Trotz vier Nominierungen ist die Magdeburger Teenieband Tokio Hotel nur einmal mit dem Musikpreis "Echo" ausgezeichnet worden. Erfolg hatten auch Robbie Williams, Madonna und Wir sind Helden - doch nicht jeder Star wollte seinen Preis auch abholen.

Während im vergangenen Jahr die deutschen Künstler bei der Gala noch in der Mehrheit waren, bemühte sich die Deutsche Phono-Akademie dieses Mal um Ausgleich zwischen nationalen und internationalen Popgrößen.

KREISCH! Das ist - KREISCH! - Bill Kaulitz, der Sänger der - KREISCH! - Teenie-Band Tokio - KREISCH! - Hotel. Mit neuer Frisur und - KREISCH! - Totenkopf-T-Shirt. (© Foto: AP)

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Shakira und Juanes absolvierten ihre Bühnen-Shows ebenso wie Sasha und Rosenstolz, Christina Stürmer und Fettes Brot. Andere hatten den Weg in das verschneite Berlin allerdings erst gar nicht angetreten, wie Madonna, die als erfolgreichste internationale Pop-Künstlerin und für ihren Hit "Hung up" gefeiert wurde.

Ein etwas zäher Abend - mit einem bewegenden Höhepunkt

Robbie Williams wurde als bester männlicher internationaler Pop-Star per Video-Botschaft zugeschaltet.

"Wir sehen uns zur WM", ließ er knapp grüßen. Sichtlich nervös wirkte Michelle Hunziker, die zusammen mit Oliver Geissen die Show moderierte, die von RTL Zeit versetzt am Abend übertragen wurde.

Hunziker spulte das Programm professionell, aber mit bemühtem Charme ab. Für den wohl bewegendsten Augenblick des etwas zähen, dreistündigen Abends sorgte Sir Bob Geldof.

Der Ire, der sich mit seinen Live-Aid-Konzerten für die Dritte Welt engagiert, bekam einen Ehren-Echo. "Wenn im kommenden Jahr die Vertreter der Industriestaaten zur G-8-Konferenz nach Deutschland kommen, seid Ihr dran", forderte Geldof die deutschen Künstler zur aktiven Hilfe für Afrika auf.

"Er ist ein großer Held unserer Zeit", würdigte Tote-Hosen-Sänger Campino sein einstiges Punk-Idol von den Boomtown Rats. Die enttäuschten Bill, Tom, Georg und Gustav von Tokio Hotel, die Senkrechtstarter aus Magdeburg, waren für vier Preise nominiert, bekamen aber nur einen.

Trotzdem wurden sie gefeiert, laut und schrill von den Teenies am Bühnenrand. "Ihr sprengt alle Dezibel-Grenzen", bedankten sie sich. Zum Schwelgen gab es am Ende auch etwas, als die deutsche Rock-Legende Peter Kraus die Bühne betrat.

Im Stehen würdigten die Musikmanager, die Künstler und das zahlende Publikum den "deutschen Elvis", der mit sichtlichem Genuss einen Presse-Verriss aus seinen Anfangsjahren vorlas. "Ich habe mir nie träumen lassen, dass ich hier stehen würde, als ich mit 16 Jahren diese entsetzliche, amerikanische Neger-Musik spielte", sagte Kraus verschmitzt.

"Dieser Preis soll ein Ansporn für die nächsten 50 Jahre sein." Zum Abschluss spielten Peter Kraus, Michael Schanze und Otto Walkes den alten Hit "Sugar Baby".

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(sueddeutsche.de/dpa)