Von Felix Serrao

Maxim USA rezensierte eine CD der Band The Black Crowes, ohne ein Vorausexemplar zu besitzen. Das Magazin spricht von einer auf Sachkenntnis gestützten Vermutung, der Band-Manager ist empört.

Vermutlich haben die Macher des Männermagazins Maxim gedacht, dass ihre Zeitschrift sowieso nicht wegen der Texte gekauft wird - und es egal ist, was zwischen den halbnackten Frauen so geschrieben steht. Anders lässt sich kaum erklären, dass in der amerikanischen Märzausgabe ein Album rezensiert wird, dass es noch gar nicht zu hören gibt, nicht einmal für Journalisten.

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Der Liedsänger der Band The Black Crowes wurde von "Maxim" kritisiert, ohne dass das Magazin über ein CD-Exemplar verfügte. (© Foto: Reuters)

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"Warpaint" heißt die neue CD der Bluesrockgruppe The Black Crowes, am 4. März erscheint sie. Maxim hat das Album bereits bewertet: mit zweieinhalb von fünf Sternen. "Warpaint", heißt es im Heft, "hat Chris Robinson und der Gang nicht viel Raum für Wachstum gelassen".

In einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite erklärt die Band, dass Maxim-Autor David Peisner nur ein neues Lied - die Single "Goodbye Daughters of the Revolution" - kennen konnte, da keine Vorausexemplare verschickt wurden. Auf Nachfrage der Band habe das Magazin von einem "educated guess" gesprochen - eine auf Sachkenntnis gestützte Vermutung. In einer offiziellen Erklärung teilte Maxim später lediglich mit, dass es seine Leser weiter mit Informationen versorgen werde, "die für sie wichtig sind".

Crowes-Manager Pete Angelus sprach Maxim indes "jede journalistische Integrität" ab. Die Rezension sei "eine Schande für die Kunst, für den Journalismus, die Kritiker, die Publikation und die Öffentlichkeit". In einer Mail habe Maxim ihm mitgeteilt: "Wir ziehen es immer vor (sic), Musik zu hören. Aber manchmal gibt es große Alben, die wir nicht ignorieren wollen und die noch nicht zum Hören verfügbar sind." Die Alternative zum "educated guess" sei gar kein Bericht gewesen, und das habe man nicht gewollt. Crowes-Manager Angelus spekuliert bereits über künftige Besprechungen: "Konzerte, bei denen keiner war, Bücher, die nie gelesen wurden und Filme, die keiner gesehen hat?" Hoffentlich sind wenigstens die Frauen im Heft ein bisschen echt.

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(SZ vom 26.2.2008/kur)