor Robert Basic 46.902 Euro ein. Das ist deutlich weniger, als sich Blogger erhofften.

Der große Knall blieb aus. Als am vergangenen Donnerstagabend um 19.50 Uhr die Versteigerung des Blogs basicthinking.de beendet wurde, waren die Gebote nicht einmal in die Nähe einer sechsstelligen Summe gekommen.

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Profit im Netz: In den USA erzielten Blogverkäufe schon sechs- bis achtstellige Summen. (© Foto: AP)

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Der Verkauf seiner Internetseiten samt Domain und Inhalt brachte dem geschäftstüchtigen Autor Robert Basic 46.902 Euro ein. Das ist deutlich weniger, als sich viele Blogger, die Basics Versteigerung aufmerksam beobachteten und kommentierten, erhofft hatten.

In den USA erzielten Blogverkäufe schon sechs- bis achtstellige Summen. Basic ist dennoch zufrieden: Er hatte einen Mindestpreis von 30.000 Euro mit dem Online-Auktionshaus Ebay vereinbart.

Für den Auktionsgewinner Thomas Strohe, Geschäftsführer beim IT-Unternehmen Serverloft aus Hürth bei Köln, dürfte die Sache eine vergleichsweise billige Marketingmaßnahme sein. Zahlreiche Medienberichte, darunter auch Texte im US-Fachmagazin Techcrunch und der Washington Post, haben das Blog und seinen Verkauf in den letzten Tagen noch bekannter gemacht.

Robert Basic schrieb auf seinen Seiten launig über beliebige Themen rund um das "Web 2.0". So erreichte er nach eigenen Angaben um die 185.000 Besucher und verzeichnete 254.000 Millionen Page Impressions (PI) im Dezember 2008. Das Blog gehört damit zu den größten und erfolgreichsten in Deutschland. Sehr viele Links externer Seiten verweisen auf Basics Seiten und garantieren so hohe Zugriffszahlen. Das wiederum ermöglichte eine gezielte Vermarktung: 37.000 Euro brutto will Basic im vergangenen Jahr mit dem Blog verdient haben.

Käufer Thomas Strohe sagte der SZ, er habe das Blog ersteigert, weil "wir seit Jahren echte Fans sind". Man wolle es in seiner "jetzigen Form am Leben erhalten". Für eine clevere Marketingkampagne ist diese Behauptung kein schlechter Anfang. Tatsächlich aber dürfte die Entscheidung, 46.902 Euro für eine Internetpräsenz zu bezahlen, von etwas mehr als der selbstlosen Rettung eines Nerd-Blogs getrieben sein.

Denn Thomas Strohe hat etwas, was Robert Basic nicht hatte: eine große Firma im IT-Bereich. Für die ist das Blog mit seiner technikaffinen Leserschaft ein ideales Kommunikationswerkzeug. Ziel der neuen Eigentümer dürfte es sein, ihr bisheriges Geschäft und das neue Blog möglichst eng miteinander zu verzahnen. Das dürfte jedoch nicht ganz leicht sein - ausschließlich im Interesse des eigenen Betriebes geschriebene Texte, Eigenwerbung und PR-Maßnahmen vertreiben schnell jedes Publikum.

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(SZ vom 19.01.2009/akh)