Nach Belästigungsvorwürfen Animationschef John Lasseter verlässt Disney

Pixars Kreativchef John Lasseter scheidet nach Belästigungsvorwürfen aus dem Unternehmen aus.

(Foto: dpa)
  • Der Mitbegründer des Filmstudios Pixar hatte im November nach Berichten über sexuelle Belästigungen eine sechsmonatige Auszeit genommen.
  • Angestellte hatten ihm unter anderem "Grapschen, Küssen und Kommentare über Körpermerkmale" vorgeworfen.
  • Nun erklärte John Lasseter, sich nach langem Nachdenken entschieden zu haben, neue kreative Herausforderungen zu suchen.

Der Kreativ-Chef von Pixar und der Animationsstudios von Walt Disney, John Lasseter, wird nach Unternehmensangaben den Konzern zum Jahresende verlassen. Bis dahin werde der 61-Jährige eine Beraterrolle einnehmen, teilte Disney mit.

Der Mitbegründer des Filmstudios Pixar hatte bereits im November nach Berichten über sexuelle Belästigungen im Zuge der "Me too"-Debatte eine sechsmonatige Auszeit genommen. Lasseter räumte damals "Fehltritte" ein und entschuldigte sich für "ungewollte Umarmungen" oder andere Gesten, bei denen er eine Grenze überschritten habe. Zuvor hatte die Wochenzeitung Hollywood Reporter einen langjährigen Pixar-Angestellten zitiert, wonach Lasseter für sein "Grapschen, Küssen und seine Kommentare über Körpermerkmale" bekannt gewesen sei. In einer Mitteilung gab Lasseter nun bekannt, in den vergangenen Monaten über sein Leben und seine Karriere nachgedacht und entschieden zu haben, neue kreative Herausforderungen zu suchen.

Disney-Chef Bob Iger würdigte Lasseter für seine Innovationen

Lasseter ist vor allem bekannt dafür, das kleine Trickfilmstudio Pixar in eines der weltweit erfolgreichsten Animationsstudios verwandelt zu haben. Er war zudem der Regisseur für Trickfilme wie "Toy Story" oder "Das Große Krabbeln". Disney-Chef Bob Iger würdigte Lasseter für seine Innovationen und dessen Art des Geschichtenerzählens. Wer als Nachfolger den Posten von übernehmen soll, gab er nicht bekannt.

Neben Lasseter wurde in den vergangenen Monaten zahlreichen anderen Männern aus dem Filmgeschäft und anderen Branchen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die "Me Too"-Debatte wurde im Oktober vergangenen Jahres ausgelöst, als mehrere Frauen dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorwarfen. Weinstein muss sich inzwischen wegen sexueller Gewalt vor Gericht verantworten.

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